Community-Klage Facebook-Gründer wehrt sich gegen Diebstahlsvorwurf

Ehemalige Studienkollegen von Facebook-Gründer Mark Zuckerberg behaupten, er habe die Idee für das erfolgreiche Studentenportal geklaut. In einem Prozess soll nun geklärt werden, ob das stimmt - Zuckerbergs Anwälte sprechen von einem "überholten Streit zwischen Studenten".


Die Betreiber einer weit weniger erfolgreichen Community-Seite namens ConnectU werfen Mark Zuckerberg vor, er habe sich die Idee für Facebook bei ihnen abgeschaut. Zuckerberg, so die Kläger, sei im Jahr 2003 von ihnen engagiert worden, um für ihre Webseite, die damals noch Harvard Connection hieß, zu programmieren. Er habe die versprochenen Arbeiten im Endeffekt aber nicht ausgeführt, sondern stattdessen den Domainnamen "Facebook" registrieren lassen und das Angebot gestartet, das heute über 30 Millionen registrierte Nutzer zählt.

Facebook im Blick: Ex-Kommilitonen verklagen Gründer Zuckerberg
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Facebook im Blick: Ex-Kommilitonen verklagen Gründer Zuckerberg

Heute wird vor einem Gericht in Boston eine Anhörung stattfinden. In der Klageschrift werden Zuckerberg Betrug, Urheberrechtsverletzungen, Vertragsbruch und Veruntreuung von Unternehmensgeheimnissen vorgeworfen.

Die Nachrichtenagentur AFP berichtet, die Anwälte des Facebook-Gründers würden auf Abweisung der Klage plädieren. Die Kläger hingegen fordern, Facebook müsse geschlossen werden. Außerdem solle ConnectU eine noch nicht spezifizierte Summe als Schadensersatz bekommen.

Facebook-Anwalt Steven Bauer betonte in einem Schreiben, es handele sich bei dem Fall um "nicht mehr als einen längst überholten Streit zwischen mehreren Harvard-Studenten". Keiner der an den damaligen Projekten Beteiligten habe Geld bekommen, jeder habe "unterschiedliche Interessen gehabt und Aktivitäten verfolgt". Nur Zuckerberg habe "eine ausreichend bedeutsame Idee gehabt, um ein großes Unternehmen aufzubauen".

Facebook hat in den vergangenen Monaten an Popularität gewonnen, seit die Betreiber die Plattform für externe Entwickler geöffnet haben, die innerhalb des Netzwerkes Anwendungen platzieren und auch an ihnen verdienen können. Lange Zeit war Facebook eine vor allem von Studenten genutzte Plattform, ähnlich wie das deutsche, von Facebook inspirierte StudiVZ. Inzwischen mausert sich das Angebot jedoch zu einem auch von anderen Gruppen frequentierten Netzwerk. Yahoo hatte im vergangenen Jahr eine Milliarde Dollar für Facebook geboten, Zuckerberg hatte sich aber geweigert, sein Unternehmen zu verkaufen. Auch andere Branchengiganten wie Microsoft sollen Interesse an der Plattform haben.

cis/AFP



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