Zugunsten des mobilen Internets Kabinett läutet Ende von DVB-T ein

Bis 2018 soll es in Deutschland flächendeckend schnelles Internet geben. Das Bundeskabinett hat entschieden, dafür nötige TV-Frequenzen für den Mobilfunk freizugeben. Nutzer des alten DVB-T benötigen dann einen neuen Decoder.
Infrastrukturminister Dobrindt: Das Bundeskabinett hat eine Verordnungsänderung beschlossen

Infrastrukturminister Dobrindt: Das Bundeskabinett hat eine Verordnungsänderung beschlossen

Foto: JOHN MACDOUGALL/ AFP

TV-Zuschauer, die ihr Programm über das digitale Antennenfernsehen DVB-T empfangen, werden technisch aufrüsten müssen. Mit der Freigabe zusätzlicher Funkfrequenzen für den Ausbau des schnellen Internets in Deutschland geht auch der Wechsel zum Format DVB-T2 einher.

Das neue digitale Antennenfernsehen DVB-T2 kann im Gegensatz zum alten Standard auch Programme in hoher Auflösung (HD) ausstrahlen. Es bietet zudem eine größere Programmvielfalt und soll einen besseren mobilen Empfang ermöglichen.

Der neue Standard ist allerdings nicht mit der Vorgängerversion kompatibel.

Fernsehzuschauer, die bislang das TV-Signal über DVB-T empfangen, werden sich daher einen neuen Decoder für DVB-T2 anschaffen oder auf einen anderen Empfangsweg wie Satellit, Kabel oder Internet ausweichen müssen. Einfache Empfangsboxen für DVB-T2 sind im Einzelhandel ab rund 30 Euro zu haben.

Das Bundeskabinett beschloss am Mittwoch eine Änderung der Frequenzverordnung , wodurch die bisher vom alten DVB-T belegten 700-Megahertz-Frequenzen künftig dem mobilen Internet dienen. Damit seien alle rechtlichen Voraussetzungen für eine im zweiten Quartal 2015 geplante Auktion der Frequenzen geschaffen, sagte Infrastrukturminister Alexander Dobrindt (CSU).

Aus der Versteigerung der Nutzungsrechte für die Frequenzen erhofft sich Dobrindt einen Milliardenbetrag, der nach Abzug von Umstellungskosten für den Breitbandausbau reserviert werden soll. Aus den Mitteln werden auch Nutzer von drahtlosen Mikrofonanlagen entschädigt, die ebenfalls auf neue Technik umsteigen müssen.

Die Bundesregierung hat das Ziel ausgegeben, bis 2018 flächendeckend Übertragungsgeschwindigkeiten von 50 Megabit pro Sekunde zu ermöglichen. Bundesweit sind solche schnellen Zugänge aktuell für ungefähr zwei Drittel der Haushalte verfügbar. Vor allem in dünn besiedelten Gebieten soll die Abdeckung über mobiles Breitband erfolgen statt über vergrabene Kabel. Eine Vollabdeckung mit 50 Megabit erfordert laut Schätzungen Investitionen von bis zu 20 Milliarden Euro.

SPD-Fraktionsvize Sören Bartol sagt, man wolle "die digitale Spaltung zwischen Stadt und Land überwinden und das schnelle Internet für alle". Er erwarte für den Breitbandausbau auch Mittel aus den zusätzlichen Investitionen von zehn Milliarden Euro, die die Bundesregierung für 2016 bis 2018 angekündigt hat.

Der Ertrag aus der Versteigerung der 700-Megahertz-Frequenzen soll je zur Hälfte zwischen Bund und Ländern aufgeteilt werden. Dann soll das Geld für den Ausbau der Internetversorgung über Förderprogramme von Bund und Ländern eingesetzt werden.

mbö/dpa/AFP
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