DVD-Filmbeileger Kleines Programm zwischen den Jahren

Die Defa-Indianer durchstreifen die Prärie, während sich Lara Croft den Weg freiballert: Das Jahres-Restprogramm der DVD-Beileger müffelt am einen oder anderen Ende. Doch auch für Schnäppchenjäger gibt es noch Erfolgserlebnisse, wenn Nicolas Cage und David Caruso sich in einem feinen Film Noir gegenüber stehen.


Computer-Bild
"Lara Croft - Tomb Raider"

, USA 2001. Regie: Simon West. Darsteller: Angelina Jolie, Jon Voight, Iain Glen. FSK: 12 Jahre. Preis: 3,30 Euro.

Wiederholungstäterin: Lara Croft alias Angelina Jolie

Wiederholungstäterin: Lara Croft alias Angelina Jolie

Da haben wir leider schon wieder eine Beilleger-Wiederholung - diesmal aus dem Wonnemonat Mai, als uns das Abenteuermärchen mit der "TV Movie" ins Haus flatterte. Doch nicht nur das: Bereits einen Tag nach Erscheinen der "Computer-Bild" lief der Film werberfrei und ungeschnitten im ZDF - welche Marketingidee steckt da wohl dahinter? Und im letzen Jahr sahen wir ihn dort ebenfalls kurz nach Weihnachten: "Lara Croft" als Dauerbrenner der Öffentlich-Rechtlichen zwischen den Jahren?

Warum nicht, schließlich bietet Angelina Jolie in der Titelrolle dieser farbprächtigen und den Hirnschmalz schonenden Verlängerung des gleichnamigen Videospiels in die Welt des Films vor allem sich selbst: Durch und durch und rundum dekorativ ballert sie sich durch eine hanebüchene Story, die wirkt, als habe sich der altersschwache Indiana Jones im Drogenrausch die Traumfrau, die er nie traf, zurecht geträumt - und das kann durchaus Spaß machen, wenn man den Kopf abstellt: Schatz, mach doch schon mal das Popcorn auf!

Seit dem 27.12. im Handel, nächste Ausgabe am 09.01.

SFT
"Wild Wedding - Ein ungleiches Paar", USA 2003. Regie: Andrew Fleming. Darsteller: Michael Douglas, Albert Brooks, Vladimir Radian. FSK: 12 Jahre. Preis: 2,99 Euro.

Wie erwartet liegt der neuen "SFT" der gleiche Film bei, der auch die Verlagsschwester "Widescreen" in diesem Monat schmückte und in unserer letzen Übersicht besprochen wurde. Ebenso sollten diejenigen Käufer, die im vergangenen Monat leer ausgingen, auf ihrer DVD nun zusätzlich das Jackie-Chan-Frühwerk "Der Meister mit den gebrochen Händen" finden. Die "SFT" hatte ja im November mit dem Verkauf unterschiedlicher Ausgaben in unterschiedlichen Verbreitungsgebieten - teilweise sogar mit unterschiedliche Preisen - für einige Verwirrung gesorgt und angekündigt, es im Dezember genau anders herum zu versuchen: wir sind schon gespannt, welche Schlüsse die Vertriebsexperten der "SFT" aus dieser Aktion ziehen.

Seit dem 28.12. im Handel, nächste Ausgabe am 25.01.

Super-Illu
"Die Söhne der großen Bärin", DDR 1966. Regie: Josef Mach. Darsteller: Gojko Mitić, Jirí Vrstala, Rolf Römer. FSK: 6. Preis 2,99 Euro.

Politisch korrekt: Die Defa-Indianer verteidigen die Prärie gegen die Imperialisten

Politisch korrekt: Die Defa-Indianer verteidigen die Prärie gegen die Imperialisten

Nach einer populären Buchvorlage von Liselotte Welskopf-Henrich drehte die Defa im Fahrwasser der schnuckeligen, kodakchrom-bunten Karl-May-Verfilmungen in den sechziger Jahren mit großer Improvisationsfreude ihren ersten Indianerfilm. Es geht dabei um die Vertreibung des Stammes der Dakota aus den Black Hills - natürlich weil Bleichgesichter es auf die dortigen Goldvorkommen abgesehen hatten - und alles gipfelt standesgemäß im letzten Gefecht zwischen dem bösen Kopfgeldjäger "Red Fox" und dem guten Indianerhäuptling "Tokei-ihto". Letzterer wird übrigens dargestellt von Gojko Mitić, der 1992 den elf Jahre älteren Pierre Brice als Winnetou in Bad Segeberg in würdiger Nachfolge ablöste. Handwerklich ist der Streifen nicht so toll, aber mit viel Verve und dem entscheidenden Klassikerbonus ein zumindest denkwürdiges Filmereignis.

Vom 05.01. bis zum 11.01. im Handel

TV Movie
"Kiss of Death - Der Todeskuss", USA 1995. Regie: Barbet Schroeder. Darsteller: David Caruso, Samuel L. Jackson, Nicolas Cage, Helen Hunt. FSK: 16 Jahre. Preis: 3,30 Euro.

