Browser-Entwicklung Firefox-Macher boykottieren iPhone und iPad

Zu harte Apple-Vorschriften: Unabhängige Entwickler dürfen für iPhone und iPad keine Browser mit eigener Darstellungstechnologie anbieten. Deshalb ist es unmöglich, einen schnelleren Browser als das Apple-eigene Produkt zu vertreiben.

Malte Spitz

Solange Apple unabhängige Entwickler benachteiligt, wird die Mozilla-Stiftung keine Version des Firefox-Browsers für iPhone und iPad entwickeln. Das hat Firefox-Produktmanager Jay Sullivan bei der Konferenz SXSW in Austin angekündigt.

Sullivan beklagt, dass Apple unabhängigen Entwicklern Browser-Innovationen erheblich erschwert. So sei es verboten, über Apples App Store Browser zu vertreiben, die eine andere Technologie zum Darstellen von Websites und Ausführen von Javascript nutzen als die von Apple vorgeschriebene. Mozilla könnte deshalb beim eigenen Firefox-Browser unter iOS nicht die eigenen, besonders schnellen Verfahren zur Darstellung von Web-Inhalten nutzen.

Schnelle Nitro Engine nur für Apple-Produkte

Apple schreibt Entwicklern vor, dass sie zur Darstellung von Websites die von Apple vorgegebene Komponente UIWebView nutzen. Apple hingegen nutzt für seinen eigenen Safari-Browser unter iOS eine andere Technologie, unter anderem die Nitro-Engine, die Apple-Software vorbehalten ist.

Man kann auf geknackten iPhones die Nitro Engine auch für andere Browser nutzen, zum Beispiel für Googles iOS-Browser Chrome. Geschwindigkeitstests mit derart manipulierten Geräten deuten darauf hin, dass die Nitro Engine Websites erheblich schneller aufbaut als die UIWebView-Komponente.

Wenn diese Testergebnisse stimmen, benachteiligt Apple Entwickler wie die Firefox-Macher: Sie sind verpflichtet, vorgegebene, vergleichsweise langsame Komponenten zu nutzen und dürfen keine eigene Verbesserungen einsetzen.

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ausdembauch 11.03.2013
1. Apple Mafia
diese Firma klaut ihr Design z.B. von Dieter Rams oder von der Schweizer Bahn und nutzt ihr fast-Monopol schamlos aus. Es wird Zeit dieses faulige Fallobst als Sondermüll zu entsorgen ...
felisconcolor 11.03.2013
2. Ich bin derzeit
Zitat von sysopMalte SpitzZu harte Apple-Vorschriften: Unabhängige Entwickler dürfen für iPhone und iPad keine Browser mit eigener Darstellungs-Technologie anbieten. Deshalb ist es unmöglich, einen schnelleren Browser als das Apple-eigene Produkt zu vertreiben. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/browser-entwicklung-firefox-macher-boykottieren-ios-a-888060.html
noch durchaus zufrieden mit den Leistungen meines IPhone. Was ich aber im Vergleich zu meinem Android Pad merke ist die "Zugeknöpftheit" was den Einsatz von Apps angeht. Ob sich Apple damit auf Dauer einen Gefallen tut bleibt abzuwarten. Für den Arbeitsbereich stellt sich die Frage schon lange nicht mehr, wir werden, eben wegen der "noch" vorhandenen Möglichkeit eigene Apps einsetzen zu können auf Android setzen. Mit der Möglichkeit später vielleicht sogar Ubuntu zu nutzen.
googlehupf2k 11.03.2013
3. Gerechtigkeit?
Microsoft wird abgemahnt, weil sie keine anderen Browser anbieten und Apple darf solche Vorschriften vertreiben??? Da stimmts doch vorne und hinten nicht.
korbsammler 11.03.2013
4. Recht so
Bravo! Wird höchste Zeit, sich nicht mehr der Bevormundungs- Kontroll- und Beherrschungssucht von Apple zu beugen. Als Grafik-Designer früher selbst einmal überzeugter MAC-Nutzer, kommt mir seit der Zeit, da Apple die Verwendung von Flash auf seinen mobilen Geräten nicht mehr zuließ, kein Produkt mit dem Apfel-Logo mehr ins Haus. Was haben wir seinerzeit über Bill Gates geschinpft! Gegen Steve Jobs und dessen Nachfolger ist dieser Software-Diktator ein Waisenknabe.
markus_wienken 11.03.2013
5. .
Zitat von ausdembauchdiese Firma klaut ihr Design z.B. von Dieter Rams oder von der Schweizer Bahn und nutzt ihr fast-Monopol schamlos aus. Es wird Zeit dieses faulige Fallobst als Sondermüll zu entsorgen ...
Hm... selbst Herr Rams meint selber dass er es nicht so sieht...und nun? Welches fast Monopol? MP3 Player gibt es ne ganze Menge am Markt, was Smartphones angeht ebenso, Android, Windows, Blackberry.... Ich vermag auch nicht einmal ansatzweise ein Monopol zu erkennen. Sie haben sich ein Apple Produkt gekauft? Nun gut, entsorgen Sie es.
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