»Im Interesse der öffentlichen Sicherheit« Auch Snapchat sperrt Trump-Account dauerhaft

Mit Snapchat verliert Trump ein zweites Social-Media-Konto dauerhaft – wenige Tage nachdem ihn Twitter sperrte. Dessen Chef findet die Entscheidung zwar noch richtig, sieht darin aber einen »gefährlichen Präzedenzfall«.
Snap hatte Trumps Account mit rund 1,5 Millionen Nutzern zunächst vorübergehend gesperrt

Snap hatte Trumps Account mit rund 1,5 Millionen Nutzern zunächst vorübergehend gesperrt

Foto:

LIONEL BONAVENTURE / AFP

Nach Twitter hat mit Snapchat ein weiteres soziales Netzwerk das Konto des abgewählten US-Präsidenten Donald Trump dauerhaft gesperrt. Dessen Account bei dem Messengerdienst werde eingestellt, wie eine Sprecherin des Betreibers Snap am Mittwoch mitteilte. Diese Entscheidung erfolge »im Interesse der öffentlichen Sicherheit und auf der Grundlage seiner Versuche, Fehlinformationen, Hassreden und Anstiftung zur Gewalt zu verbreiten«.

Snapchat hatte Trumps Account mit rund 1,5 Millionen Nutzern nach dem gewaltsamen Sturm seiner Anhänger auf das Kapitol zunächst vorübergehend gesperrt.

Twitter hatte bereits am Freitag Trumps Konto »@realDonaldTrump« mit 88 Millionen Followern dauerhaft gesperrt. Wenige Tage nach den Ausschreitungen in Washington hatte der Kurznachrichtendienst den Schritt damit begründet, dass Trumps jüngste Tweets das Risiko einer weiteren Anstiftung zu Gewalt erkennen ließen.

Twitter ist nicht stolz auf die Sperre

Twitter-Chef Jack Dorsey äußerte sich am Mittwoch. Trumps Account zu sperren, halte er für die »richtige Entscheidung«, gleichwohl schaffe sie einen »gefährlichen Präzedenzfall«, in dem eine Einzelperson oder ein Unternehmen Macht über einen Teil der globalen öffentlichen Kommunikation haben. Dorsey schrieb bei Twitter , er sei nicht stolz auf die Sperre. Auch wenn derartige Maßnahmen in Einzelfällen notwendig seien, sei eine Sperre ein Versagen darin, gesunde Konversation zu fördern. Dorsey sagte indes wenig dazu, wie seine Plattform oder andere Tech-Unternehmen solche Entscheidungen in Zukunft vermeiden können.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Aufgebrachte Trump-Befürworter hatten am Mittwoch voriger Woche das Kapitol, den Sitz des amerikanischen Parlaments, gestürmt. Fünf Menschen starben. Trump hatte zuvor Tausende seiner Anhänger über seine Social-Media-Kanäle aufgefordert, zum Kapitol zu marschieren, wo die Wahl seines Rivalen Joe Biden gerade offiziell bestätigt werden sollte. Auch Facebook und Instagram hatten daraufhin Trumps Social-Media-Konten gesperrt, ein Vorgehen, das im Netz vielfach und seit Jahren gefordert wurde.

ngo/Reuters