Die Völler-Petition Ruuuuuuuuudiiiiiiiiii !!!

Das höchste Traineramt, das der deutsche Fußball zu vergeben hat, ist ungefähr so beliebt wie Akne. Keiner will es, und die wenigen Freiwilligen dafür will auch keiner. Die Betreiber von "Rudi-Comeback.de" aber wissen genau, was sie wollen: "Wir wollen Rudi zurück!" Dafür sammeln sie Unterschriften.


Ja, den wollen wir und keinen anderen, glauben die Macher von Rudi-Comeback.de: Rudi Völler
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Ja, den wollen wir und keinen anderen, glauben die Macher von Rudi-Comeback.de: Rudi Völler

Normalerweise ist das ein Problem, das zum Beispiel mittelständische Firmen bei der Suche nach Dachdecker-Lehrlingen erleben: Man schreibt eine Stelle aus, aber die, die man haben will, wollen nicht. Die, die sich dann bewerben, überlegen sich die Sache anders, sobald sie sich vorstellen, wie es wäre, bei Regen auf dem Dach eines Hochhauses zu stehen. Die schließlich, die trotzdem kommen wollen, sind mitunter aber auch nicht das Gelbe vom Ei. Viele Unternehmer beginnen spätestens da, sich im angrenzenden Ausland nach motivierten Kräften umzusehen.

Bundestrainer in Deutschland - das ist mit einer Dachdeckerlehre durchaus vergleichbar. Sowas könnte jemanden reizen, der sich selbst für schwindelfrei hält: Man verdient nicht schlecht, ist viel an der frischen Luft, kommt rum und genießt saisonbedingte Ausfallzeiten.

Richtig mies ist der Job allerdings bei Schlechtwetter: Der Boden wird glatt, dauernd droht man abzustürzen - und unten stehen haufenweise Chaoten, die "Spring doch!" schreien.

Rudi Völler hat das als Teamchef alles erlebt und - nach dem Scheitern der Deutschen Nationalelf bei der EM in Portugal - die Konsequenzen daraus gezogen. Er warf die Brocken hin, wie man so sagt, resignierte, dankte ab, verabschiedete sich und zog mit seinem Assi Michael "Dackelblick" Skibbe von dannen.

Quo vadis, Rudi?
DPA

Quo vadis, Rudi?

Seitdem herrscht noch mehr Chaos beim DFB als vorher. Wem, fragen sich die Fädenzieher zunehmend verzweifelt, kann man diesen Job noch andrehen? Welcher Trainer von Welt wäre bereit, sich seinen Ruf für nur noch 2,5 Millionen Euro im Jahr zu versauen? Wer hätte so ein großes Herz?

In einer TV-Comedysendung kam gar der Vorschlag, Johannes Rau könne das Amt übernehmen: Er habe die Reife zu wissen, wo es langgeht, er habe keinen Job und außerdem hieß er ja noch bis kürzlich "Bundes-" und müsse sich darum kaum umgewöhnen. Bundespräsident, Bundestrainer...

Das ist zwar lustig, aber kein wirklich guter Vorschlag. Da gäbe es nämlich nur einen, glauben die Macher von Rudi-Comeback.de. Für sie steht die Antwort auf die Trainerfrage fest: Tante Käthe.

"Wir sind der festen Überzeugung", heißt es da, "dass Rudi Völler der momentan einzig verfügbare und gleichzeitig qualifizierte Teamchef für unsere NationalElf ist! Und wir denken, dass ein Grossteil der Deutschen diese Ansicht mit uns teilt."

Gefühle: Rudi zeigt sie, Rudi weckt sie

Das ist wohl so, und nicht nur wegen der fehlenden Alternativen (Schon gut, Loddar. Vielleicht nächstes Jahrhundert?).

Und dann ein Ruf, der Deutschlands Fußballfans einen und zur Abgabe von 100.000 Unterschriften bewegen soll:

"Wir wollen Rudi zurück!"

Das wollen wir nicht mehr sehen: Völler ringt um Fassung. Dabei kann Tante Käthe so fröhlich lachen
DDP

Das wollen wir nicht mehr sehen: Völler ringt um Fassung. Dabei kann Tante Käthe so fröhlich lachen

Die Petitionsliste soll am Ende den DFB-Granden übergeben werden, um deren vermutetes Herz zu erweichen.

Rudi, da sind sich die Betreiber ziemlich sicher, wird kommen, wenn man ihn ruft: Wie er auf der "Wetten dass?"-Couch mit den Tränen gerungen hatte, das zeigte doch, wie es in dem Mann aussieht! Rudi-Comeback: "Das ist kein Verhalten eines Teamchefs, der unter voller Überzeugung zurückgetreten ist!"

Das meinen bisher auch die meisten der Besucher der Seite: Satt über 80 Prozent sprechen sich für eine Rückkehr des silberlockigen Sympathen aus. Gegen Dienstagmittag fehlten zwar noch rund 99.900 Stimmen, aber das kann sich schnell ändern. Wetten, dass?

Frank Patalong



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