Neue Nutzungsregeln Facebook will mit Fotos Minderjähriger werben

Wenn Minderjährige Facebook nutzen, darf der Konzern ungefragt ihre Profilfotos und Namen in Anzeigen nutzen. So steht es in Facebooks neuen Nutzungbedingungen. US-Datenschützer sind empört.
Facebook-Nutzer: Erneute Änderung der Nutzungsbedingungen

Facebook-Nutzer: Erneute Änderung der Nutzungsbedingungen

Foto: DADO RUVIC/ REUTERS

Facebooks Pläne für neue Nutzungsbedingungen alarmieren nun auch die US-Datenschützer. Sechs große Datenschutzorganisationen haben Beschwerde bei der US-Handelskommission FTC eingelegt. Sie führen an, Facebook verstoße mit seinen geänderten Nutzungsbedingungen gegen eine Vereinbarung aus dem Jahr 2011. In der war festgehalten worden, dass Namen und Bilder von Netzwerk-Mitgliedern nicht ohne ihre Zustimmung zu Werbezwecken genutzt werden dürfen.

Genau das erlaubt sich Facebook nun generell. Nach den neuen Bedingungen gibt jedes Mitglied Facebook durch die bloße Nutzung die Erlaubnis, seinen Namen und sein Profilbild als Werbung nutzen zu dürfen. Der US-Konzern will Reklame auch nicht immer als Werbung deklarieren. Besonders ärgert die US-Datenschützer, dass Facebook sich diese Rechte auch für Minderjährige herausnimmt.

In Facebooks neuen Nutzungsbedingungen  heißt es im Abschnitt zu Werbung:

"Solltest du jünger als achtzehn (18) Jahre alt sein bzw. gemäß einer anderen gesetzlichen Altersgrenze als minderjährig gelten, versicherst du, dass mindestens ein Elternteil bzw. Erziehungsberechtigter den Bedingungen dieses Abschnitts (sowie der Verwendung deines Namens, Profilbildes, deiner Inhalte und Informationen) in deinem Namen zugestimmt hat."

Hier will Facebook mit einem Textabschnitt die Rechte von Minderjährigen und ihren Erziehungsberechtigten aushebeln. Das nennen US-Datenschützer laut "Financial Times " "schändlich". Diese Art der Einwilligung mache jede Art der Begrenzung kommerzieller Nutzung der Bilder oder Namen junger Facebook-Mitglieder bedeutungslos, heißt es in dem Schreiben an die Handelskommission weiter. Das aber stehe im Widerspruch zur Haltung der FTC, dass Teenagern zusätzlicher Schutz der Privatsphäre zustehe.

Facebook verteidigt die geplanten Änderungen. Inhaltlich habe sich nichts geändert: "Wir haben die Dinge nur klarer für die Leute gemacht, die unseren Dienst nutzen", erklärte Facebook. Das stimmt allerdings nicht: Die Erlaubnis für das Werben mit Fotos und Namen Minderjähriger findet sich in den aktuell geltenden Nutzungsbedingungen nicht.

lis/meu