Für zehn Milliarden Dollar Microsoft will angeblich Chat-Plattform Discord übernehmen

Mit seinem Versuch, das US-Geschäft von TikTok zu übernehmen, kam Microsoft nicht ans Ziel. Jetzt streckt der Konzern seine Fühler offenbar nach der bei Gamern beliebten Chatplattform Discord aus.
Chat-App Discord: Mittlerweile nicht mehr nur für Spielerinnen und Spieler relevant

Chat-App Discord: Mittlerweile nicht mehr nur für Spielerinnen und Spieler relevant

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Valentin Wolf / imago images/imagebroker

Microsoft baggert angeblich um eine der bei jungen Menschen populärsten Plattformen für Text-, Sprach- und Videochats. Der US-Softwareriese sei in Gesprächen, die private US-Firma Discord für über zehn Milliarden Dollar zu kaufen, berichtete der Nachrichtendienst Bloomberg in der Nacht zu Dienstag  unter Berufung auf Insider. Spekulationen um einen möglichen Verkauf von Discord hatte zuvor bereits das Portal »VentureBeat« genährt , von Gesprächen mit Microsoft berichtet mittlerweile auch die »New York Times« .

Discord startete 2015 und war lange Zeit vor allem auf die Zielgruppe der Videospielerinnen und Videospieler fokussiert. Mittlerweile hat die Plattform aber 100 Millionen monatlich aktive Nutzerinnen und Nutzer und ist über die Gaming-Szene hinaus relevant. Viele Netzstars und Webportale, aber auch manche Vereine und Schulklassen haben mittlerweile eigene Discord-Server, auf denen sich Fans, Mitglieder oder Mitschüler und ihre Lehrer austauschen können. Mehr dazu, wie Discord funktioniert, lesen Sie hier.

Discord habe mit verschiedenen potenziellen Käufern Gespräche geführt und Microsoft sei im Rennen, schreibt Bloomberg. Allerdings stehe kein Deal unmittelbar bevor. Zudem sei es auch gut möglich, dass sich Discord für einen Börsengang entscheide, hieß es von einer Person, die in die Prozesse involviert ist. Beide Unternehmen lehnten eine Stellungnahme ab.

Zenimax gekauft, das US-TikTok nicht

Im September hatte Microsoft seine Gaming-Sparte, zu der Marken wie Xbox und »Minecraft« gehören, mit einem milliardenschweren Zukauf verstärkt. Das Unternehmen hatte eine Übernahmevereinbarung mit ZeniMax Media bekannt gegeben, der Konzernmutter von Bethesda Softworks und einigen anderen bekannten Spieleentwicklern. Demnach zahlte Microsoft damals 7,5 Milliarden Dollar.

ZeniMax ist mit seinen Studios für Spielehits wie »Doom«, »Fallout« oder »The Elder Scrolls« verantwortlich und hatte zum Zeitpunkt der Microsoft-Ankündigung rund 2300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Im vergangenen Jahr hatte Microsoft außerdem versucht, das US-Geschäft von TikTok zu übernehmen. Das Buhlen des Konzerns um die Video-App der chinesischen Firma ByteDance, die damals massiven Gegenwind durch die US-Regierung von Donald Trump erlebte, blieb letztlich aber erfolglos.

mbö/dpa
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