Communities Facebook gegen Google

Das Online-Netzwerk Facebook schaltet nun selbst Werbung auf seiner Internetseite. Die Kontrahenten im Kampf um die Dominanz bei der nächsten Runde der Web-Werbung stehen damit fest: Facebook und Microsoft gegen Google und seine Community-Allianz OpenSocial.


Die Facebook-Anzeigen würden auf die Profile der Nutzer genau zugeschnitten, sagte Unternehmensgründer Mark Zuckerberg. Dieser Schritt war lange erwartet worden, insbesondere seit Facebook vor zwei Wochen eine Allianz mit Microsoft zur Vermarktung der eigenen Seiten einging. Da die Nutzer des sozialen Netzwerks viele Details über ihr Leben, ihre Ausbildung, ihre Tätigkeiten und ihre Hobbys angeben, kann die Werbung sehr zielgenau geschaltet werden. Vielen Marktbeobachtern gilt diese Werbeform als Zukunftsmodell, dem ähnlicher Erfolg beschieden sein könnte, wie die Suchmaschinen-Anzeigen, denen Google seinen gewaltigen wirtschaftlichen Erfolg verdankt. Google hat seinerseits eine Allianz geschmiedet, die dem Unternehmen langfristig Zugriff auf ähnliche Werbeformen auf anderen Netzwerken wie Facebook garantieren soll.

Die werbenden Unternehmen sollen laut Zuckerberg auf die Verbindungen der Facebook-Nutzer zurückgreifen können, die diese mit Freunden, Kollegen und Verwandten auf der Internetseite eingehen können. Auch habe das Unternehmen eine Schnittstelle geschaffen, über die werbende Firmen einen Einblick in die Aktivitäten der Facebook-Mitglieder gewinnen können. Diese Pläne hatten bereits im Voraus Datenschützer auf den Plan gerufen, die die Weitergabe von privaten Daten an Firmen als "Vertrauensbruch" gegenüber den Nutzern bezeichnen. Facebook äußerte sich auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP nicht zu der Frage, wie weitgehend die Profildaten interessierten Unternehmen geöffnet werden.

Es geht nicht nur darum, auf Profilseiten eingeloggter Nutzer direkt Anzeigen zu schalten, sondern auch um Werbebotschaften, die an Empfehlungen oder Nachrichten angehängt werden, die Facebook-Mitglieder untereinander austauschen. Facebook biete daher "eine neue Art der Werbung", sagte Zuckerberg: "Es geht nicht mehr um Botschaften, die von Unternehmen versandt werden, sondern immer mehr um Informationen, die Freunde austauschen." Soziale Beziehungen hätten eine sehr große Bedeutung, denn sie dienten als vertrauenswürdige Bezugspunkte, betonte der Facebook-Gründer. Dadurch könnten Menschen auf ihre Umgebung Einfluss ausüben.

Facebook ist vor drei Jahren als Studenten-Netzwerk gestartet, heute umfasst es 51 Millionen aktive Nutzer. Seine Mitglieder können sich nicht nur präsentieren, Inhalte erzeugen, diese austauschen und ihre Profile untereinander verknüpfen. Jedes Mal, wenn ein Facebook-Nutzer etwas tut, wird dies sogleich seinen Kontakten mitgeteilt, wodurch die Freunde am Leben der anderen virtuell teilnehmen können.

cis/AFP

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