DVD-Filmbeileger Banditen, Bankräuber und böse Junggesellen

Das neue Jahr beginnt mit prallen, frischen Filmbeilegern, auch wenn sich durch die Reihe weg Terroristen, Mörder, Bankräuber, Knackis und Vampire die Klinke in die Hand geben. Von herzkuscheligem Gefühlskino kaum eine Spur, doch zum Schluss gibt’s noch was zu lachen.


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"Banditen!"

, USA 2001. Regie: Barry Levinson. Darsteller: Bruce Willis, Cate Blanchett, Billy Bob Thornton. FSK: 12 Jahre. Preis: 3,30 Euro.

Einen harmlosen, erholsamen Jahreseinstieg schafft man mit dieser gutwilligen Dreiecksgeschichte zwischen den frisch aus dem Knast abgehauenen Bankräubern Joe (B. Willis) und Terry (B.B. Thornton) sowie der aus ihrem Heim geflohenen, charmanten Hausfrau Kate (C. Blanchet). Letztere bringt auf herzbrecherische Art die verkleidungswütigen, hypochondrischen Räuber in arge Bedrängnis - und Bruce Willis sogar zum Singen! Wer das nicht verpassen will und auch sonst einfach nur nettes Popcornkino sucht, ist hier genau richtig.

Seit dem 04.01. im Handel, nächste Ausgabe am 01.02.

Computer-Bild
"Die Verurteilten", USA 1994. Regie: Frank Darabont. Darsteller: Tim Robbins, Morgan Freeman, Bob Gunton. FSK: 12 Jahre. Preis: 3,30 Euro.

Während die "Banditen" dem Gefängnis entfliehen, können wir hier den "Verurteilten" bei ihrem harten Leben in derselben Anstalt über die Schulter schauen. Dabei erzählt uns Frank Darabont, der spätere Regisseur von "The Green Mile", das Schicksal eines angeblich unschuldig verurteilten Bankers und seiner Mitgefangenen in einer eindrücklichen Geschichte um Freundschaft und das Überleben im Knast, wobei er aber nie den Boden unter den Füßen verliert und in Kitsch oder Pathos abdriftet. Vielleicht hält der Film deshalb den zweiten Platz der Internet-Filmdatenbank "IMBD" - was allemal schon ein Grund wäre, sich das gute Stück genauer anzuschauen. Aber zusammen mit dem unschlagbaren Preis wird daraus endgültig unser Schäppchentipp des Monats.

Seit dem 09.01. im Handel, nächste Ausgabe am 23.01.

Homevision
"Very Bad Things", USA 1998. Regie: Peter Berg. Darsteller: Camaron Diaz, Jon Favreau, Christian Slater. FSK: 16 Jahre. Preis: 4,90 Euro.

Als dritte im Bunde zeigt uns die "Homevision" schließlich, wie man versuchen kann, gar nicht erst in den Knast zu kommen: Nach einem tödlichen Missgeschick beim Junggesellenabschied seines Freundes Michael (J. Favreau) ist Body (Ch. Slater) die treibende Kraft einer brutalen Gewaltspirale, in die alle Beteiligten erst unfreiwillig und dann immer hysterischer einsteigen, um sich ihrer gerechten Strafe zu entziehen. Die stur heiratsgewillte Braut (C. Diaz) wagt derweil nicht zu glauben, was sie da sieht, und man ist nah dran, sich ihrem Urteil anzuschließen, doch das tiefmakabre Ende entschädigt für vieles. Nichts für zarte Naturen, aber als interessante Geschmacklosigkeit beachtenswert.

Erscheint am 13.01. im Handel

PCgo
"Collateral Damage", USA 2002. Regie: Andrew Davis. Darsteller: Arnold Schwarzenegger, Elias Koteas, Francesca Neri. FSK: 16 Jahre. Preis: 6,99 Euro.

