Berichte über Angriffe auf US-Internetseiten China feuert mit neuer Cyber-Kanone

China geht im Kampf um die Hoheit im Netz in die Offensive, befürchten Forscher aus den USA und Kanada. Einem Bericht zufolge blockieren Zensoren der Volksrepublik nicht nur unliebsame Inhalte, sondern verfügen auch über eine neue Cyber-Waffe.
Die Startseite der chinesischen Suchmaschine Baidu (Archivbild): Datenströme umgeleitet

Die Startseite der chinesischen Suchmaschine Baidu (Archivbild): Datenströme umgeleitet

Foto: © Stringer China / Reuters/ REUTERS

Auf vielen Wegen verbannen chinesische Behörden unerwünschte Inhalte aus dem Netz - oder besser: Meist blockieren sie den Zugang dazu. All die Maßnahmen heißen im Westen oft "Great Firewall". Allerdings haben findige Nutzer immer wieder Schlupflöcher gefunden und die Regierungsfilter ausgetrickst.

Jetzt, so berichtet die "New York Times" , deutet einiges darauf hin, dass zur "Great Firewall" eine "Great Cannon" hinzugekommen ist, eine Art Angriffswaffe im Kampf um die Hoheit im Netz. Demnach hat China große Datenmengen umgeleitet, um Websites in den USA zu überlasten. Bei den attackierten Seiten handelt es sich um Dienste, die es chinesischen Nutzern ermöglichen, in ihrem Land blockierte Websites anzusteuern.

Forscher der University of California in Berkeley, US-Bundesstaat Kalifornien, und der University of Toronto in Kanada beschreiben die Funktion der "Great Cannon" in einem am Freitag veröffentlichten Bericht , vereinfacht gesagt, so: Es sei möglich, Datenströme aus dem Ausland abzufangen, mit Schadsoftware zu versehen und in großen Mengen gezielt umzuleiten.

Demnach sind Anfragen an die viel genutzte chinesische Suchmaschine Baidu umgelenkt und zur Überlastung auf die Programmierer-Seite GitHub und den Service GreatFire.org geschickt worden. Die Organisatoren von GreatFire.org spiegeln in China blockierte Seiten, damit sie für Nutzer in China wieder zugänglich sind.

Die "New York Times" zitiert einen Baidu-Sprecher mit den Worten, dass die Firma an etwaigen Angriffen nicht beteiligt sei und es keine Verletzungen der Baidu-Netze gegeben habe.

Die Forscher aus den USA und Kanada befürchten zudem, dass mit der "Great Cannon" noch mehr möglich ist - etwa das Ausspionieren von jedem, der im Netz auf Inhalte trifft, die von chinesischen Servern gehosted werden.

loe/otr
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