Der Herr der Ringe III Hauen, stechen, Welt retten

Was kann sich ein Spieler mehr wünschen, als einen klaren Auftrag in einem Spiel mit tollen Szenerien? Schon einen Monat vor dem Filmstart stimmt "Die Rückkehr des Königs" auf die Weihnachtszeit ein – nun schon im dritten Jahr eine Zeit des besinnlichen Ork-Meuchelns.


"LotR"-Helden Aragorn und Gandalf im Einsatz: Totalreduktion auf den Kampf

"LotR"-Helden Aragorn und Gandalf im Einsatz: Totalreduktion auf den Kampf

Im Film kommen immer mehr Computereffekte zum Einsatz, und das Computerspiel entwickelt sich zunehmend zum interaktiven Film: Den vorläufigen Höhepunkt dieser Entwicklung bildet die "Rückkehr des Königs". Bereits einen Monat vor dem Kinostart am 17. Dezember ist die PC-Ausgabe zum letzten Teil der Fantasy-Trilogie "Herr der Ringe" erschienen.

Das Action-Rollenspiel schließt sich nahtlos an das Ende des zweiten Teils ("Die zwei Türme") an: Mitten im monumentalen Getöse der Schlacht um Helms Klamm wird der Film interaktiv, und der Spieler muss in der Rolle von Gandalf die angreifenden Orks niedermetzeln. Das will zwar nicht so recht zum Charakter des bedächtigen und freundlichen Zauberers passen, dient hier aber vor allem der Einübung in die wichtigsten Steuerbefehle des Spiels: Diese werden hier noch auf dem Bildschirm angezeigt; später muss das reflexartig beherrscht werden, um weiter zu kommen.

Metzeln will geübt sein

Bevor es ins zweite Level geht, kann man für die gesammelten Erfahrungspunkte zusätzliche Kampffähigkeiten erwerben. Die Handlung des Spielfilms wurde in 13 Missionen aufgeteilt, von denen am Anfang nur die ersten drei freigeschaltet sind. Auch bei der Wahl der eigenen Rolle ist man zunächst noch eingeschränkt: Der Spieler muss sich zwischen Aragorn, Legolas und Gimli entscheiden - die Hobbits Frodo und Sam sind ebenso wie Gandalf zunächst gesperrt, außerdem locken drei noch geheime Figuren.

Die "Pfade der Toten" führen in ein an "Dungeons"-Klassiker erinnerndes Höhlensystem, in dem Gimli sofort erkennt: "Die Luft ist von Bosheit erfüllt!" Während sich der Zwerg noch die Frage stellt "Wie tötet man denn bitte Tote?", hat der Spieler in der Rolle des blonden Recken Legolas schon längst den Bogen gespannt und erlegt mit seinen Pfeilen die Geister der Toten.

Wer gut haut, wird auch gelobt

Hinter jeder Höhlenwand lauern neue Gefahren, mit fast jedem Schritt tauchen weitere Ungeheuer aus dem Felsboden auf. Beim heftigen Verdreschen der Gegner werden Noten auf dem

Bildschirm angezeigt: "gut", "sehr gut", "excellent". Mit einem Auge blickt der Spieler außerdem auf eine Kreisanzeige am unteren Bildrand, der sich beim Tod der Gegner füllt und bei Maximalfüllung einen speziellen "Perfect"-Modus auslöst - hier kann man auch ohne Cheats mit geringem Aufwand eine maximale Wirkung erzielen.

Die Figuren sind den Leinwand-Vorbildern kongenial nachempfunden. Auch die Szenerie bietet viel fürs Auge, wenn etwa die Helden durch geheimnisvolle Nebel stapfen. Die Kameraperspektive lässt sich allerdings nicht beliebig steuern, und auch beim Speichern der Spielstände ist man auf starre Kontrollpunkte festgelegt. Zwei Spieler können sich im "Koop-Modus" gegenseitig unterstützen - dazu wird ein zusätzliches Gamepad an den PC angeschlossen.

Kein Wunder: Die Ork-Meuchelorgie gibt's erst ab 16

Wegen des hohen Prügelanteils hat das Spiel nur eine USK-Freigabe von 16 Jahren erhalten. Die Hardware-Voraussetzungen halten sich in Grenzen: Der Prozessor sollte für das Windows-Spiel (ab 98) eine Taktrate von mindestens 700 Megahertz haben. Beim Arbeitsspeicher reichen 128, bei der Grafikkarte 32 MB. Allerdings braucht man wegen der zahlreichen Filme zwei Gigabytes an freiem Platz auf der Festplatte. Der Preis für das auf drei CDs ausgelieferte Paket von Electronic Arts liegt bei etwa 55 Euro.

Peter Zschunke, AP

Mehr zum Thema


© SPIEGEL ONLINE 2003
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.