DVD-Filmbeileger Russische Bräute und gefälschtes Sushi

Auch in der zweiten Januarhälfte liegt der Fokus bei den meisten aktuellen Beilegern wieder auf knackiger Krimi-Unterhaltung mit einem Hauch Verschrobenheit und Erotik – und das Beste: Diesmal ist nur eine Wiederholung dabei.


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"Lebenszeichen - Proof of Life"

, USA 2000. Regie: Tayler Hackford. Darsteller: Meg Ryan, Russel Crowe, David Morse. FSK: 12 Jahre. Preis: 3,30 Euro.

Treffsicher landet das Springer-Magazin im aktuellen Zeitgeschehen, wenn in dem packenden Geiseldrama um einen entführten Ingenieur seine nicht minder pragmatische Ehefrau (M. Ryan) alles unternimmt, um ihren Mann aus den Händen südamerikanischer Revolutionäre zu befreien. Glück für sie, dass der knallharte Entführungsprofi Thorne (R. Crowe) beschließt, ihr dabei zu helfen, obwohl ihm dafür nur Ruhm und Ehre geboten werden. Viel Action, eine Spur von Lovestory und ein kleiner Einblick in das Handwerk spezialisierter Unterhändler garantieren spannendes Unterhaltungskino mit hohem Schnäppchenfaktor.

Erscheint am 01.02. im Handel.

Computer-Bild
"Birthday Girl - Braut auf Bestellung", USA 2001. Regie: Jez Butterworth. Darsteller: Nicole Kidman, Ben Chaplin, Vincent Cassel, Mathieu Kassovitz. FSK: 12 Jahre. Preis: 3,30 Euro.

Das kann ja nur schief gehen: Aus dem Internet bestellt sich der brave Bankangestellte John (B. Chaplin) als perfekte Braut eine attraktive Russin namens Nadia (N. Kidman). Wider Erwarten qualmt sie ihm nicht nur ununterbrochen was vor, sondern lädt sich zum Geburtstag auch noch ihre zwielichtigen Kumpels Juri (M. Kassovitz) und Alexei (V. Cassel) ein. Fortan ist der arme John nicht mehr Herr im eigenen Landhäuschen und gerät immer tiefer in abstruseste Probleme hinein: einfallsreiche Ganovenkomödie, die mit guter Besetzung für einen kurzweiligen Winterabend reicht - wenn man alles nicht zu ernst nimmt.

Seit dem 23.01. im Handel, nächste Ausgabe am 06.02.

SFT
"Abgezockt!", USA 2002. Regie: Gavin Gazer. Darsteller: Alicia Silverstone, Woody Harrelson, Rachel Leight Cook, John Cleese. FSK: 12 Jahre. Preis: 2,99 Euro.

Wie schon mit der "Widescreen" zu Monatsbeginn darf man auch hier herzlich lachen, wenn ein Haufen alltagsbekloppter Bankangestellter in Raub und Betrug sein Glück sucht und sich derweil wegen schlechten Timings selbst in die Pfanne haut. Außerdem gibt's nicht nur für die Hobbypsychologen unter uns auf der DVD noch den 90 Minuten langen Pilotfilm der Krimiserie "Für alle Fälle Fitz" von 1993 - fast schon ein richtiger Spielfilm und als Dreingabe keineswegs zu verachten.

Seit dem 25.01. im Handel, nächste Ausgabe am 22.02.

Super-Illu
"Nackt unter Wölfen", DDR 1963. Regie: Frank Beyer. Darsteller: Erwin Geschonneck, Gerry Wolff, Armin Mueller-Stahl. FSK: 12. Preis 2,99 Euro.

Bruno Apitz schrieb 1958 die Romanvorlage zu der hier verfilmten Innenansicht des Konzentrationslagers Buchenwald, das in der DDR mit seiner Gedenkstätte für den kommunistischen Widerstand große Bedeutung hatte. Vor dem Hintergrund des Lagerlebens in den letzten Wochen bis zur Befreiung lässt Apitz die Geschichte eines jüdischen Kleinkindes spielen, das von den Insassen unter Lebensgefahr vor den Wärtern versteckt wird. Die Verfilmung des Romans Anfang der sechziger Jahre gilt als Meilenstein, denn in der BRD wurde in dieser Zeit das Thema höchstens vor Gericht verhandelt. Der Vergleich zu aktuellen Spielfilmen von Steven Spielberg oder Roberto Benigni lohnt und macht die Zeitgebundenheit der Sichtweisen deutlich, die auch in dem Klassiker von Frank Beyer sehenswert zum Ausdruck kommen.

