Drogen-Onlineshop Prozess gegen mutmaßliche Betreiber von "Chemical Revolution" beginnt

In Gießen stehen sieben Angeklagte vor Gericht, die an der Drogenhandelsplattform "Chemical Revolution" beteiligt gewesen sein sollen. Wegen der Corona-Abstandsregeln findet der Prozess in der Kongresshalle statt.
Der Fall "Chemical Revolution" wird in der Gießener Kongresshalle verhandelt

Der Fall "Chemical Revolution" wird in der Gießener Kongresshalle verhandelt

Foto: Boris Roessler/ dpa

Vor dem Landgericht Gießen hat der Prozess gegen sieben mutmaßliche Hintermänner des deutschlandweit größten aufgeflogenen Drogen-Onlineshops mit eigener Website begonnen. Die Angeklagten sollen in unterschiedlicher Beteiligung die Plattform "Chemical Revolution" zwischen September 2017 und Februar 2019 im offenen Internet sowie im sogenannten Darknet betrieben haben.

Die Anklage listet insgesamt 320 Taten auf. Vor Gericht sollen zunächst nur neun Fälle verhandelt werden. Es gehe um die ersten Handlungen und den Aufbau des Shops, sagte eine Sprecherin der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt.

Während der gut anderthalb Jahre, die der Shop bestand, soll die internationale Bande unter anderem mit Amphetamin, Cannabis, Ecstasy und Kokain gehandelt und dadurch Bitcoin im Wert von etwa einer Million Euro eingenommen haben. Von 130 Kilogramm Amphetamin, 42 Kilogramm Cannabis, 17 Kilogramm kristallinem MDMA, sechs Kilogramm Kokain, einem Kilogramm Heroin sowie "neuen psychoaktiven Stoffe" ist in der Anklage die Rede.

Die Drogen wurden laut Anklage in den Niederlanden beschafft, dann an verschiedenen Orten in Deutschland, darunter Hessen, gebunkert und weiterverkauft. Als Kopf der Gruppe gilt ein Mann aus dem Landkreis München mit letztem Wohnsitz auf Mallorca. Er wurde im Mai 2019 festgenommen, danach wurde der Shop abgeschaltet.

Zwei BKA-Sondereinheiten zur Bekämpfung schwerer und organisierter Kriminalität hatten die Ermittlungen vorangetrieben. Zwei Bandenmitglieder hatten gestanden, einer von ihnen hat geholfen, den Hauptbeschuldigten zu finden.

Insgesamt gibt es elf Angeklagte mit deutscher, polnischer, niederländischer und türkischer Staatsangehörigkeit. Gegen die anderen Männer wird aber zu einem späteren Zeitpunkt verhandelt.

Der Prozess vor dem Landgericht läuft voraussichtlich bis November. Wegen der Corona-Abstandsregeln findet er in der Gießener Kongresshalle statt.

pbe/dpa

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