Boston Dynamics New Yorker Polizei setzt Roboterhund ein

Die an Tiere erinnernden Roboter von Boston Dynamics sind im Netz Stars. Doch wenn sie, wie jetzt in New York City, unerwartet an öffentlichen Orten eingesetzt werden, hält sich die Begeisterung in Grenzen.
Boston-Dynamics-Roboter Spot: Technik, die die Polizei interessiert

Boston-Dynamics-Roboter Spot: Technik, die die Polizei interessiert

Foto: Yoshio Tsunoda / imago images

Die New Yorker Polizei rechtfertigt sich im Netz für den Einsatz eines neuartigen Roboters. Das Spot genannte Modell, ein auf vier Beinen laufender Roboter der Firma Boston Dynamics , war im Stadtteil Bronx gefilmt worden. Über den Kanal »FreedomNewsTV« landete der Clip auf YouTube . Dort kommentierten Nutzerinnen und Nutzer das Video mit Sätzen wie »Mehr als unheimlich« oder »Als Nächstes werden sie ihn bewaffnen«.

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Das New York Police Department (NYPD) reagierte via Twitter  auf die Skepsis, die dem Robotereinsatz entgegenschlug. »Das NYPD setzt seit den Siebzigerjahren Roboter ein«, heißt es dort, »um in Geiselsituationen und bei Gefahrgutvorfällen Leben zu retten.« Der Spot werde derzeit getestet, um seine Fähigkeiten im Vergleich zu anderen Modellen zu bewerten.

Die Roboter sind Netzhelden

Viele Roboter aus dem Hause Boston Dynamics sind gewissermaßen Webstars. Videos zur Leistungsfähigkeit des Spot sind in der Vergangenheit durch soziale Netzwerke und Medien um die Welt gegangen, darunter ein vergleichsweise aktueller Clip, in dem er aufräumt, Türen öffnet und Pflanzen eintopft.

Vor einigen Tagen war ein Exemplar des Spot, Stückpreis rund 75.000 Dollar, in den Schlagzeilen, weil Künstler ihn mit einer Paintball-Gun ausgerüstet  hatten. Boston Dynamics distanzierte sich öffentlich von dieser Videostreaming-Aktion. Sie verurteile die Darstellung ihrer Technologie »in einer Weise, die Gewalt, Schaden und Einschüchterung fördert«, teilte die Firma mit.

Es ging offenbar um einen Einbruch

»FreedomNewsTV« zufolge kam der Spot in der Bronx nach einem bewaffneten Einbruch zum Einsatz. Die Polizei habe nicht gewusst, ob sich am Tatort noch ein Verdächtiger befinde, heißt es. Die »New York Post« berichtet , eine NYPD-Sprecherin habe erklärt, dass der Roboter mit Lampen und Kameras ausgerüstet sei. So ermögliche er der Polizei, seine Umgebung gewissermaßen in Echtzeit zu sehen.

Kritik an dem Einsatz des Roboters kam auch von der demokratischen Kongressabgeordneten Alexandria Ocasio-Cortez. Sie verwies auf Twitter darauf , dass Überwachungsroboter jetzt in einkommensschwachen Gegenden mit unterversorgten Schulen eingesetzt werden, in denen People of Color leben. »Bitte fragen Sie sich«, schrieb sie weiter: »Wann haben Sie das letzte Mal gesehen, dass die nächste Generation von Weltklassetechnologie für Bildung, Gesundheitsfürsorge, Wohnen und so weiter konsequent für unterversorgte Gegenden wie diese priorisiert wurde?«

Die »New York Post« weist in ihrem Artikel noch darauf hin, dass es nicht das erste Mal war, dass die New Yorker Polizei ihren Roboterhund zur Unterstützung dabei hatte. Ein ähnlicher Einsatz sei schon im Oktober dokumentiert worden, damals in Brooklyn .

mbö
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