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Coronakrise Sicherheitsbehörden befürchten Hackerangriffe auf Krankenhäuser

Hacker haben schon mehrfach die IT von Kliniken lahmgelegt, um Lösegeld zu erpressen. In der Coronakrise wären die Folgen noch gravierender, warnen Kriminalpolizisten nach SPIEGEL-Informationen. Im Ausland gab es bereits Attacken.
aus DER SPIEGEL 14/2020
Gesundheitseinrichtungen waren schon in der Vergangenheit Opfer von Ransomware

Gesundheitseinrichtungen waren schon in der Vergangenheit Opfer von Ransomware

Foto: Oliver Berg/ DPA

In den deutschen Sicherheitsbehörden herrscht Sorge vor Hackerattacken auf Krankenhäuser und andere wichtige Einrichtungen wie Energieversorger. Die Auswirkungen wären derzeit "noch gravierender" als sonst, warnen Kriminalisten von Bund und Ländern in einem vertraulichen Bericht. In der Vergangenheit haben Hacker bereits mehrfach die IT von Kliniken lahmgelegt, um Lösegeld zu erpressen.

Laut dem Behördenpapier hätten einzelne kriminelle Gruppen zwar öffentlich behauptet, ihre Angriffe auf medizinische Einrichtungen während der Epidemie auszusetzen. "BleepingComputer" hatte darüber vergangene Woche berichtet : Demnach hätten die Entwickler der Ransomware DoppelPaymer versprochen, Krankenhäuser grundsätzlich zu verschonen. Die Gruppe hinter dem Verschlüsselungstrojaner Maze hat nach der Anfrage sogar eine Art "Pressemitteilung" veröffentlicht , in der es heißt: "Wir stoppen alle Aktivitäten, die gegen medizinische Einrichtungen gerichtet sind, bis sich die Virus-Situation stabilisiert hat."

Doch der digitale Waffenstillstand ist mindestens brüchig: In Frankreich und Tschechien gab es bereits Attacken auf Kliniken, auch die Weltgesundheitsorganisation WHO geriet ins Visier von Hackern. In Deutschland soll es zumindest einen Versuch gegeben haben, eine Gesundheitseinrichtung mit der Androhung eines Angriffs zu erpressen. Und auch die Maze-Entwickler haben noch kurz nach der Veröffentlichung ihrer "Pressemitteilung" Daten der britischen Firma Hammersmith Medicines Research veröffentlicht, um diese unter Druck zu setzen.

DER SPIEGEL 14/2020
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Auswege aus dem Corona-Albtraum

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Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik drängt systemrelevante Unternehmen, ihre IT-Schutzmaßnahmen zu verschärfen. Für Hersteller von Medizinprodukten, Pharmafirmen und Forschungseinrichtungen bestehe "ein erhöhtes Bedrohungsrisiko". Auch die Netze des Robert Koch-Instituts sollen besser gegen Angriffe abgesichert werden.

jdl, wow
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