Soziale Netzwerke Das Fukushima der Konservativen im Internet

Konservatismus ist die Kunst, sich selbst mit der Welt zu verwechseln, schrieb Sascha Lobo in seiner Kolumne. Das führe im Internet zwangsläufig zu Kollisionen. Im Podcast reagiert er auf Leserkommentare.

Jetzt bloß keinen Witz mit "CDU" und "angestaubt" machen ...
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Sascha Lobo: der Debatten-Podcast #97 - Rezo und die Folgen: Konservative Katastrophenkaskaden

Die digitale Vernetzung habe "den klassischen Konservatismus in eine umfassende Krise gestürzt", diagnostizierte Sascha Lobo in seiner jüngsten Kolumne "Konservative Katastrophenkaskaden". Die Nutzer der sozialen Netzwerke, aber auch der rasend schnelle Wandel der Welt an sich würden immer wieder entlarven, "dass ein guter Teil des konservativen Beharrens auf Werten doch nur das Festhalten an lieb gewordenen Gewohnheiten und Privilegien war".

Jens Spahn habe das im Prinzip schon 2018 mit einem Satz auf den Punkt gebracht: "Konservativ zu sein heißt, die Geschwindigkeit von Veränderungen so zu reduzieren, dass sie erträglich sind." Das funktioniert laut Lobo immer dann besonders schlecht, wenn die Realität "andere Pläne hat".

In seinem Podcast greift Lobo einige Zuschriften seiner Leserinnen und Leser auf.

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insgesamt 10 Beiträge
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Dr. Kilad 16.06.2019
1. Womit Sie sich auch mal auseinandersetzen sollten
Der Historiker Robert O. Paxton hat sehr nachvollziehbar nachgewiesen, dass es die deutschen Konservativen waren, die maßgeblich die NSDAP an die Macht brachten (vgl. "Anatomie des Faschismus"). Beim deutschen Faschismus spielten die Konservative eine zentrale Rolle. Sollte man sich nicht auch mit dieser Seite des Konservatismus auseinandersetzen?
herr_unmut 16.06.2019
2. @ Dr. Kilad
Der Konservatismus auf den Sie sich beziehen, ist ein anderer als heute. Der damalige Konservative war allgemein kaisertreu-monarchistisch orientiert und misstraute der neu geschaffenen Republik aufs tiefste. Die Christdemokraten heute sind eine Fortsetzung der Zentrums-Partei und sind wertekonservativ. Sie gelten eigentlich nicht im deutschen politischen Spektrum als rechts. Die Formel "nichts rechts von der CSU" war schon immer ausgemachter Unsinn. Dagegen allein sprechen schon der Ordo-Liberalismus, die katholische Soziallehre und das klare Bekenntnis zur Bundesrepublik. Auch wenn einzelene Vertreter der Union ein Demokratieverständnis haben, dass es einen gruselt.
HWRH 16.06.2019
3. Die Welt braucht
keine Konservativen, sie braucht dringend Fortschrittlichen Geist, Inovation, konstruktives Denken, Mutt altes bestehendes zu überdenken, mehr Demokratie wagen. Diesen laufenden Neoliberalismus zu analysieren und endlich eine Politik für die Gesellschaft und nicht für Mövenpick.
isnotnull 16.06.2019
4. Ganz dünnes Eis, Sascha..
Wenn ich wissen möchte was Katholizismus ist, dann frage ich zuallererst einen Katholiken. Sollte das nicht möglich sein, würde ich nach einschlägiger Literatur ausschauen und vielleicht auch Wiki konsultieren. Was ich auf gar keinen Fall zuerst tun würde: Mit anderen Nichkatholiken eine Definition zu erarbeiten in dem ich das Verhalten von Bischöfen analysiere. Jedenfalls nicht, wenn ich seriös bleiben will. Kann es sein, das ihr heute ganz böse vom Thema abgedriftet seid?
bpcm 16.06.2019
5. Die Verwendung von Dumm
Bei aller Hochachtung davor, wie Sie auf bewussten Sprachgebrauch achten; bei Ihrer Kritik an der Wortwahl "Dumm" sind Sie meines Erachtens über das Ziel hinausgeschossen. Es mag sein, dass "Dumm" von einigen auch genutzt wird, um Behinderte herabzuwürdigen, aber zuallererst muss man anerkennen, dass das Wort für 98% der Leute eine völlig normale Herabwürdigung ohne Bezug zu Behinderten ist und auch kein unmittelbarer sprachlicher/etymologischer Zusammenhang zu Behinderten besteht. Das merkt man auch sehr gut daran, dass das Wort genauso für Konzepte, Ideen, Handlungen verwendet wird – insbesondere auch im selbstreflektivem Kontext ("Ok; das war eine dumme Idee" usw.) Bei Formulierungen wie "schwachsinnig" oder "auf dem Rechten Auge blind" etc. wäre der Einwand deutlich nachvollziehbarer, aber nur weil manche Menschen "Dumm" (oder generell diverse andere Worte) auch gegen Behinderte verwenden, wird das Wort nicht automatisch auch behindertenfeindlich – das sind erstmal im Zweifel nur die Menschen. Wenn ich jetzt bspw. anfangen würde, alle Epileptiker aufgrund ihrer Behinderung als "Dackel" zu beleidigen, wäre ich zwar ein Arsch, aber "Dackel" würde dadurch nicht automatisch behindertenfeindlich. Deshalb müsste ein Wort meiner Ansicht nach von nicht-unerheblichen Bevölkerungsanteilen als Gruppenbezogene Herabwürdigung verwendet werden oder es müsste ein sprachlicher/geschichtlicher/etc. Zusammenhang bestehen, durch den sich eine Verwendung verbietet. Beides ist bei "Dumm" eigentlich nicht gegeben. Ob die Verwendung des Konzepts "Dummheit" hier legitim war, ist nochmal eine andere Frage; da würde ich Ihnen zustimmen.
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