Verdacht der sexuellen Nötigung US-Fahnder suchen den Waffenaktivisten Cody Wilson

Der Texaner Cody Wilson veröffentlicht Baupläne für Waffen aus 3D-Druckern - und wird weltweit bekannt. Jetzt sucht ihn die Polizei. Er soll eine Minderjährige für Sex bezahlt haben.

Cody Wilson
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Cody Wilson


In den Schlagzeilen war Cody Wilson in den vergangenen Monaten und Jahren häufig: Meistens ging es dabei um das Vorhaben des 30-Jährigen, Baupläne für Waffen aus dem 3D-Drucker ins Netz zu stellen. Ist das verboten oder legal, war die Frage sowie später: Darf Wilson die Pläne verkaufen?

Seit Mittwoch schreiben US-Medien nun erneut viel über Wilson, diesmal jedoch ist sein umstrittenes Engagement für Do-it-yourself-Waffen nur ein Randaspekt. Wilson wird nämlich von der Polizei in Austin, Texas, gesucht. Vorgeworfen wird ihm sexuelle Nötigung, im August soll er mit einer 16-Jährigen Sex gehabt und ihr anschließend 500 Dollar gegeben haben. Auch der United States Marshals Service bittet mit einem "Wanted"-Plakat um Hinweise zu Wilsons Aufenthaltsort.

In Texas endet das sogenannte Schutzalter mit 17 Jahren, das heißt: Sexuelle Aktivität mit jüngeren Menschen kann selbst dann rechtliche Konsequenzen haben, wenn das Ganze beidseitig gewollt ist. Die "Age of Consent"-Regeln sind je nach US-Bundesstaat unterschiedlich, vielerorts liegt die Grenze bei 16, anderswo auch bei 18 Jahren. Auf Wilson und die 16-Jährige aufmerksam geworden ist die Polizei laut eigenen Angaben durch den Hinweis einer nicht namentlich genannten dritten Person.

Rückflug aus Taiwan nicht angetreten

Wo sich Cody Wilson derzeit befindet, ist unbekannt. Zuletzt soll er sich in Taipei, Taiwan, aufgehalten haben. "Wir wissen, dass Mr Wilson häufig geschäftlich unterwegs ist", sagte ein Polizeivertreter auf einer Pressekonferenz - warum Wilson jedoch nach Taiwan gereist sei, sei unklar. "Wir wissen aber, dass er vor seiner Abreise von einer Freundin des Opfers informiert wurde, dass sie mit der Polizei gesprochen hatte und dass die Polizei gegen ihn wegen Sex mit einer Minderjährigen ermittelt."

Bekam Wilson also einen Tipp, dass gegen ihn ermittelt wird, und wollte vor der Polizei fliehen? Diese Frage lässt sich noch nicht beantworten, vom Pro-Waffen-Aktivisten selbst gibt es bislang keine Stellungnahme zum Thema. Fakt ist dagegen: Gegen Wilson liegt ein Haftbefehl vor und er hat laut Informationen der Polizei einen gebuchten Rückflug aus Taiwan in die USA nicht angetreten.

Über ein Onlineportal kennengelernt

Aus der Vernehmung des Mädchens ging nach Polizeiangaben hervor, dass Wilson sie über ein Portal namens "SugarDaddyMeet" kennengelernt haben soll. Wilson soll auch Nacktfotos mit ihr ausgetauscht haben. Mitte August sollen sich beide in einem Hotel in Austin getroffen haben, dessen schriftliche Aufzeichnungen der Polizei zufolge belegen, dass Wilson dort als Gast gemeldet war. Auch Überwachungskamera-Aufnahmen sollen belegen, dass die beiden gemeinsam vor Ort waren.

Taiwan hat keinen Auslieferungsvertrag mit den USA. Das Criminal Investigation Bureau, das in Taipei sitzt, sagte der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch, dass es in Sachen Wilson noch keine Anfrage aus den USA bekomme habe. Zunächst habe sich auch nicht klären lassen, ob sich der Texaner tatsächlich in Taiwan befinde, so die Agentur.

mbö/AFP/AP

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