Probleme bei Digitalwährung Große Bitcoin-Plattformen schränken Handel ein

Die drei größten Handelsplätze für die digitale Währung Bitcoin schränken Auszahlungen und Transaktionen drastisch ein. Die Anbieter begründen das mit Schwachstellen in der Bitcoin-Software - es werden auch gezielte Angriffe vermutet.
Internet-Währung Bitcoin: Mt. Gox, BTC-E und Bitstamp schränken den Handel ein

Internet-Währung Bitcoin: Mt. Gox, BTC-E und Bitstamp schränken den Handel ein

Foto: JIM URQUHART/ REUTERS

Zwei der größten Handelsplattformen für die Digitalwährung Bitcoin haben den Handel in der Nacht zum Mittwoch eingeschränkt. Bei den Anbietern Bitstamp und BTC-E können Privatleute die Bitcoin zu aktuellen Kursen gegen staatliche Währungen tauschen oder Bitcoin erwerben. Bitstamp hat nun den Transfer von Guthaben (in Bitcoins und Währungen) gestoppt, BTC-E spricht von "Verzögerungen" beim Abwickeln von Transaktionen.

Die beiden Plattformen sind nach dem Handelsumsatz die größten Umschlagsplätze für die Digitalwährung Bitcoin. Das geht aus Handelsdaten des Software-Anbieters Blockchain.info und von Bitcoincharts.com  hervor. Laut beiden Plattformen hatten Bitstamp und BTC-E in der jüngsten Vergangenheit einen erheblich höheren Handelsumsatz als die wohl bekannteste Bitcoin-Handelsplattform Mt. Gox.

Die Betreiber der Handelsplattformen deuten an, dass Überlastungsangriffe auf ihre Infrastruktur und Software-Probleme die Ursache für die Unregelmäßigkeiten beim Handel sind. Bitstamp (laut eigenen Angaben im britischen Reading ansässig) verweist  in einer knappen Erklärung auf Software-Probleme. Die Verwaltungsprogramme für die Guthaben und Bitcoin-Transaktionen hätten fehlerhafte Ergebnisse geliefert, Grund seien Überlastungsangriffe.

Diese würden eine Schwachstelle in der Software eines Verwaltungsprogramms für Bitcoin-Guthaben ausnutzen. Die Bitstamp-Verantwortlichen versprechen eine schnelle Behebung des Problems: "Wir sind zuversichtlich, dass alles bald wieder normal läuft."

Die Stellungnahme von BTC-E ist wesentlich kürzer:

Wegen eines DDOS-Überlastungsangriffs auf das Bitcoin-Netzwerk könne es "Verzögerungen" bei der Abwicklung von Transaktionen geben, die zwischen dem 10. und 11. Februar ausgeführt wurden, schreibt ein Vertreter der angeblich in Zypern ansässigen Firma.

Die dritte große Bitcoin-Handelsplattform Mt. Gox hatte bereits am Montag einen temporären Stopp aller Bitcoin-Auszahlungen angekündigt . Mt. Gox begründet das Aussetzen ebenfalls mit Software-Problemen, die ganz ähnlich wie die bei Bitstamp und BTC-E klingen. Die technische Erklärung bei Mt. Gox ist detaillierter als bei der Konkurrenz. Ein Fehler in der Bitcoin-Software ermögliche es, durch gezielte Angriffe zu verhindern, dass der Transfer von Bitcoin von einem Speicherort zu einem anderen protokolliert wird. Das digitale Geld wechselt zwar den Besitzer, doch im kollektiven Speicher aller Transaktionen taucht dieser Transfer bei einem erfolgreichen Angriff nicht auf. Die Aufzeichnung aller Transaktionen ist aber ein zentraler Bestandteil des Bitcoin-Systems.

Die Überlastungsangriffe, von denen BTC-E und Bitstamp sprechen, könnten Versuche sein, diese Schwachstelle auszunutzen. Es könnten aber auch Versuche sein, den Handel zu stören und so Preise für Bitcoin in staatlichen Währungen fallen zu lassen - Kursmanipulation mittels Softwareangriffen. Bereits am Montag war der Bitcoin-Kurs in Euro eingebrochen. Am Mittwochvormittag lag er, leicht erholt, in der Region von 490 Euro pro Bitcoin.

lis
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