Darknet So sieht der Schwarzmarkt für Corona-Impfstoff aus

750 Dollar pro Person – so viel verlangen Betrüger im Darknet für angebliche Covid-19-Impfstoffe. Das Sicherheitsunternehmen Check Point hat es auf einen Versuch ankommen lassen.
Bezahlen soll man in Bitcoin: Angebliche Covid-19-Impfstoffangebote im Darknet

Bezahlen soll man in Bitcoin: Angebliche Covid-19-Impfstoffangebote im Darknet

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Check Point

»1500 Dollar für vier Dosen«, genug für zwei Personen, so lautet das Angebot auf Telegram für einen chinesischen Covid-19-Impfstoff. Die Sicherheitsforscher von Check Point willigen ein, die Hälfte zu kaufen, für eine Person. Macht 750 Dollar, zahlbar in Bitcoin. Den Kontakt haben sie aus einem Darknet-Forum, und auch ihr Geld verschwindet im Dunkeln.

Als sie einige Tage nach der Bitcoin-Transaktion fragen, wann die Ware kommt, antwortet der Telegram-Kontakt noch, sie sei bereits versandt. Kurz darauf existiert der Account nicht mehr, und auch die Ware trifft nie ein.

Check Point war es das Geld wert. Das Unternehmen aus Israel hatte bereits im Dezember vor solchen Angeboten gewarnt . Mittlerweile, teilt Check Point mit, habe sich die Zahl der entsprechenden Werbeanzeigen vervierfacht, es gebe Hunderte vermeintliche Angebote. Die Preise für die angeblichen Impfstoffe haben sich derweil verdoppelt bis vervierfacht.

Offenbar rechnen Betrüger damit, dass manche Menschen aus Verzweiflung und Angst vor einer Infektion mit dem Coronavirus jeden Preis zahlen, um nicht länger auf ihre Impfung warten zu müssen.

Pro Person 14 Mal?

Lag der Preis im Dezember noch bei durchschnittlich 250 Dollar, so sind es Check Point zufolge mittlerweile 500 bis 1000 Dollar, wobei die Angaben zur Dosierung wild schwankten. Ein Anbieter erklärte, der von ihm verkaufte Impfstoff müsse pro Person 14 Mal verabreicht werden, was zu keinem bekannten Covid-19-Impfstoff passt.

Ursprünglich seien die meisten Impfstoffe ohne Nennung des Herstellers oder sonstiger Details angeboten worden, heißt es: Allenfalls »made in China« war zu lesen. Mittlerweile würden die meisten Anbieter aber mit einem angeblichen Zertifikat der US-Gesundheitsbehörde FDA werben.

Einem Bericht von »Vice«  zufolge gab es schon Anfang Dezember betrügerische Versuche, mit dem Impfstoff von Biontech und Pfizer Geld zu machen. Doch die Anbieter konnten zu dem Zeitpunkt nicht beweisen, dass sie ihn wirklich zur Verfügung haben. Stattdessen schickte einer von ihnen ein Stockfoto als Beleg, auf dem ein mit »Coronavirus Impfstoff« beschriftetes Fläschchen zu sehen war.

30.000 Dollar für angeblich 10.000 Dosen

Neu ist nach Angaben von Check Point, dass manche Verkäufer bis zu 10.000 Dosen pro Bestellung anbieten, genug für 5000 Menschen. Der Preis: 30.000 Dollar.

Angeblicher Impfstoff für 500 Dollar

Angeblicher Impfstoff für 500 Dollar

Foto: Check Point

Das Unternehmen rät: »Wenn es zu gut klingt, um wahr zu sein, ist es das wahrscheinlich auch.« Der Versuch, einen Impfstoff gegen Covid-19 im Darknet zu erwerben, werde eher nur eines bewirken: »das Schrumpfen Ihres Bankguthabens.«

pbe
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