Gefährdete Spezies Chinesische Influencerin grillt Weißen Hai – nun droht ihr eine Freiheitsstrafe

Die Videobloggerin Tizi hat fast acht Millionen Follower auf chinesischen Streamingplattformen. Eine Aufnahme, in der sie einen Weißen Hai verzehrt, rief jedoch die Polizei auf den Plan.
Weißer Hai: »Er sieht vielleicht bösartig aus, aber sein Fleisch ist echt sehr zart«

Weißer Hai: »Er sieht vielleicht bösartig aus, aber sein Fleisch ist echt sehr zart«

Foto: Helmut Fohringer/ dpa

In China hat sich eine Influencerin mit einem Video Ärger eingehandelt, weil sie einen Weißen Hai gegrillt und verzehrt hat. Gegen die unter dem Pseudonym Tizi bekannte Videobloggerin ermittle inzwischen die Polizei, erklärte die Landwirtschaftsbehörde in der südwestchinesischen Millionenstadt Nanchong. In China sind Weiße Haie eine geschützte Spezies, illegaler Besitz der Tiere kann mit bis zu zehn Jahren Freiheitsstrafe geahndet werden. Der illegale Erwerb kann mit bis zu fünf Jahren Haft bestraft werden, berichteten chinesische Medien.

Tizi folgen auf den Streamingplattformen Douyin und Kuaishou fast acht Millionen Nutzerinnen und Nutzer. Hier hatte sie ein Video veröffentlicht, auf dem sie einen zwei Meter langen toten Fisch auspackt, auf dem Boden platziert und sich dann neben ihn legt, um zu zeigen, dass er größer als sie selbst ist. Die Food-Bloggerin teilt den Fisch dann in zwei Hälften, mariniert und grillt ihn und gart den Kopf in einer Brühe. »Er sieht vielleicht bösartig aus, aber sein Fleisch ist echt sehr zart«, sagt Tizi schließlich und verspeist den Fisch.

Tizi will den Hai auf »legalem Weg« gekauft haben

Etliche Nutzer äußerten sich in Kommentaren unter dem Video empört. Die Polizei in Nanchong hatte am Sonntag bestätigt, dass es sich bei dem Tier im Video um einen Weißen Hai handelt. Die Videobloggerin sagte lokalen Medien, sie habe den Hai auf »legalem Weg« gekauft – was nach Angaben der Landwirtschaftsbehörde aber »nicht zu den Fakten passt«. Tizi hat das Video mittlerweile gelöscht.

Weiße Haie gelten nach der Klassifikation des Umweltschutz-Dachverbands International Union for Conservation of Nature (IUCN) als »gefährdet«. Weltweit wurden die Haipopulationen in den vergangenen Jahrzehnten dezimiert. Verantwortlich dafür waren insbesondere industrielle Langleinen-Fischerei und das sogenannte Hai-Finning, bei dem den Tieren die Rückenflosse abgetrennt wird und sie dann ins Meer zurückgeworfen werden.

pbe/AFP
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