David Eagleman Wie das Internet die Zivilisation retten kann

7. Teil: Energieersparnis


Manchmal wird behauptet, dass der Zusammenbruch einer Gesellschaft in Begriffen der Energie ausgedrückt werden kann: Wenn die Energieausgaben anfangen, die Energieeinnahmen zu übersteigen, kommt es zum Zusammenbruch. Das Internet geht das Energieproblem mit natürlicher Leichtigkeit an. Betrachten wir die enormen Energieeinsparungen, die mit dem Übergang von der regulären Post zur E-Mail verbunden sind. Vor einem Jahrzehnt noch wurde Information nicht in Gigabytes, sondern in Kubikmetern von Aktenschränken angehäuft. Es könnte sein, dass der technologische Wandel vom Papier zu Elektronen über die Bequemlichkeit hinaus für die Zukunft entscheidend ist. Natürlich gibt es Energiekosten für die Anhäufung von Computern, die dem Internet zugrunde liegen, aber diese Kosten sind weit geringer als die Wälder, Kohlebecken und Ölvorräte, die für dieselbe Menge von Informationsfluss aufgewendet werden müssten.

Das Gewirr von Ereignissen, die einen Zusammenbruch der Gesellschaft auslösen, kann komplex sein, und es gibt mehrere existentielle Bedrohungen, gegen die das Internet nichts ausrichtet. Dennoch scheint es, dass eine ausgedehnte, vernetzte Kommunikation als Gegengift für mehrere der verbreitetsten und tödlichsten Krankheiten der Zivilisation dienen kann. Beinahe zufällig verfügen wir jetzt über die Fähigkeit zur Selbstquarantäne, zur Speicherung von Wissen, zur Beschleunigung des Informationsflusses, zur Verringerung der Zensur, zur Realisierung des Humankapitals und zur Einsparung von Energieressourcen. Wenn also nächstes Mal ein Mitarbeiter über Internetsucht, die Banalität von Tweets oder den Niedergang von persönlichen Gesprächen klagt, werde ich zuversichtlich darauf hinweisen, dass das Internet - auch mit all seiner auffälligen Verschwendung - doch genau diejenige Technik sein könnte, die uns rettet.



insgesamt 24 Beiträge
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syracusa 26.09.2011
1. Netz-Trend zur Ochlokratie
Zitat von sysopEnthält das Netz ein Gegengift gegen die Bedrohungen der modernen Zivilisation? Der Neurophilosoph David Eagleman glaubt fest daran. Ein Allheilmittel gegen die Probleme der Gegenwart aber, ist es nicht. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,785093,00.html
Ganz im Gegenteil: Das Netz bringt uns Rechtspopulismus und droht unsere Demokratien zu Ochlokratien zu entarten.
ilmephax 26.09.2011
2. Fail
Zitat von syracusaGanz im Gegenteil: Das Netz bringt uns Rechtspopulismus und droht unsere Demokratien zu Ochlokratien zu entarten.
Haben Sie dafür auch eine Begründung oder wollten Sie uns nur das Ergebnis des Schüttelns Ihres Zauberwürfels mitteilen?
wizzard74 26.09.2011
3. .
Zitat von syracusaGanz im Gegenteil: Das Netz bringt uns Rechtspopulismus und droht unsere Demokratien zu Ochlokratien zu entarten.
Und? Lieber das als die momentane Plutokratie gepaart mit Monopolen und Oligarchien... Allerdings habe ich keinerlei Hoffnung, dass der jetzige Zustand sich zu meinen Lebzeiten bessern wird.
synoptiker 26.09.2011
4. So ein Unfug! Sysop
Das Netz ist neutral wie die Mathematik, auf der es basiert. Wir Deutschen haben durch unsere idiotische Skepsis schon die Computerwelt verschlafen und leben vom Luxus-Automobil. Skepsis gegen das Internet ist bei uns so populär wie Dummheit. Beides wird vom Fernsehn und von einem Teil der Presse (Bild) erzeugt und propagiert. Das Internet ist der größte kulturelle Fortschritt seit der Entwicklung der Massenmedien und ist der Presse, dem Rundfunk und dem Fernsehen überlegen, weil es interaktiv ist. Das ist der entscheidende Punkt, den der fesch aussehende Artikelschreiber (Virologe?) leider nicht herausgestellt hat.
.hermelin 26.09.2011
5. zu spät
Zitat von syracusaGanz im Gegenteil: Das Netz bringt uns Rechtspopulismus und droht unsere Demokratien zu Ochlokratien zu entarten.
Leute wie Sie - die meinen, die Bevölkerungsmehrheit bestehe aus Pöbel und gehöre ignoriert - haben unsere Demokratie doch schon längst entartet.
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