Journalismus "BuzzFeed" feiert Erfolg mit Katzenbildern und Nachrichten

Mit einer Mischung aus Katzenbildern, lustigen Listen und ernsten Nachrichten ist die US-Seite "BuzzFeed" erfolgreich: Firmenchef Jonah Peretti meldet Rekordzugriffe und sogar einen Gewinn für den Monat August.

"BuzzFeed": Listen und lange Artikel müssen sich nicht ausschließen

"BuzzFeed": Listen und lange Artikel müssen sich nicht ausschließen


Jonah Peretti ist mit seinem Online-Portal "BuzzFeed" höchst zufrieden. Im zurückliegenden Jahr hat die Seite offenbar ein rasantes Wachstum hingelegt. "BuzzFeed" begann als Sammlung von lustigen Webfundstücken und mehr oder weniger lustigen Listen. Mittlerweile gibt es auf der Seite, die ihre Artikel für das Teilen in sozialen Netzwerken optimiert, ebenso Politik- und Wirtschaftsnachrichten.

In einer Mitteilung an seine Mitarbeiter schrieb Peretti am Mittwoch, im August habe "BuzzFeed" einen Rekord verzeichnet: 85 Millionen einzelne Besucher hätten die Website angesteuert. Damit habe der Service seinen Zuspruch in Jahresfrist verdreifacht. In nur vier Jahren sei das Unternehmen auf 300 Angestellte angewachsen - und habe im August auch Profit erzielt.

Man sei inzwischen die Nummer eins im Bereich des Social Content Advertising, schreibt Peretti. Gemeint sind damit Werbeanzeigen, die sich in das weitere Angebot der Seite nahtlos einfügen. Während 2012 noch 265 entsprechende Kampagnen gefahren worden seien, würden es bis Ende 2013 bis zu 700 sein, für mehr als die Hälfte der Top-100-Marken.

Auch in Zukunft will Peretti am Geschäft mit Nachrichten verdienen, die entsprechende Sparte soll sogar erweitert werden. Der Ausbau des Longform-Ressorts ist geplant, dazu sucht "BuzzFeed" derzeit gezielt nach investigativen Journalisten.

Damit schafft Peretti etwas, woran traditionelle Medienhäuser vielfach scheitern, nämlich sein Geschäft weiter auszubauen. Während er den Nachrichten in gedruckter Form leicht spöttisch zum Renteneinstieg gratuliert, ist er mit seinem Portal zum Alptraum der Medienindustrie geworden, wie "paidContent" resümiert. Nicht genug, dass er profitabel arbeite, er schaffe sogar noch Wachstum und investiere weiter ins Nachrichtengeschäft.

Allerdings gibt es bei aller Experimentierfreude klare Grenzen. "BuzzFeed" werde auch in Zukunft keine TV-Shows produzieren und sich an Kabelnetzen oder Filmproduktionen beteiligen, so Peretti. Auch der Start eines eigenen sozialen Netzwerks oder die Einführung einer Bezahlschranke seien nicht vorgesehen.

meu



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