Trumps belegfreies Twitter-Bashing Ein Klick bleibt ein Klick

US-Präsident Donald Trump behauptet, es sei schwieriger geworden, seinem Twitter-Account zu folgen. Belege dafür liefert er keine.

Donald Trump
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Zwei aufsehenerregende Studien zeigen, in welchem Umfang russische Akteure seit einigen Jahren versuchen, die politische Stimmung in den USA zu beeinflussen - auch per Twitter. Donald Trump jedoch hat den Untersuchungen bislang keinen Tweet gewidmet.

Stattdessen hat sich der US-Präsident am Dienstag öffentlich über Facebook, Twitter und Google beschwert, und das belegfrei und ohne Russland-Bezug: In einem Tweet behauptet er, die drei Tech-Firmen seien "so voreingenommen in Richtung der Demokraten, dass es lächerlich ist!". Worauf genau er diese Aussage stützt, lässt Trump offen.

Weiter schreibt der US-Präsident, Twitter habe es "für die Leute viel schwieriger gemacht, sich @realDonaldTrump anzuschließen". Vermutlich mit Blick auf seine Follower-Zahlen auf Twitter heißt es: "Sie haben viele Namen entfernt und das Maß und Tempo des Zuwachses verlangsamt."

Fakt ist: Donald Trump auf Twitter zu folgen, ist prinzipiell genauso leicht oder schwer, wie es immer war. Ist man bereits bei Twitter angemeldet, reicht ein Klick auf den "Folgen"-Button neben seinen Namen...

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... schon folgt man seinem Account.

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Genauso schnell kann man Trump auch wieder entfolgen.

Nicht Trumps erste Kritik an Twitter

Es ist ohnehin nicht das erste Mal, dass sich Trump per Tweet über eine angeblich ungerechte Behandlung durch den Dienst beschwert. Ende Oktober tat der US-Präsident bereits Ähnliches. Damals behauptete er, Twitter habe "Leute von seinem Account entfernt" und "anscheinend etwas getan, dass es deutlicher schwerer macht, dabei zu sein". Belege dafür, dass Twitter eine größere Zahl echter Trump-Follower von der Plattform ausgesperrt hat, blieb der US-Präsident schon im Herbst schuldig.

Twitter hatte zuvor wie danach mehrfach angekündigt, dass das Unternehmen sich bemüht, etwas gegen die Fake- und Spam-Accounts in seinem Angebot zu unternehmen.

So rechnet Twitter beispielsweise seit Juli aus Sicherheitsgründen oder wegen Regelverstößen gesperrte oder eingeschränkte Accounts aus den Follower-Zahlen heraus. Ebenso ist für die Anmeldung bei dem Dienst, anders als früher, mittlerweile eine Bestätigung über eine E-Mail-Adresse oder eine Telefonnummer nötig.

Diese Änderungen betreffen jedoch sämtliche Accounts auf der Plattform, nicht nur den von Donald Trump. Zudem kann jedermann Trumps Twitter-Postings mitlesen, ohne sich dafür bei Twitter anmelden zu müssen. Es reicht dazu vollkommen, das Twitter-Profil des US-Präsidenten in einem Webbrowser aufzurufen.

Trumps Follower-Zahlen sind seit Juli übrigens um drei Millionen Nutzer angestiegen.

mbö



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