Spannend: Der endlich mal böse Cage gegen einen noch recht jungen Caruso

Spannend: Der endlich mal böse Cage gegen einen noch recht jungen Caruso

Endlich durfte Nicolas Cage seinen Frust als vom Schicksal geschundener Gutmensch mal in der Rolle des knallharten Killers ablassen: In der Neuverfilmung des gleichnamigen Film Noirs von 1947 spielt er in den Fußstapfen von Richard Widmark hier den diabolischen Gangsterboss "Little Junior", der im Fadenkreuz einer verwickelten Polizeiermittlung steht. Vorher spielt er aber noch dem kleinen Gauner Jimmy (D. Caruso) übel mit, der fortan verdeckt zusammen mit der Polizei gegen ihn vorgeht - dabei verwischen die Grenzen zwischen Gut und Böse immer mehr und ehe man sich versieht, steckt man auch schon mitten drin in diesem "gut geölten Stück Unterhaltungskino", wie der "Blickpunkt: Film" damals zu Recht urteilte. Unser Schnäppchentipp zum Jahreswechsel.

Erscheint am 30.12. im Handel



insgesamt 431 Beiträge
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Seite 1
christian simons 14.06.2005
1.
Der größte Segen der DVD besteht für mich nicht in der oft brillianten Bild und Tonqualität, den vielen Extras und den sorgfältig restaurierten, originalgetreuen Fassungen der Filme. Nein, es ist die Sprachauswahl die mich immer wieder beglückt. Vor ca. zehn Jahren mußte ich noch, um Filme im Original geniessen zu können, ins sechzig Kilometer entfernte Landstuhl fahren, auf halblegalen Wegen britisches Pay-TV ordern oder überteuerte Videos aus dem Ausland importieren. Die einzigen Haare in der Suppe sind für mich nur noch deutsche DVD-Editionen, wie zB "Magnolia" und "Pulp Fiction", bei denen man die Zwangsuntertitelung nicht ausschalten kann. Dazu noch ein Videobeamer und eine Dolby Surround-Anlage, die heutzutage auch nicht mehr die Welt kosten, und man kommt dem Kino-Erlebnis zu Hause sehr sehr nahe. Ich meine, die Filmtheater haben Grund sich Sorgen zu machen. BTW, Meine DVDs (http://www.intervocative.com/dvdcollection.aspx/Garak)
prefec2 14.06.2005
2. Das Kino?
Die sogenannten großen Blockbuster sollen nun also auch zeitgleich auf DVD und im Fernsehen zu haben sein. Das soll (mal wieder) das Ende des Kinos sein. Ich denke das wird (wieder) nicht eintreten. Un das hat ganz einfache Gründe. 1. Es gibt Filme, die egal wie gross die Leinwand ist, zuhause nicht gut rüberkommen. Das hat auch nichts mit dem Sound in 5D-Quattro Surround Dolby Qäck zu tun. Es geht hier um Atmosphäre. 2. Das Autorenkino oder andere schöne Kleinode werden auch weiterhin vom Publikum im Kino bevorzugt. Nur eine Sorte von Kino wird in Zukunft seine Schwierigkeiten haben. Das sind diese Cinemaxx-/Mutliplex-Volx-Kinos, welche Hollywood Weichware an die Wand werfen, welche Handlungsfrei ist. Dieser Personenkreis ist sowieso in "Geiz ist Geil"- und "konsumieren noch viel geiler"-Stimmung. Die werden dann lieber "Zapp das Monster 5" oder "Batman 500" zuhause ansehen, wo die Cola nur 50 cent kostet und das Popcorn aus der Microwelle kommt. Man könnte es auch einfach so sagen. Konsumkino hat mit dieser neuen Vertiebsform seine Probleme. Ein ordentliches Progammkino indes nicht. Oder noch drastischer. Unterschichtenkino wird darunter leiden.
DJ Doena 14.06.2005
3.
---Zitat von christian simons--- Meine DVDs (http://www.intervocative.com/dvdcollection.aspx/Garak) ---Zitatende--- Mist, deiner is länger wie meiner (http://www.intervocative.com/dvdcollection.aspx/DJ%20Doena) Bei mir sind es mehrere Gründe: O-Ton ist einer, die Soundqualität ein anderer, neulich bei Star Wars 3 wieder Quatscher im Publikum gehabt und die Boxen haben gedröhnt. Ausserdem kostet ein Kinobesuch in Offenbach 11€ (7,50€ Karte, 3,30€ Fahrkarte), nach 3 Monaten bekommt man die DVD für 15€. Zu empfehlen ist auch dieser Thread hier: http://www.areadvd.de/vb/showthread.php?s=&goto=lastpost&threadid=22637 Ausserdem bekomme ich auf DVD das zu sehen, was im Kino fehlt, z.B. bei der Herr der Ringe SEE, die je Film(!) 35 bis 50 Minuten länger ist, als die Kinofassung
christian simons 14.06.2005
4.
---Zitat von DJ Doena--- Mist, deiner is länger wie meiner (http://www.intervocative.com/dvdcollection.aspx/DJ%20Doena) ---Zitatende--- Das scheint nach oberflächlicher Durchsicht daran zu liegen, dass es für mich auch schon vor 1980 gute Filme gegeben hat. *evil grin*
DJ Doena 14.06.2005
5.
---Zitat von christian simons--- Das scheint nach oberflächlicher Durchsicht daran zu liegen, dass es für mich auch schon vor 1980 gute Filme gegeben hat. *evil grin* ---Zitatende--- Vor 1980 gab es Filme?! *bauklötze staun*
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