Der Künstler DER Ronaldo-Statue zeigt, warum man manchmal einfach nicht aufgeben darf

Denn seine neue Ronaldo-Büste ist unglaublich.
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Dieser Beitrag wurde am 31.03.2018 auf bento.de veröffentlicht.

Scheitern ist immer Mist – es vor den Augen aller Welt zu tun, ist noch viel schlimmer. 

So erging es Emanuel Jorge da Silva Santos. Er ist der Mann, der die ganze Welt mit einer, nun ja, nicht ganz originalgetreuen Statue von Fußballer Cristiano Ronaldo zum Lachen brachte: 

Was wohl die wenigsten Spötter wissen: Santos ist kein professioneller Bildhauer. Er arbeitete am Flughafen, kehrte Zigaretten auf und sammelte Trolleys ein, als er hörte, dass der Flughafen in Madeira nach der Fußball-Ikone umbenannt werden sollte. (Bleacher Report )

Weil Santos schon immer gern mit Ton gearbeitet hatte – nur zum Spaß – und weil er in seiner Heimatstadt schon ein öffentliches Denkmal von zwei Fischermännern in einem Boot geschaffen hatte, kam ihm sehr schnell die Idee: Er wollte Ronaldo mit einer Statue huldigen. Dass er noch nie eine Büste nach lebendem Vorbild verkauft oder etwas mit Bronze bearbeitet hatte – von solchem Kleinkram ließ er sich nicht abhalten. Also überzeugte er die Verantwortlichen beim Flughafen von der Idee.

Der Rest ist bekannt: Nach der feierlichen Zeremonie, bei der auch Santos großes Idol Ronaldo anwesend war, brach die Häme über die misslungene Statue aus, Medien aus der ganzen Welt beteiligten sich am Spott über das schiefe Lächeln der Büste. Santos ganze Familie war durch die negativen Kommentare, die Witze, den Hass, am Boden

Und das könnte das Ende der Geschichte gewesen sein – wenn nicht das US-amerikanische Sportmagazin "Bleacher Report" (BR) Santos gebeten hätte, es noch mal zu versuchen – und der Amateur-Künstler einwilligte.

Challenge accepted!

Der emotionale Film von BR zeigt nicht nur, wie Santos sich am Flughafen live den Kommentaren stellt, sondern auch, wie sehr die Sprüche ihn und seine Familie getroffen haben. 

Jedes Mal, wenn sie über die Zeit nach der Veröffentlichung der ersten Statue sprechen, kommen ihnen die Tränen. Kein Wunder – die Wucht der internationalen Aufmerksamkeit kann Medienprofis aus der Fassung bringen, von einer unbekannten Familie, die ihr Leben außerhalb der Öffentlichkeit lebt, ganz zu schweigen.

Obwohl er also gute Gründe hätte, die Finger von Ton im Allgemeinen und Cristiano-Ronaldo-Büsten im Besonderen zu lassen, schafft Santos eine zweite Statue und lässt den Prozess von BR filmen. 

Und das hat sich gelohnt: