Datenschutz Liebe Leserin, lieber Leser,

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Datenschutzpannen können für Unternehmen mittlerweile richtig teuer werden: Die vor knapp einem Jahr zur Anwendung gekommene Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) sieht bei schweren Verstößen Geldbußen von bis zu 20 Millionen Euro vor. Theoretisch sind sogar Milliardensummen vorstellbar, da ein Bußgeld auch bis zu vier Prozent des weltweiten Umsatzes des vorangegangenen Geschäftsjahres betragen kann.

Einige Firmen, aber auch Vereine, Schulen oder Arztpraxen haben diese Drohszenarien ziemlich verunsichert, wie ich vergangene Woche unter der Überschrift "Ein Jahr nach dem Weltuntergang" berichtete: Da wurden dann schon mal die Gesichter von Kita-Kindern in Erinnerungsmappen geschwärzt oder langjährige Patienten in ihrer Arztpraxis zu unnötigen Unterschriften gedrängt.

Die "Welt am Sonntag" hat derweil recherchiert , wie viele und wie hohe Bußgelder die deutschen Datenschützer bisher verhängt haben: Alle Bundesländer außer Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen gaben dazu Auskunft. In Deutschland gab es demnach bislang in mindestens 75 Fällen DSGVO-Bußgelder, in einer Durchschnittshöhe von 6000 Euro.

Das höchste Bußgeld (80.000 Euro) stammt aus Baden-Württemberg, die meisten Sanktionen (36) gab es in Nordrhein-Westfalen. Insgesamt addieren sich die bisher bekannten Bußgelder laut "Welt am Sonntag" auf 449.000 Euro, sie wurden allesamt in den sechs Ländern Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Berlin und Hamburg sowie dem Saarland ausgesprochen. Sechsstellige oder gar Millionenbußgelder gab es in Deutschland bislang nicht.

Dass solche Summen aber mehr sind als theoretische Optionen, hat bereits Frankreichs nationale Datenschutzbehörde gezeigt, die Commission Nationale de l'Informatique et des Libertés (CNIL): Sie hat Google im Januar zu einer Geldbuße in Höhe von 50 Millionen Euro verdonnert - eine Entscheidung, gegen die sich Google juristisch zur Wehr setzt .

Von den möglichen vier Prozent des weltweiten Jahresumsatzes ist der Fall Google übrigens meilenweit entfernt. Im Jahr 2018 erzielte die Google-Mutter Alphabet einen Umsatz in Höhe von 136,8 Milliarden Dollar, der größte Teil davon entfiel auf Google.

Seltsame Digitalwelt: Zielen lernen im Urlaub

Zwei Fernseher sind besser als einer: Das dachten sich wohl die Betreiber eines griechischen Hotels, in dem ich kürzlich ein paar Tage verbrachte. Und ja, als ich einmal Fußball schauen wollte und meine Begleitung etwas anderes, erwies sich dieses mir neue Raumkonzept als wirklich praktisch.

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Die Umsetzung hatte jedoch auch einen gravierenden Nachteil. Die Fernseher waren so nahe beieinander angebracht, dass man vom Bett aus mit jeder der beiden Infrarotfernbedienungen auch das andere Gerät beeinflussen konnte. So kam es vor, dass ich spätabends den einen Fernseher ausschalten wollte, dabei aber auch den anderen, zuvor bereits ausgeschalteten wieder zum Leben erweckte. Schnell gab es daher ein neues Minispiel in meinem Urlaub: professionelles Richtig-mit-der-Fernbedienung-Zielen.

App der Woche: "Grimvalor"
getestet von Tobias Kirchner

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"Grimvalor" ist ein Action-Rollenspiel, das mit aufwendigen Animationen und schönen Umgebungen auffällt - für ein Smartphone-Spiel sieht es ziemlich schick aus. Wie für das Genre üblich, kämpft sich der Held durch Monsterhorden, steigt Level um Level auf und sammelt neue Gegenstände und Waffen, die ihn stärker machen. Die auswechselbare Fantasy-Geschichte rückt dabei eher in den Hintergrund.

Trotz seines spielerischen Tiefgangs bietet sich das Spiel auch für zwischendurch an: Dank der guten Steuerung sind Bewegungen und Angriffe schnell und einfach zu kontrollieren. Das erste Kapitel kann in einer kostenlosen Testversion gespielt werden.

Kostenlose Testversion, komplettes Spiel für 6,99 Euro: iOS , Android 


Fremdlink: Drei Tipps aus anderen Medien (re:publica-Edition)

  • "The Kids are Alt-Right. Wie die Neue Rechte Influencer erschafft und nutzt " (Video, 31 Minuten)
    Manche Neurechte versuchen, über Plattformen wie Instagram selbst zum Pop-Phänomen zu werden. Mal wird dafür im Video gekocht, mal der Musikhit einer bekannten YouTuberin parodiert. Welche Strategie dahintersteckt und wer in der Szene von Bedeutung ist, beleuchten Patrick Stegemann und Sören Musyal in dieser Präsentation von der Netzkonferenz re:publica.
  • "Falsche Fakten, gierige Griechen: Best-/Worst-of 15 Jahre BILDblog " (Englisch, 56 Minuten)
    Moritz Tschermak und Lorenz Meyer haben im Team des "Bildblog", das sich Fehlern in der "Bild" und anderen Medien widmet, schon einiges erlebt. In diesem re:publica-Vortrag zeigen Tschermak und Meyer die Lieblingsbeiträge des "Bildblog"-Teams, inklusive "Bild"-Zeilen wie "Liegt da ein abgehacktes Bein auf dem Mars?" und "Deutscher Erfinder kann aus Katzen Benzin machen".
  • "Instaball - Likes statt Tore " (Website mit interaktiven Grafiken)
    Clemens Kommerell und Jakob Fuchs, zwei Berliner Studenten, haben die Instagram-Aktivitäten aller Bundesligaspieler durchleuchtet - ein spannendes Projekt, zu dem wir am vergangenen Mittwoch bereits ein Interview veröffentlicht haben. Auf der Website von "Instaball" lässt sich mit wenigen Klicks herausfinden, wie der eigene Lieblingsspieler mannschaftsintern und innerhalb der Liga vernetzt ist.

Ich wünsche Ihnen eine schöne, bußgeldfreie Woche

Markus Böhm

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