Daten-Debakel Facebook verzichtet auf Endlos-Datennutzung

Volle Kehrtwende: Das soziale Netzwerk Facebook wollte per AGB-Änderung Nutzerdaten für immer speichern. Der Protest war enorm, am Montag rechtfertigte Facebook-Boss Zuckerberg das Projekt noch, nun gibt er zu: Die Hauruck-Methode war falsch.

Der Dienstag war ein harter Tag für Facebook-Chef Mark Zuckerberg: Am Wochenende hatte das Blog der US-Verbraucherschutzgruppe Consumers Union die neuen Facebook-Nutzungsbedingungen in einem Kommentar zerpflückt. Titel: "Wir können mit euren Daten machen, was wir wollen. Für immer."

Am Montag tobten die Nutzer empört im Web und auf Facebook, am Dienstag erklärten Juristen SPIEGEL ONLINE, die neuen Nutzungsbedingungen dürften hierzulande sogar nichtig sein. Ein AGB-Vergleich zeigte, dass in Deutschland kein Anbieter so weit geht wie Facebook.

Am Montag hatte Zuckerberg die Änderungen noch verteidigt, Dienstagnacht knickt er ein.

In einem Eintrag im Facebook-Firmenblog  (zwischenzeitlich offline, aber im Google-Cache  zu finden) erklärt Zuckerberg um 22.17 Uhr: "Wir haben unsere Nutzungsbedingungen auf den alten Stand zurückgesetzt, was die meisten Menschen von uns verlangt haben und was uns auch unabhängige Experten empfohlen haben."

Zu einer Entschuldigung kann Zuckerberg sich nicht durchringen. Aber immerhin: Nun scheint die Firma, die davon lebt, dass Menschen sich hier sicher und heimisch fühlen, erkannt zu haben, dass man vielleicht die Meinung dieser Menschen beachten sollte.

Zuckerberg: "Wir haben uns entschieden, einen neuen Ansatz zu wählen, um unsere Nutzungsbedingungen weiterzuentwickeln."

Die nächste Fassung der Bedingungen werde eine komplette Überarbeitung sein, bei der "Facebook-Nutzer viel Einfluss auf die Gestaltung haben werden".

Die Firma hat dafür nun eine eigene Facebook-Gruppe eingerichtet, wo Mitglieder ihre Fragen, Anregungen und Forderungen äußern sollen. Zuckerbergs Aufforderung an die Nutzer: "Ich freue mich, Ihre Anregungen zu lesen."

lis
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