Fotomontage Das Tier am Manne

So kann Werbung für Rasierapparate auch aussehen: Statt stoppeliger Männerhaut zeigt eine australische Firma hartnäckigen Bartwuchs, der sich partout nicht von seinem Träger trennen mag.

Fotos: Troy Goodall und Stephen Stewart/ Retusche: Electric Art

Von "DOCMA"-Autor Michael J. Hußmann


Gefunden in

Ob Hipsterbart, Salafistenbart oder einfach das wild wuchernde Gestrüpp, wie es manche Männer als Souvenir aus dem Urlaub mitbringen - irgendwann muss der Bart weichen. So jedenfalls sieht es die Firma Schick, deren Claim "Free your Skin" lautet - sie verkauft Nassrasierer.

Im Rahmen einer an die männliche Kundschaft gerichteten Kampagne entwickelte das in Sydney beheimatete Studio Electric Art ein so ungewöhnliches wie prägnantes Bild für den Bartwuchs: kleine, pelzige Tiere, die sich im Gesicht festkrallen.

Für das Fotoshooting wurden Hipster mit stattlichen Bärten benötigt. Geeignete Models lassen sich in jeder westlichen Großstadt auf der Straße casten. Schwieriger war es, die richtigen Tiere zu finden.

Sechs Frettchen und neun Kaninchen, jeweils mit unterschiedlichen Fellfarben, wurden schließlich ausgewählt, die der Tierfotograf Stephen Stewart in Posen fotografierte, die für die geplante Montage passten, während Troy Goodall die Hipster porträtierte. Wie das oben gezeigte Anzeigenmotiv entstand, zeigen wir weiter unten im Text.

Von ihrem Hauptquartier in Sydney aus arbeitet Electric Art (EA) seit 23 Jahren für Kunden in aller Welt und wurde dabei in vielen Wettbewerben ausgezeichnet. In Cannes hat die Firma Gold gewonnen, ihre Arbeiten erschienen in den letzten beiden Ausgaben von Luerzers 200 Best Digital Artists Worldwide.

In der Eigenwerbung setzt EA auf den Claim "Play God". Doch beim Versuch, Gott zu spielen, beschränkt sie sich nicht - wie hier - auf die klassische Montage. Auch CGI, Film, interaktive Medien und Augmented Reality gehören zu den Bereichen, in denen EA aktiv ist.

Den Originalartikel finden Sie in Docma 73, ab Seite 10.

Hipster

Fotos: Troy Goodall und Stephen Stewart/ Retusche: Electric Art

Die mit dem Casting beauftragte Agentur fand in Auckland Amateurmodels mit der gewünschten Barttracht. Neben dem hier gezeigten rothaarigen Model wurde auch je eines mit einem schwarzen beziehungsweise grauen Bart gecastet. Die Aufnahme vor einem neutralen Studiohintergrund ist weich ausgeleuchtet, um ausgeprägte Schlagschatten zu vermeiden.

Pelztiere

Fotos: Troy Goodall und Stephen Stewart/ Retusche: Electric Art

Die lebenden Bärte sind jeweils aus Aufnahmen mehrerer Tiere zusammengesetzt, wobei die Frettchen den Kopf und die Beine beitrugen, die Kaninchen den größten Teil des Körpers. Die Frettchen zeigten einen ausgeprägten Charakter, machten sich aber auch mit einem durchdringenden Geruch bemerkbar.

Erste Annäherung

Fotos: Troy Goodall und Stephen Stewart/ Retusche: Electric Art

Ein erster grober Montageversuch zeigt, wie sich das Tier - das hier zunächst noch aus Kaninchen-Aufnahmen zusammengesetzt ist - an das Gesicht schmiegen und den echten Bart vollständig ersetzen kann.

Montage

In der fertigen Montage verschmelzen die Körperteile der verschiedenen Tiere, deren Fellfarbe aneinander und an die Haarfarbe des Models angeglichen wurde. Am Ende standen Feinarbeiten an den Farben und Tonwerten, wobei die Sättigung leicht reduziert wurde.



insgesamt 2 Beiträge
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schlamassel_hoch_12 20.11.2016
1. Pest oder Frettchen
Manch einem wünscht man ja die Pest an den Hals (SPON dem Donald, zum Beispiel), aber vielleicht tut's ja auch ein Frettchen. So ganz erschließt sich mir die SPON-docma-Bildbearbeitungsreihe noch nicht, aber immerhin kann man sich das Ergebnis diesmal ohne Krämpfe im Auge ansehen. Anders als beim Industial-Head-Unfug aus dem Frühjahr, um noch mal gruselnd zu erinnern.
Sibylle1969 21.11.2016
2. Ich bleibe dabei
Die allermeisten Männer sehen ohne Bart besser aus als mit. Also liebe Männer, greift zum Rasierzeug...
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