Aufruf zur "Datenspende" Googeln für die Wissenschaft

Wenn Sie per Google suchen, sehen Sie dann dieselben Ergebnisse wie Ihre Kollegen? Welche Themen zur Bundestagswahl rangieren bei Google oben? Das möchten Wissenschaftler erforschen - und bitten um Ihre Hilfe.
Blau - rot - gelb - blau - grün - rot

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Suchmaschinen haben einen Einfluss darauf, welche Informationen wir wahrnehmen. Welche Informationen wir wahrnehmen, hat wiederum Einfluss auf unsere politische Haltung. Unsere politische Haltung hat Einfluss auf die Wahlen. Es gilt zu eruieren, wie groß der Einfluss der Suchmaschinen auf die politische Meinungsbildung ist. Und welchen Unterschied sie zwischen ihren Nutzern machen.

Die Forscher von AlgorithmWatch wollen das herausfinden und starten unter dem Titel "Datenspende: Google und die Bundestagswahl 2017" ein Crowdsourcing-Projekt. Und sie bitten Internetnutzer um Mithilfe.

Wie kann man mitmachen?

Freiwillige werden gebeten, sich eine für das Forschungsprojekt entwickelte Erweiterung (auch Plug-in oder Add-on genannt) für den Chrome- oder den Firefox-Browser herunterzuladen und zu installieren. Damit werden automatisch mehrere Male am Tag von Ihrem Rechner aus Suchanfragen gestartet und deren Ergebnisse an die Forscher gesendet. Ihre eigenen Suchanfragen werden selbstverständlich nicht gespeichert. Es geht nur um stationäre Nutzung, eine mobile Version gibt es nicht.

Hier bekommen Sie die Erweiterungen: Plug-in für Chrome  oder Plug-in für Firefox 

Was passiert dann?

Mit dem Plug-in erlauben Sie AlgorithmWatch, alle vier Stunden über ihren Browser Suchanfragen an Google und Google News zu schicken. Das geschieht nur, wenn Ihr Rechner eingeschaltet und der Browser geöffnet ist. Wenn der Suchvorgang beginnt, geht bei Ihnen ein kleines Browser-Fenster auf. Das nervt kurz, ist aber leider nötig, um die Suchanfragen möglichst realitätsnah durchzuführen. Das Fenster schließt sich nach etwa einer Minute wieder. Der gesamte Vorgang läuft automatisch ab. Die ersten Seiten mit den Suchergebnissen werden an die Forschungsinitiative versendet. Je mehr Nutzer helfen, desto bessere Ergebnisse wird es geben.

Wonach wird denn da gegoogelt?

Nach folgenden Namen von Politikern und Parteien:

  • Angela Merkel
  • Martin Schulz
  • Christian Lindner
  • Katrin Göring-Eckardt
  • Cem Özdemir
  • Sahra Wagenknecht
  • Dietmar Bartsch
  • Alice Weidel
  • Alexander Gauland
  • CDU
  • CSU
  • SPD
  • FDP
  • Bündnis90/Die Grünen
  • Die Linke
  • AfD

Da sich Parteivorsitzende oder Kanzlerkandidaten ändern können, wird die Liste im Laufe des Projekts gegebenenfalls noch entsprechend angepasst.

Wozu das Ganze?

"Tatsächlich wissen wir sehr wenig darüber, wie sie Informationen gewichten und anzeigen", so die Forscher von AlgorithmWatch, "aber Suchmaschinen sind so zentral für unser Zusammenleben, dass wir eine Möglichkeit brauchen, sie unabhängig zu überprüfen." Personalisiert Google Suchergebnisse? Sehe ich etwas anderes als meine Nachbarn? Wie verändern sich Ergebnisseiten? Welche Medien und Themen haben Konjunktur bei Google News? Solche Fragen sollen beantwortet werden.

Welche meiner Daten werden für das Projekt verwendet?

Private Angaben von Ihnen werden nicht gespeichert. Gespeichert wird die Identifikationsnummer des Plugins (ID) sowie Ihr ungefährer Standort, also der Stadt- oder Ortsname, der anhand der IP-Adresse bestimmt wird. Die IP-Adresse selbst wird nicht gespeichert. Ebenfalls wird aufgezeichnet, ob Sie während der Suchanfrage bei Google eingeloggt waren - aber nicht, mit welcher Identität! Falls Sie angemeldet sind, wird den Forschern der Name des Kontoinhabers also nicht mitgeteilt. Schließlich wird dann pro Suchbegriff die erste Ergebnisliste (Search Engine Result Page, SERP) der klassischen Google-Suche sowie von Google News gespeichert. Bei etwa 15 Suchbegriffen werden pro Suchlauf ungefähr 30 Ergebnisseiten mit insgesamt etwa 600 Links gespeichert.

Was passiert mit den Ergebnissen?

Die gesamten Daten inklusive der Identifikationsnummern werden nach Ende des Projekts veröffentlicht. Selbst anhand der Identifikationsnummer lassen sich weder Rückschlüsse auf ihre Person noch ihr Surfverhalten ziehen.

Wer steckt hinter dem Projekt?

Das Projekt ist eine Kooperation von AlgorithmWatch mit den Landesmedienanstalten Bayern (BLM), Berlin-Brandenburg (mabb), Hessen (LPR Hessen), Rheinland-Pfalz (LMK), Saarland (LMS) und Sachsen (SLM) sowie der Technischen Universität Kaiserslautern.

SPIEGEL ONLINE ist Medienpartner und wird vor der Bundestagswahl über die Ergebnisse des Projekts berichten.

Wie lange läuft das Projekt?

Am 30. September 2017, eine Woche nach der Wahl, stellt das Plug-in automatisch die Arbeit ein. Sie müssen es aber manuell deaktivieren bzw. deinstallieren. Das können Sie auch jederzeit tun, wenn Sie nicht mehr mitmachen möchten: Sie gehen einfach in Ihrem Browser ins Menü Erweiterungen/Add-ons und deaktivieren oder deinstallieren das Add-on.

Mit wem teilt AlgorithmWatch die Projektdaten und die Software?

Auf den vollständigen Datensatz haben außer AlgorithmWatch nur Forscher der Universität Kaiserslautern unter Leitung von AlgorithmWatch-Mitgründerin Katharina Anna Zweig Zugriff. Den Quellcode für das Plug-in finden Sie hier .

Hier bekommen Sie die Erweiterung: Plug-in für Chrome  oder Plug-in für Firefox 

Alle Informationen rund um das Projekt finden Sie auf der Webseite zum Datenspende-Projekt .

juh