Digitale Offensive Warner Music kooperiert mit Last.fm

Die Warner Music Group erschließt sich neue digitale Vertriebsplattformen: Sie erteilte der Webradio-Community last.fm die Lizenz, den gesamten Warner-Musik-Katalog in ihre Musikdatenbank aufzunehmen.


London - Die Geschäftsleitungen der Unternehmen einigten sich heute vertraglich darauf, dass sämtliche von Warner lizenzierte Stücke zukünftig auf last.fm laufen dürfen. Der Deal mit Warner sei erst der Anfang, sagte last.fm-Mitbegründer Martin Stiksel der Agentur Reuters: Derzeit handle sein Unternehmen ähnliche Einigungen mit Universal, Sony BMG und EMI aus.

Für die Majors bedeutet die Kooperation mit der schnell wachsenden Webradio-Community vor allem die Erschließung einer neuen Vertriebsplattform: Last.fm ist neben Pandora die erfolgreichste Webradio-Station im Netz. Rund 15 Millionen User loggen sich monatlich in den Community-Bereich der Seite ein; die last.fm-Musikdatenbank umfasst derzeit bereits rund 100.000 Stücke.

Jeder Hörer kann auf last.fm eine eigene Radiostation eröffnen, indem er seine Lieblingsstücke und -musiker in eine Maske eingibt. Über eine Datenbank werden dann Nutzer mit ähnlichen Musikgeschmäckern zusammengeführt. Zusätzlich schlägt das Programm dem User Songtitel vor, die seinen Präferenzen ähneln.

Mit dem last.fm-Deal setzt die Warner Music Group ihre digitale Offensive fort: Erst im September letzten Jahres hatte sie sich mit dem Online-Videodienst YouTube darauf geeinigt, Werbeeinnahmen zu teilen, die mit Hilfe von Inhalten der Plattenfirma erzielt werden. Betroffen sind unter anderem Musikvideos, die über YouTube weiterverbreitet werden, sowie von Nutzern erstellte Videos, die Musik aus dem Hause Warner verwenden.

Das "Wall Street Journal" zitierte damals den Warner-Manager Alex Zubillaga: Es sei besser, Angebote wie YouTube zu unterstützen, anstatt sie zu bekämpfen, da sie besonders von jungen Nutzern gut angenommen würden.

ssu/Reuters



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