USA Provider reichen 1,3 Millionen Copyright-Beschwerden an Kunden weiter

Große Internet-Anbieter in den USA verschicken Warnungen, wenn ihre Kunden beim illegalen Kopieren erwischt werden. 1,3 Millionen Hinweise wurden bereits verschickt. Dieses Jahr sollen es doppelt so viele werden.
Time Warner Cable: Fünf große US-Provider verschicken Copyright-Warnungen

Time Warner Cable: Fünf große US-Provider verschicken Copyright-Warnungen

Foto: AP/dpa

Provider und Rechteinhaber arbeiten in den USA zusammen, um Nutzer bei illegalen Downloads zu verwarnen. Das dafür zuständige Center for Copyright Information hat nun eine Bilanz der ersten zehn Monate gezogen (PDF-Datei) . Von zwei Millionen Rechtsverstößen, die Musik- und Filmstudios bei den Providern in dieser Zeit meldeten, kamen schließlich 1,3 Millionen bei den Kunden an.

Für das kommende Jahr erwartet die Organisation eine Verdopplung der Meldungen. Über 70 Prozent der Kunden wurden erstmals verwarnt. Insgesamt sieht das System sechs Warnstufen vor. Nach dem fünften Hinweis sollen die Provider Maßnahmen wie Tempodrosselung ergreifen, nach dem sechsten Alarm sollen Strafmaßnahmen einsetzen.

Laut dem Bericht gab es 265 Beschwerden gegen die Verwarnungen. In 47 Fällen konnten die Nutzer offenbar glaubhaft versichern, nicht für den illegalen Download verantwortlich gewesen zu sein. Das Center for Copyright Information will illegales Filesharing über Peer-to-Peer-Netzwerke eindämmen und Nutzern legale Alternativen aufzeigen.

In Deutschland gibt es bisher kein solches Warnmodell. Pläne, Nutzern nach einem wiederholten Urheberrechtsverstoß den Zugang zum Internet zu sperren, verschwanden vor zwei Jahren nach einer öffentlichen Diskussion wieder in der Schublade.

In Frankreich, wo ein solches Warnsystem 2010 eingeführt wurde, hat die Regierung mittlerweile Zweifel: Die Kosten für die Hinweise seien zu hoch, der Nutzen zu gering, urteilte eine von der Regierung eingesetzte Kommission. In drei Jahren waren gerade mal drei Fälle vor Gericht gegangen: Ein Beschuldigter musste 150 Euro zahlen, einer bekam eine Verwarnung, einer wurde freigesprochen.

ore/abr