Überraschend ruhig geht es hingegen in dem eher zwiespältigen "Arnie-Kracher" zu, wenn ein kreuzguter Feuerwehrmann in alltagsheldenhafter Verzweiflung die Spur von Terroristen aufnimmt, nachdem die zufällig seine Familie in die Luft sprengen. Der "Film zum Gouverneur" fand sich um einiges günstiger bereits im September 2005 in "SFT" und "Widescreen" - für den saftigen Aufpreis bekommt man hier immerhin noch eine Dokumentation des Discovery-Channels über Krabbenfischer im Eismeer, drei Hörbücher, 15 Software-Vollversionen und zwei Trailer präsentiert.

Ist seit dem 05.01. im Handel, nächste Ausgabe am 03.02.

PC Magazin
"Basic - Hinter jeder Lüge eine Wahrheit", USA 2003. Regie: John McTiernan. Darsteller: John Travolta, Connie Nielsen, Samuel L. Jackson. FSK: 16 Jahre. Preis: 6,99 Euro.

Den Wiederholungspokal gewinnt aber diesmal das "PC Magazin": Im August 2005 schrieben wir bereits "spannendes Unterhaltungskino" über den verwickelten, im kolumbianischen Trainingslager der US-Army spielenden Military-Krimi namens "Basic". In jenem verregneten Sommermonat lag die DVD nämlich ebenfalls der "Widescreen" und der "SFT" bei - zu Weihnachten folgte dann das Schwestermagazin "PCgo". Da die DVD sonst nur einen kurzen Animationsfilm enthält, der sich auch im Internet findet, wird bei diesem Preis wohl auch noch einiges lesenswertes im Heft stehen müssen, bevor da jemand seine Brieftasche zückt.

Ergänzung: Die DVD des "PC Magazin" enthält darüber hinaus 15 Software-Vollversionen, u.a. Steganos Security Suite 7 und PaperOffice.

Ist seit dem 05.01. im Handel, nächste Ausgabe am 03.02.

TV Movie
"From Dusk Till Dawn", USA 1996. Regie: Roberto Rodriguez. Darsteller: George Clooney, Salma Hayek, Harvey Keitel, Juliette Lewis. FSK: 16 Jahre. Preis: 3,30 Euro.

Was soll man über den wohl bekanntesten Rodriguez-Klassiker noch sagen, außer, dass er hier leider nur gekürzt auf die Reise geht? Nur Gutes natürlich! Denn es wird trotzdem ein Höllenspaß, wenn die Gecko-Brüder (G. Clooney / Q. Tarantino) - nach diversen Gewalttaten auf der Flucht - mit ihren schrägen Geiseln im Schlepptau in der berüchtigten Biker-Bar "Titty-Twister" landen, die sich - nach diversen Schnäpsen und scharfen Tanzeinlagen - als tödliche Vampirfalle entpuppt. Wer diese Splatter-Groteske noch nicht kennt, sollte sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen, außerdem gibt's ja noch das Fernsehprogramm dazu.

Erscheint am 13.01. im Handel

Widescreen
"Abgezockt!", USA 2002. Regie: Gavin Gazer. Darsteller: Alicia Silverstone, Woody Harrelson, Rachel Leight Cook, John Cleese. FSK: 12 Jahre. Preis: 4,99 Euro.

Zum guten Schluss darf man dann noch einmal herzlichen lachen, weil ein Haufen alltagsbekloppter Bankangestellter in Raub und Betrug ihr Glück suchen und sich derweil wegen ihres schlechten Timings selbst in die Pfanne hauen - wenn das immer so überzeugend vorgespielt würde, dann bräuchte man sich über intelligentes Unterhaltungskino keine Sorgen mehr machen. Lockerflockig schafft es Gavin Gazer, die frei schwebenden Erzählstränge und die tolle Schauspielercrew zu einem furiosen Ganzen zusammenzufügen: das entschärft vielleicht auch etwas all die blutrünstigen Taten in den restlichen DVD-Titeln, die den Monatsbeginn prägen.

