Durchtrennte Seekabel Nahost wieder online

Die Umleitungen funktionieren. Nachdem drei Unterseekabel, die den Nahen Osten ans Internet anbinden, am Freitag unterbrochen wurden, ist die Region jetzt wieder teilweise angebunden. Statt durchs Mittelmeer werden Daten und Gespräche jetzt über andere Leitungen geschickt.


Kairo - Internet-Surfer im Nahen Osten können aufatmen. Die Internet-Anbindung der Region hat sich offenbar wieder normalisiert. Web-Surfer in der ägyptischen Hauptstadt Kairo stellten am Sonntag erstmals eine deutliche Verbesserung des Internet-Zugangs fest, nachdem eine Panne am Freitag Ägypten und andere Länder im Nahen Osten sowie in Asien teilweise komplett vom weltweiten Datennetz abgeschnitten hatte.

Am Freitagmorgen waren nacheinander drei wichtige unterseeische Kommunikationsleitungen im Mittelmeer gekappt worden. Wodurch die Unterseekabel durchtrennt wurden, ist bislang noch unklar. Sabotage wird aber ausgeschlossen. Experten vermuten entweder Schiffe oder kleinere Seebeben als Verursacher. Zuletzt hatte im Januar dieses Jahres die Unterbrechung von Mittelmeer-Kabeln den Internet-Verkehr in Nahost für mehrere Tage lahmgelegt.

Das ägyptische Telekommunikationsministerium hatte erklärt, dass die Internet-Dienste am Sonntag wieder zu 85 Prozent zur Verfügung stünden. Die Datenströme seien von den gekappten Mittelmeer-Kabeln auf andere Verbindungslinien umgeleitet worden. Bis die Kapazitäten vollständig wiederhergestellt sind, werden allerdings noch viele Tage vergehen.

Ein Reparaturschiff ist von Frankreich aus auf dem Weg zur Unglücksstelle nahe Sizilien. Planungen der Betreiberfirma France Telecom zufolge soll eines der drei beschädigten Kabel am 25. Dezember so weit repariert sein, dass es wieder in Betrieb genommen werden kann. Eine vollständige Normalisierung wird aber nicht vor Jahresende erwartet.

mak/dpa



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