Blog des Ex-Präsidenten Trump bastelt sich sein eigenes Twitter (oder lässt es zumindest so aussehen)

Die meisten Social-Media-Plattformen haben Donald Trump verbannt – nun nimmt der Ex-US-Präsident die Sache selbst in die Hand. Ein neues Blog-Tool soll ihm die Kommunikation mit seinen Fans möglich machen.
Donald Trump (im Juni 2020)

Donald Trump (im Juni 2020)

Foto: Leah Millis / REUTERS

Donald Trump ist nicht unbedingt für zurückhaltende Auftritte bekannt, weder online noch im echten Leben. Da überrascht die Aufmachung der neuen Blog-Funktion auf seiner Website  schon ein wenig. Beinahe reduziert kommt »From the Desk of Donald J. Trump daher«.

Der von großen Onlineplattformen verbannte Ex-Präsident will mit seinen Anhängern jetzt über diese eigene Website kommunizieren.

Der am Dienstag gestartete Blog-Bereich erinnert äußerlich ein wenig an Twitter – wobei es aber ausschließlich Beiträge von Trump zu lesen gibt. Anhänger können einzelne Beiträge wie bei Twitter mit einem »Like«-Herz versehen und sich auch über neue Posts benachrichtigen lassen.

Screenshot des Trump-Blogs

Screenshot des Trump-Blogs

Zugleich gibt das Tool den Trump-Fans die Möglichkeit, Äußerungen des ehemaligen US-Präsidenten sozusagen über eine Hintertür zu Twitter und Facebook zu tragen. Denn sie können jeden Kurzbeitrag mit wenigen Klicks als Zitat und Link bei den Onlineplattformen teilen. Unklar war zunächst, ob die Dienste das zulassen werden.

Twitter winkt ab – Facebook entscheidet bald

Trump war nach dem Sturm seiner Anhänger auf das Kapitol in Washington bei Twitter, Facebook und Googles Videoplattform YouTube ausgesperrt worden. Am Mittwoch will Facebooks unabhängiges Aufsichtsgremium Oversight Board verkünden, ob der Ex-Präsident weiter von der Plattform ausgeschlossen bleibt oder zurückkehren darf. Twitter betonte dagegen bereits, dass es für ihn keinen Weg zurückgebe. YouTube will sein Profil entsperren, wenn »das Risiko von Gewalt gesunken ist«.

Nach der Verbannung von den Onlinediensten war Trump in den vergangenen Monaten darauf angewiesen, Stellungnahmen per E-Mail zu verschicken. Das hatte eher mäßig funktioniert. Schließlich war der Twitteraccount mit mehr als 80 Millionen Abonnenten davor sein mit Abstand wichtigster Kommunikationskanal gewesen. Mehrfach war spekuliert worden, er könnte eine eigene Onlineplattform starten.

jok/dpa
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