Seit dem 04.01. im Handel, nächste Ausgabe am 01.02.



insgesamt 431 Beiträge
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Seite 1
christian simons 14.06.2005
1.
Der größte Segen der DVD besteht für mich nicht in der oft brillianten Bild und Tonqualität, den vielen Extras und den sorgfältig restaurierten, originalgetreuen Fassungen der Filme. Nein, es ist die Sprachauswahl die mich immer wieder beglückt. Vor ca. zehn Jahren mußte ich noch, um Filme im Original geniessen zu können, ins sechzig Kilometer entfernte Landstuhl fahren, auf halblegalen Wegen britisches Pay-TV ordern oder überteuerte Videos aus dem Ausland importieren. Die einzigen Haare in der Suppe sind für mich nur noch deutsche DVD-Editionen, wie zB "Magnolia" und "Pulp Fiction", bei denen man die Zwangsuntertitelung nicht ausschalten kann. Dazu noch ein Videobeamer und eine Dolby Surround-Anlage, die heutzutage auch nicht mehr die Welt kosten, und man kommt dem Kino-Erlebnis zu Hause sehr sehr nahe. Ich meine, die Filmtheater haben Grund sich Sorgen zu machen. BTW, Meine DVDs (http://www.intervocative.com/dvdcollection.aspx/Garak)
prefec2 14.06.2005
2. Das Kino?
Die sogenannten großen Blockbuster sollen nun also auch zeitgleich auf DVD und im Fernsehen zu haben sein. Das soll (mal wieder) das Ende des Kinos sein. Ich denke das wird (wieder) nicht eintreten. Un das hat ganz einfache Gründe. 1. Es gibt Filme, die egal wie gross die Leinwand ist, zuhause nicht gut rüberkommen. Das hat auch nichts mit dem Sound in 5D-Quattro Surround Dolby Qäck zu tun. Es geht hier um Atmosphäre. 2. Das Autorenkino oder andere schöne Kleinode werden auch weiterhin vom Publikum im Kino bevorzugt. Nur eine Sorte von Kino wird in Zukunft seine Schwierigkeiten haben. Das sind diese Cinemaxx-/Mutliplex-Volx-Kinos, welche Hollywood Weichware an die Wand werfen, welche Handlungsfrei ist. Dieser Personenkreis ist sowieso in "Geiz ist Geil"- und "konsumieren noch viel geiler"-Stimmung. Die werden dann lieber "Zapp das Monster 5" oder "Batman 500" zuhause ansehen, wo die Cola nur 50 cent kostet und das Popcorn aus der Microwelle kommt. Man könnte es auch einfach so sagen. Konsumkino hat mit dieser neuen Vertiebsform seine Probleme. Ein ordentliches Progammkino indes nicht. Oder noch drastischer. Unterschichtenkino wird darunter leiden.
DJ Doena 14.06.2005
3.
---Zitat von christian simons--- Meine DVDs (http://www.intervocative.com/dvdcollection.aspx/Garak) ---Zitatende--- Mist, deiner is länger wie meiner (http://www.intervocative.com/dvdcollection.aspx/DJ%20Doena) Bei mir sind es mehrere Gründe: O-Ton ist einer, die Soundqualität ein anderer, neulich bei Star Wars 3 wieder Quatscher im Publikum gehabt und die Boxen haben gedröhnt. Ausserdem kostet ein Kinobesuch in Offenbach 11€ (7,50€ Karte, 3,30€ Fahrkarte), nach 3 Monaten bekommt man die DVD für 15€. Zu empfehlen ist auch dieser Thread hier: http://www.areadvd.de/vb/showthread.php?s=&goto=lastpost&threadid=22637 Ausserdem bekomme ich auf DVD das zu sehen, was im Kino fehlt, z.B. bei der Herr der Ringe SEE, die je Film(!) 35 bis 50 Minuten länger ist, als die Kinofassung
christian simons 14.06.2005
4.
---Zitat von DJ Doena--- Mist, deiner is länger wie meiner (http://www.intervocative.com/dvdcollection.aspx/DJ%20Doena) ---Zitatende--- Das scheint nach oberflächlicher Durchsicht daran zu liegen, dass es für mich auch schon vor 1980 gute Filme gegeben hat. *evil grin*
DJ Doena 14.06.2005
5.
---Zitat von christian simons--- Das scheint nach oberflächlicher Durchsicht daran zu liegen, dass es für mich auch schon vor 1980 gute Filme gegeben hat. *evil grin* ---Zitatende--- Vor 1980 gab es Filme?! *bauklötze staun*
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