Mehr Akkulaufzeit für Tablets Intel stellt nächste Prozessorgeneration vor

Schneller, stärker, sparsamer: Mit "Core M" hat Intel seine kommende Prozessorgeneration vorgestellt. Sie soll zunächst in Tablet-Rechnern zum Einsatz kommen und einen mächtigen Leistungsschub bringen.

Intel-Aufnahme zur Chipherstellung: Prozessoren der "Core M"-Serie vorgestellt
Intel

Intel-Aufnahme zur Chipherstellung: Prozessoren der "Core M"-Serie vorgestellt


Der amerikanische Hersteller Intel hat am Montag einen Ausblick auf seine nächste Mobil-Prozessorgeneration gegeben. Die Chipfamilie mit der Bezeichnung "Core M" soll eine bis zu doppelt so hohe Prozessor- und eine bis zu sieben Mal so hohe Grafikleistung wie bisherige Modelle bieten. Intel-Managerin Rani Borkar kündigte an, dass Geräte, die auf den Prozessoren aufbauen, die doppelte Akkulaufzeit erreichen könnten - mit Batterien, die nur halb so groß sind wie die heute üblichen.

Hinter dem versprochenen Leistungsgewinn steht Intels neues Prozessordesign mit dem Codenamen "Broadwell". Es sind die ersten Chips für den Massenmarkt, die mit der neuen 14-Nanometer-Prozesstechnik auf den Markt kommen. Intel hat dafür die Chips geschrumpft: Nur noch 14 Nanometer (nm) beträgt die Breite der einzelnen Mikrostrukturen im Chip. Bei der Vorgängergeneration "Haswell" betrug die Strukturbreite noch 22 Nanometer.

Die neuen Chips bieten einige Vorteile, etwa eine höhere Leistung bei geringerer Baugröße und einen geringeren Energieverbrauch. Letzterer kommt auch durch die Reduktion der sogenannten Thermal Design Power (TDP) zustande: Die Chips werden nicht mehr so heiß. Der Vorteil: Tablets können noch etwas flacher gebaut werden, Profi-Geräte wie das Surface Pro ohne Lüfter auskommen.

Die 14nm-Technologie kommt später als erwartet

Die Entwicklung der Technik soll laut Intel schwierig gewesen sein, zu viele Produktionsfehler verhinderten eine frühere Marktreife. Hardware-Experten unkten schon, Intel könnte die alte Prophezeiung des Mooreschen Gesetzes erstmals nicht einhalten. Intel-Mitgründer Gordon Moore hatte 1965 die Regel formuliert, dass sich die Komplexität von Prozessor-Schaltkreisen innerhalb bestimmter Zeitspannen regelmäßig verdoppeln würde - bei sinkenden Kosten. Im Falle der 14nm-Technologie hat dies fast nicht geklappt: Sie kommt etwa ein Jahr später als gedacht. 40 Millionen neue Tablets will Intel-Geschäftsführer Brian Krzanich noch in diesem Jahr mit Chips seiner Firma ausstatten.

Den am weitesten verbreiteten Mobil-Prozessoren auf Basis der ARM-Architektur Paroli zu bieten, ist ein ambitioniertes Ziel. Denn die Konkurrenz schreitet auch zügig voran: So stellte Nvidia kürzlich ein für Gaming-Anwendungen aufgerüstetes Tablet vor, dessen "Tegra-K1-Kepler"-Prozessor mit satten 192 Grafikprozessorkernen protzt.

Aber genau solche Spezialanwendungen spricht Intel mit seiner Neuentwicklung gar nicht an, das Unternehmen zielt auf die Bedürfnisse des durchschnittlichen Nutzers. "Es ist der pragmatischste Ansatz, den wir seit einer ganzen Weile gesehen haben", zitiert das "Wall Street Journal" den Analysten Bob O'Donnell.

Erste Mobilgeräte, die auf der "Broadwell"-Technik basieren, sind in der ersten Jahreshälfte 2015 zu erwarten. Prototypen wird Intel mit umsetzenden Herstellern auf der Internationalen Funkausstellung (IFA) im September in Berlin zeigen. Wer sie sich anschauen will, sollte die Messestände der Hersteller besuchen, die Intels Neuerungen meist als erste integrieren. Dazu gehören in der Regel Asus, Acer und Lenovo.

abr

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olaf_olafson 12.08.2014
1. Neues Macbook?
Nicht unwahrscheinlich, dass das erste Broadwell-Gerät das nächste Macbook Air bzw. ein neues lüfterloses Modell sein wird. Es wird zur Zeit über ein ultradünnes 12"-Gerät spekuliert. Letztes Jahr war das Macbook Air das erste Gerät mit Haswell und damit das erste Notebook, dass 12 Stunden mit einer Akkuladung auskam. Außerdem hat Apple ein recht gutes Verhältnis zu Intel und könnte als einziges Unternehmen Intel den Abkaut einer sehr großen Stückzahl fest garantieren. Die ganzen Hybriden (allen voran das Surface) haben ja immer noch vergleichsweise bescheidene Verkaufszahlen.
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