Cambridge-Analytica-Skandal Facebook zahlt Geldbuße in Großbritannien

Es sind nur 500.000 Pfund, doch auch diese geringe Geldbuße - verhängt von britischen Datenschützern - wollte Facebook zunächst nicht zahlen. Nun will das Unternehmen die Angelegenheit aber doch abschließen.
"Kein Schuldeingeständnis": Facebook

"Kein Schuldeingeständnis": Facebook

Foto: Stephen Lam/ REUTERS

Vor rund einem Jahr hatten britische Datenschützer gegen Facebook ein Bußgeld in Höhe von 500.000 Pfund (rund 580.000 Euro) verhängt. Sie sahen es als erwiesen an, dass der Konzern App-Entwicklern ohne rechtliche Basis Zugriff auf Kundendaten gewährt hatte.

Auslöser war der Datenskandal um Cambridge Analytica gewesen. Die Analysefirma hatte Facebook-Nutzerdaten von Aleksandr Kogan bekommen, der sie seinerseits über eine selbst entwickelte Persönlichkeitstest-App auf Facebook erhoben hatte. Was viele Teilnehmer nicht gewusst haben dürften: Die App sammelte auch Daten über ihre Facebook-Freunde.

Facebook hatte zunächst Einspruch gegen das Bußgeld eingelegt, nun aber doch der Zahlung zugestimmt. Das sei jedoch kein Schuldeingeständnis von Facebook, teilte die britische Behörde für Datenschutz und Informationsfreiheit, ICO, am Mittwoch mit.

Mit der DSGVO wäre ein höheres Bußgeld möglich gewesen

Das Bußgeld entspricht der damals möglichen Maximalstrafe, da es nach dem zum Tatzeitpunkt geltenden Datenschutzgesetz in Großbritannien bemessen wurde. Hätte bereits die europäische Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) gegriffen, wäre eine sehr viel höhere Geldbuße möglich gewesen.

Die britische Analysefirma Cambridge Analytica hatte die Daten von mindestens einer Million Briten gesammelt und für politische Zwecke verwendet. Facebook erklärte, man begrüße die Einigung und bedaure, sich 2015 nicht intensiver mit den Vorwürfen gegen Cambridge Analytica befasst zu haben.

pbe/Reuters