Internetdienste in China Regierung will Realnamen von Nutzern

Wer in China Internetdienste nutzt, soll sich künftig mit seinem Klarnamen registrieren müssen. Das fordert die Regierung. Als Benutzernamen sollen sich auch Pseudonyme wählen lassen - mit Einschränkungen.

Computernutzer in Shanghai: Bei chinesischen Diensten soll man sich ab März mit seinem Klarnamen registrieren müssen
REUTERS

Computernutzer in Shanghai: Bei chinesischen Diensten soll man sich ab März mit seinem Klarnamen registrieren müssen


Anbieter von chinesischen Internetdiensten sollen ab März durchsetzen, dass sich Nutzer mit ihrem Klarnamen registrieren. Von der Regelung betroffen seien zum Beispiel Blogs, Foren und Nachrichten-Netzwerke im Stil von Twitter, berichtet die "South China Morning Post".

Nutzer müssen demnach den Website-Administratoren ihren echten Namen mitteilen. Im Dienst selbst können sie unter Pseudonym und mit selbstgewählten Profilbild auftreten, schreibt die "Morning Post" mit Bezug auf Berichte chinesischer Medien.

Für die Selbstdarstellung in den Diensten gibt es allerdings Regeln: So soll es laut Xinhua, der Nachrichtenagentur der Regierung, bald nicht mehr erlaubt sein, Accounts unter dem Namen von Institutionen oder Prominenten anzulegen. Ebenso seien Namen verboten, die die nationale Sicherheit gefährden. Was die Regelung für bereits erstellte Online-Konten bedeutet, ist nicht bekannt.

Die chinesische Regierung rechtfertigt die Klarnamen-Registrierung damit, dass sie helfen würde, die Verbreitung unglaubwürdiger, falscher oder irreführender Informationen zu erschweren. Mit Benutzerkonten, die offizielle Regierungsaccounts nachahmten, seien in der Vergangenheit Gerüchte verbreitet worden.

Laut offizieller Darstellung betrifft die neue Regelung in erster Linie Internetprovider: Sie sollten künftig für "illegale" Inhalte verantwortlich gemacht werden können, fordert die Regierung. Daher müssten ihre Dienste verbessert und stärker kontrolliert werden.

Auf dem chinesischen Festland, für das die Klarnamen-Pflicht gilt, gibt es derzeit rund 650 Millionen Internetnutzer. Die meisten von ihnen greifen per Smartphone auf das Internet zu.

mbö



insgesamt 8 Beiträge
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nofreemen 05.02.2015
1. überfälliger Schritt
China machts vor.
gott777 06.02.2015
2. Tja,
dann bin ich Peter Olafson, Mark Thomsen, Olaf Meier.... ich kann viele Klarnamen haben... Das geht doch nur, wenn ich mich überall mit Ausweiskopie verifizieren muss..
animatiker 06.02.2015
3.
Wie schon seit Jahren Standard in Südkorea... dort immer unter Angabe und Verifizierung über die Resident Registration Number, die auch mit Fingerabdrücken und allem verbunden ist. Alles natürlich nur zum Zwecke der Gefahrenabwehr (Nordkoreanische Spione und so...). Selbst als Ausländer muss man seine Alien Registration Number angeben oder wenn man die nicht hat, eine Kopie seines Passes einschicken. (Wenn die Seite das denn zulässt und sich nicht nur Staatsbürger anmelden können.) Und da dort alles in der Hand von wenigen Unternehmen ist, werden bei einem Hack, wie vor wenigen Jahren geschehen, direkt mal Daten von einem Großteil der Bevölkerung gestohlen. Na ja, inzwischen kann man sich auch mit Handynummer verifizieren (die natürlich auch mit der RRN verbunden ist). Sowas kann also nicht nur das böse China. Aber das dient ja alles nur zu unserer Sicherheit. Und wir haben doch alle nichts zu verbergen, oder? Bin mal gespannt, wann es bei uns soweit ist.
Nonvaio01 06.02.2015
4. warum?
Zitat von nofreemenChina machts vor.
koennen sie das bitte begruenden, und wie woollen sie das bitte schoen pruefen?
Nonvaio01 06.02.2015
5. und das wird es nicht geben
Zitat von gott777dann bin ich Peter Olafson, Mark Thomsen, Olaf Meier.... ich kann viele Klarnamen haben... Das geht doch nur, wenn ich mich überall mit Ausweiskopie verifizieren muss..
ich geb doch keinem internet dienst wie FB Google oder SPON eine kopie meines ausweises.
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