Künstliche Intelligenz Bildgenerator DALL-E 2 ist jetzt offen für alle

Wer mit dem leistungsfähigen Text-zu-Bildgenerator DALL-E 2 interagieren wollte, brauchte viel Geduld, die Warteliste für die KI-Spielerei war lang. Nun hat Entwickler OpenAI den Zugang freigegeben.
Mit DALL-E 2 generierte Bilder: So ziemlich alles, was man sich vorstellen kann

Mit DALL-E 2 generierte Bilder: So ziemlich alles, was man sich vorstellen kann

Foto: Dall-E 2

Ein Otter am Laptop im Stil der italienischen Renaissance? Die Hamburger Skyline aus Zähnen und Papiervögeln? So ziemlich alles, was man sich vorstellen und in ein Textfeld tippen kann, können Bildgeneratoren mithilfe von sogenannter künstlicher Intelligenz (KI) in wenigen Momenten kreieren. Bislang war eine der bekanntesten Anwendungen, DALL-E 2 von OpenAI, jedoch nur eingeschränkt verfügbar und Künstlern und anderen Kreativen vorbehalten, die das System im Vorfeld testen konnten. Wer dabei sein wollte, musste sich auf eine Warteliste eintragen und brauchte viel Geduld.

Das ist nun vorbei: Wie OpenAI in einem Blogpost mitteilt, kann ab sofort jede und jeder mit dem Bildgenerator spielen . Die Registrierung mit E-Mail-Adresse und Passwort ist kostenlos, für das Zuschicken des Anmeldecodes braucht es eine Mobilfunknummer.

Mit den KI-basierten Bildgeneratoren der neuesten Generation, zu denen auch Stable Diffusion oder Midjourney zählen, kann man einfach per Texteingabe interagieren: Man teilt dem System möglichst genau mit, was man sehen will und in welchem Stil das Bild generiert werden soll, wenige Momente später zeigen die KI-Systeme völlige neue Bilder.

Generiertes Bild eines »Dia de los Muertos«-Altars: Ganz unumstritten ist die Technik nicht

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Foto: Dall-E 2

Ganz grenzenlos ist der Zugriff auf die ressourcenintensive Technologie allerdings nicht: Wer sich für DALL-E 2 anmeldet, kann 50 Bilder-Sets im ersten Monat erstellen, 15 kostenlose Credits für weitere Bilder gibt es in jedem weiteren Monat dazu.

Momentan sind alle erstellten Bilder unter einer öffentlichen Lizenz frei verfügbar und können geteilt oder heruntergeladen werden – doch unumstritten ist die Technik nicht. Und das nicht nur, weil sich aus Urheberrechtsperspektive ganz neue Fragen ergeben.

Fotorealistisches Bild einer schwimmenden Frau, generiert mit DALL-E 2: Filter gegen politische Inhalte, Gewalt und Nacktheit

Fotorealistisches Bild einer schwimmenden Frau, generiert mit DALL-E 2: Filter gegen politische Inhalte, Gewalt und Nacktheit

Foto: Dall-E 2

Auf seiner Website schreibt OpenAI, dass in der öffentlichen Version robustere Sicherheitsfilter eingebaut wurden. Sie sollen verhindern, dass Menschen die Technik missbrauchen – indem sie etwa Nacktbilder erstellen, Personen des öffentlichen Lebens verunglimpfen oder gewaltverherrlichende Inhalte generieren. Auch bestimmte politische Bilder wie »Proteste oder andere Inhalte, die zur Beeinflussung des politischen Prozesses oder für Kampagnen verwendet werden könnten« sind nicht erlaubt . Die Moderation geschehe bei OpenAI sowohl automatisch als auch durch Menschen, die Inhalte manuell kontrollieren. Zudem gibt es eine Meldefunktion für unangemessene Inhalte.

Im April 2022 stellte OpenAI DALL-E 2 erstmals der Öffentlichkeit vor. Ab Juli schaltete er nach und nach Menschen von der Warteliste frei, die erklärt hatten, warum sie Zugang zu DALL-E 2 haben möchten – zuletzt waren es rund 1,5 Millionen. In der Discord-Community  teilen jetzt schon weit über 100.000 Menschen ihre Kreationen. Die öffentliche Beta vom 28. September dürfte die Nutzerzahl noch einmal sprunghaft ansteigen lassen. Im nächsten Schritt will OpenAI Unternehmen und Entwicklern eine gerade noch in der Testphase befindliche Programmierschnittstelle  zur Verfügung stellen.

»Vor allem Künstler haben wichtige Beiträge zu den Funktionen von DALL-E geliefert«, schreibt Open AI. Eine neue Funktion namens »Outpainting«, bei der Bilder über die Ränder hinaus beliebig erweitert werden, können alle Nutzer heute schon ausprobieren.

Der Forschungsverband OpenAI wurde 2015 von Investoren wie Elon Musk und Start-up-Investor Sam Altman ins Leben gerufen und war ursprünglich eine reine Nonprofit-Organisation zur Erforschung von KI. Nach dem Einstieg von Firmen wie Microsoft wurde 2019 ein profitorientiertes Unternehmen namens OpenAI LT ausgekoppelt, das als Tochterfirma von der weiterhin gemeinnützigen OpenAI Inc. kontrolliert wird.

loc
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