Cyber-Angriff Hacker stehlen offenbar Daten von Militärs und CIA-Agenten

Die Spur führt angeblich nach China - und es geht um einen gigantischen Datensatz. Hacker haben bei einem erneuten Cyberangriff womöglich persönliche Details von US-Beamten abgeschöpft. Darunter sollen auch CIA-Leute sein.
Ministerium für Innere Sicherheit in Washington (Archivbild): Noch mehr Daten gestohlen

Ministerium für Innere Sicherheit in Washington (Archivbild): Noch mehr Daten gestohlen

Foto: dpa

Nicht nur das deutsche Parlament muss sich derzeit Gedanken über die Sicherheit seiner Computernetzwerke machen. Auch in den USA gibt es nun einen neuen Fall von Cyberkriminalität. Das Ausmaß ist enorm: Bei der Hackerattacke auf die Personalverwaltung der US-Regierung haben Angreifer einem Zeitungsbericht zufolge möglicherweise hochsensible Daten abgegriffen.

Wie die "Washington Post" berichtete, laufen Ermittlungen zu zwei verschiedenen Angriffen auf die Datenbank der Personalverwaltung, die "sehr sensible" Informationen enthalte.

Eine mit der Untersuchung vertraute Person sagte, die Ermittler vermuteten auch diesmal eine Verbindung nach China. Die Regierung in Peking wies die Vorwürfe zurück.

Die Nachrichtenagentur Associated Press meldete, die Hacker hätten Zugang zu Informationen erlangt, die von US-Geheimdienst- und Militärangehörigen zur Sicherheitsüberprüfung eingereicht worden seien. Der Regierungsvertreter konnte den Bericht nicht bestätigen.

Werden Beamte nun erpressbar?

Gespeichert sind dort demnach Informationen über das Privatleben und die Finanzlage von Regierungsmitarbeitern, ihre Familie, Freunde, Nachbarn und Auslandskontakte. Aber auch persönliche Details, wie etwa Drogenkonsum, sollen festgehalten worden sein. Da die Datenbank möglicherweise auch Angaben über CIA-Agenten enthalte, könnten diese von den Hackern enttarnt werden. Zudem, so die Befürchtung in Regierungskreisen, könnte das Datenleck dafür sorgen, dass betroffene Personen erpressbar würden.

Die US-Regierung hatte vergangene Woche mitgeteilt, bei der Cyberattacke auf die Personalverwaltung seien persönliche Daten von bis zu vier Millionen aktiven und ehemaligen Regierungsangestellten abgegriffen worden. Der Angriff wurde demnach bereits Ende 2014 vor der Einführung neuer Sicherheitssysteme verübt.

Wie der britische "Guardian" berichtet, könnte die Zahl der betroffenen aktiven und ehemaligen Regierungsangestellten allerdings deutlich über vier Millionen liegen. Von 9 bis 14 Millionen Betroffenen ist nun die Rede.

Auch das Visa-System liegt lahm

Die Gewerkschaft der Regierungsangestellten hatte am Donnerstag kritisiert, dass die Hacker wegen mangelhafter Sicherheitsvorkehrungen Daten aller Mitarbeiter der Bundesbehörden abgegriffen haben könnten. Die Personalverwaltung habe unter anderem die Sozialversicherungsnummern der Mitarbeiter nicht verschlüsselt.

Damit noch nicht genug der technischen Probleme: Das US-Außenministerium teilte am Freitag mit, dass es Schwierigkeiten bei Ausweis- und Visa-Systemen in Übersee gebe. Die Ursache war demnach noch nicht klar. "Wir arbeiten mit Hochdruck daran, das Problem zu beheben, und rechnen damit, dass das System bald wieder vollständig funktioniert", teilte das Ministerium mit.

jok/Reuters/dpa