Darknet Mutmaßliche Betreiber des Cannabis-Shops "Lenas Bioladen" festgenommen

Bayerische Cybercrime-Ermittler haben zwei Verdächtige festgenommen, die im Darknet Drogen verkauft haben sollen. Über ihren Shop könnten die beiden mehr als eine Million Euro umgesetzt haben.
Ein Experte begutachtet eine Marihuana-Probe (Archivbild)

Ein Experte begutachtet eine Marihuana-Probe (Archivbild)

Foto: ANDRES STAPFF/ REUTERS

Im bayerischen Neu-Ulm und in Reutlingen in Baden-Württemberg sind Ende Juli zwei Männer im Alter von 42 und 31 Jahren verhaftet worden, die hinter dem Darknet-Shop "Lenas Bioladen" stecken sollen. Das teilte die Generalstaatsanwaltschaft Bamberg am Dienstag mit. Gemeinsam mit dem Polizeipräsidium Oberfranken hatten Experten der auf schwere Internetkriminalität spezialisierten Zentralstelle Cybercrime Bayern fast zwei Jahre lang in dem Fall ermittelt.

Die beiden Verdächtigen sollen zwischen Juni 2018 und März 2020 mindestens vier Kilogramm Marihuana über das Darknet verkauft und verschickt haben. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Gesamtmenge der über den Shop verkauften Drogen noch deutlich größer ist.

"Lenas Bioladen" nutzte für seine Geschäfte bestehende Darknet-Plattformen, auf denen die Beschuldigten sich ein Händlerprofil angelegt haben sollen. Nach SPIEGEL-Informationen war "Lenas Bioladen" unter anderem auf dem inzwischen abgeschalteten Darknet-Schwarzmarkt "Wall Street Market" aktiv. Darknet-Plattformen wie diese funktionieren wie eine Art illegales eBay. Händler bieten dort verbotene Produkte wie Drogen, Waffen oder illegal beschaffte Daten im großen Stil an.

Auch Kunden könnten ins Visier der Ermittler geraten

Über die Seite "Lenas Bioladen" schrieb die Generalstaatsanwaltschaft Bamberg, die bereits gegen zahlreiche Cybercrime-Shops ermittelt hat, dass die Betreiber offensichtlich der Meinung waren, der Zusatz 'Bio' könne das Geschäft beleben. Wie die Ermittler mitteilten, wurden in den Wohnungen der Verdächtigen Mobiltelefone, Verpackungsmaterial, Computer und Bargeld beschlagnahmt.

Bitcoin seien ebenfalls sichergestellt worden, heißt es. Die Digitalwährung nutzen Kriminelle im Darknet üblicherweise zur Zahlungsabwicklung. Im Fall von "Lenas Bioladen" gibt es Hinweise auf einen Gesamtumsatz im Millionenbereich, erklärte die Generalstaatsanwaltschaft Bamberg.

Einige Wochen vor der Festnahme sollen die Verdächtigen ihren Shop selbst vom Netz genommen haben, heißt es aus Ermittlerkreisen. Offenbar fürchteten sie eine Polizeiaktion. Trotzdem gelang die Festnahme. Die beiden Verdächtigen sitzen aktuell wegen Fluchtgefahr in zwei verschiedenen Haftanstalten ein. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen unerlaubten Handel mit Betäubungsmitteln vor.

Eigentlich versprechen Darknet-Plattformen ihren Nutzerinnen und Nutzern, deren wahre Identität zu verschleiern. Im Fall von "Lenas Bioladen" dürfte diese vorgebliche Anonymität die Käufer der angebotenen Drogen allerdings nicht vor der Polizei schützen. Ermittlungsverfahren gegen potenzielle Kunden von "Lenas Bioladen" sollen bereits geplant sein.

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