Konkurrenz zu Twitter und Facebook Donald Trump verkündet Pläne für eigenes Onlinenetzwerk

Die großen sozialen Medien haben Donald Trump verbannt – nun will er ein eigenes Netzwerk aufmachen. Seine Begründung: »Die Taliban sind auf Twitter, aber euer Lieblingspräsident wird zum Schweigen gebracht.«
Donald Trump (im Juni 2020)

Donald Trump (im Juni 2020)

Foto: SAUL LOEB / AFP

Mehr als 88 Millionen Follower hatte Donald Trump auf Twitter – bis ihn das Netzwerk im Januar dieses Jahres dauerhaft sperrte. Begründung waren dessen Aussagen zum Sturm auf das US-Kapitol am 6. Januar. Auch bei Facebook und Instagram darf der ehemalige US-Präsident nicht mehr posten.

An diesen Sperren dürfte sich absehbar wenig ändern, trotz rechtlicher Schritte des Republikaners. Auch deshalb hat der ehemalige US-Präsident Donald Trump jetzt Pläne für ein eigenes Online-Netzwerk vorgestellt. Die Plattform »TRUTH Social« werde im November als Testversion an den Start gehen, »um der Tyrannei von Big Tech die Stirn zu bieten«, erklärte Trump am Mittwoch.

»Wir leben in einer Welt, in der die Taliban eine große Präsenz auf Twitter haben, aber euer amerikanischer Lieblingspräsident wurde zum Schweigen gebracht«, führte Trump aus. »Das ist inakzeptabel.«

Er habe deshalb das Unternehmen Trump Media & Technology Group (TMTG) gegründet. Neben dem Online-Netzwerk soll TMTG auch einen Videodienst an den Start bringen, der sich auf politisch nicht korrekte Unterhaltungsformate konzentrieren werde.

Trump war während seiner Amtszeit in den Online-Netzwerken höchst aktiv, insbesondere auf Twitter. Kritiker werfen ihm vor, mit seinen Äußerungen die Erstürmung des Kapitols während der förmlichen Bestätigung des Wahlsiegs von Trumps Herausforderer bei der Präsidentschaftswahl, Joe Biden, am 6. Januar provoziert zu haben.

Trump-Blog war nach vier Wochen erledigt

Der erste Versuch Trump, sich eine Präsenz jenseits der etablierten Netzwerke aufzubauen, war eher kläglich gescheitert. Im Mai war auf der Website des ehemaligen US-Präsidenten ein neuer Blogbereich freigeschaltet worden.

Trump veröffentlichte dort Botschaften wie »Breaking News! Große Mengen toter Menschen ›wählten‹ bei den Präsidentschaftswahlen 2020, deutlich mehr Menschen, als es bisher bekannt oder zu sehen war.« Einen Faktencheck wie auf Twitter musste er auf seiner eigenen Plattform nicht fürchten.

Schon Anfang Juni, kaum vier Wochen später, allerdings war der Blogbereich nicht länger zugänglich gewesen. Die »Washington Post« berichtete damals unter Bezug auf einen Trump-Berater, der sie um Anonymität gebeten hatte, Trump habe es missfallen, dass über seine neue Plattform gespottet worden war. Auch die geringen Aufrufzahlen des Blogs sollen Trump geärgert haben.

jok/AFP
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