Defekte Unterseekabel "Hector" sucht den Kabelbruch

Die Suche hat begonnen: Bevor die Reparatur dreier defekter Datenkabel im Mittelmeer losgehen kann, müssen die erst einmal gefunden werden, in 200 Metern Tiefe. Ein Tauchroboter ist bereits zum Meeresgrund herabgelassen worden.


Das erste Reparaturschiff ist in der Region zwischen Sizilien und Tunesien angekommen. Seit dem Sonntagabend sucht die von Frankreich ausgelaufene "Raymond Croze" nach der Stelle, an der zwei unterseeische Datenkabel unterbrochen sind. Wie lange es dauern werde, die Kabel zu finden, ist derzeit noch vollkommen offen. Sollte tatsächlich, wie vermutet, ein Anker den Schaden verursacht haben, wäre es möglich, dass die Kabel kilometerweit mitgeschleppt und weit von ihrer ursprünglichen Position entfernt wurden.

Das Unglück selbst ereignete sich am frühen Morgen des 19. Dezember. Binnen 38 Minuten wurden nacheinander drei Kommunikationskabel unterbrochen, die Europa mit dem Nahen Osten und Asien verbinden. Die Folge waren teils totale Ausfälle von Internet- und Telefonverbindungen in so weit voneinander entfernten Ländern wie Ägypten, Taiwan und den Malediven. Schon Anfang des Jahres hatten Unterbrechungen von Internet-Kabeln im Mittelmeer zu Kommunikationsproblemen in der Region geführt.

Nun soll "Hector" helfen, das Problem zu lösen. "Hector" ist ein Tauchroboter und sucht derzeit in rund 200 Metern Tiefe den Meeresboden nach Spuren der Kabel ab. Sobald diese gefunden sind, werden die Kabelenden an Bord des Reparaturschiffs gezogen und an Deck repariert. Eine Prozedur, die sich über Tage hinziehen kann, wie Louis-Michel Aymard, Sprecher der Kabelbetreibergesellschaft France Telecom gegenüber der Nachrichtenagentur AP ausführt: "Wir müssen das Kabel Faser für Faser flicken, und das ist ein sehr dickes Kabel."

Während sich die "Raymond Croze" nur um jene zwei Kabel kümmern wird, an denen die France Telecom beteiligt ist, wird die Wiederherstellung der dritten Leitung vermutlich etwas länger dauern. Für die Reparatur des von Reliance Globalcom betriebenen Kabels ist ein weiteres Schiff, die Teliri, ausgelaufen.

Sowohl France Telecom als auch Reliance Globalcom gehen davon aus, die Störungen während der Feiertage und möglichst noch vor Jahresende beheben zu können. Ob im Rahmen dieser Arbeiten auch geklärt werden kann, was den fast gleichzeitigen Schaden an den drei wichtigen Verbindungsadern ausgelöst hat, bleibt fraglich. Nach den Schäden im Frühjahr des Jahres war zumindest an einer der Schadenstellen ein Anker gefunden worden.

mak



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