Vom 02.02. bis zum 08.02. im Handel

TV Movie
"Die Wiege der Sonne", USA 1993. Regie: Philip Kaufmann. Darsteller: Sean Connery, Wesly Snipes, Harvey Kitel. FSK: 16 Jahre. Preis: 3,30 Euro.

Fast zwei Stunden nettes Anschauungsmaterial über beschleunigten technischen Wandel bietet uns die entschärfte Verfilmung einer Romanvorlage von Michael Crichton ("Nippon Connection"), denn die 1993 so staunenswerten technischen Gimmicks wirken heute sehr antiquiert. Die Story über intrigante Verwicklungen zwischen japanischen und US-amerikanischen Multis, in deren Mitte ein totes Callgirl auftaucht, liefert trotzdem eine interessante Grundlage für coole Bilder und eine ebensolche Atmosphäre. Doch irgendwie fehlt der letzte Schliff, und so bleibt leider "nur" ein verwirrendes Stück mit erstklassiger Besetzung und dem Versuch, sich japanischer Unternehmenskultur filmisch anzunähern.

Ist seit dem 27.01. im Handel, nächste Ausgabe am 10.02.

Widescreen
Widescreen "Killing Me Softly", GB 2002. Regie: Chen Kaige. Darsteller: Heather Graham, Joseph Fiennes, Natascha McElhone. FSK: 16 Jahre. Preis: 4,99 Euro.

Fast fühlt man sich in die achtziger Jahre versetzt, als Sexszenen beinahe 80 Prozent der Filmhandlung zu ersetzen schienen, doch so einfach funktioniert dieser Thriller nicht: Denn der schöne Adam (J. Fiennes), für den Alice (H. Graham) ihren bisherigen Verlobten einfach stehen lässt, entpuppt sich nicht nur im Bett zunehmend als unberechenbar. Ein dunkler Verdacht nimmt bedrohliche Ausmaße an und so schwankt Alice immer stärker zwischen Leidenschaft und Angst, bis sie überhaupt nicht mehr weiß, was sie glauben soll: ein etwas undurchsichtiger Erotikthriller für Fans dieses Genres - alle anderen können ja ein paar Szenen vorspulen.

Erscheint am 01.02. im Handel



insgesamt 431 Beiträge
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Seite 1
christian simons 14.06.2005
1.
Der größte Segen der DVD besteht für mich nicht in der oft brillianten Bild und Tonqualität, den vielen Extras und den sorgfältig restaurierten, originalgetreuen Fassungen der Filme. Nein, es ist die Sprachauswahl die mich immer wieder beglückt. Vor ca. zehn Jahren mußte ich noch, um Filme im Original geniessen zu können, ins sechzig Kilometer entfernte Landstuhl fahren, auf halblegalen Wegen britisches Pay-TV ordern oder überteuerte Videos aus dem Ausland importieren. Die einzigen Haare in der Suppe sind für mich nur noch deutsche DVD-Editionen, wie zB "Magnolia" und "Pulp Fiction", bei denen man die Zwangsuntertitelung nicht ausschalten kann. Dazu noch ein Videobeamer und eine Dolby Surround-Anlage, die heutzutage auch nicht mehr die Welt kosten, und man kommt dem Kino-Erlebnis zu Hause sehr sehr nahe. Ich meine, die Filmtheater haben Grund sich Sorgen zu machen. BTW, Meine DVDs (http://www.intervocative.com/dvdcollection.aspx/Garak)
prefec2 14.06.2005
2. Das Kino?
Die sogenannten großen Blockbuster sollen nun also auch zeitgleich auf DVD und im Fernsehen zu haben sein. Das soll (mal wieder) das Ende des Kinos sein. Ich denke das wird (wieder) nicht eintreten. Un das hat ganz einfache Gründe. 1. Es gibt Filme, die egal wie gross die Leinwand ist, zuhause nicht gut rüberkommen. Das hat auch nichts mit dem Sound in 5D-Quattro Surround Dolby Qäck zu tun. Es geht hier um Atmosphäre. 2. Das Autorenkino oder andere schöne Kleinode werden auch weiterhin vom Publikum im Kino bevorzugt. Nur eine Sorte von Kino wird in Zukunft seine Schwierigkeiten haben. Das sind diese Cinemaxx-/Mutliplex-Volx-Kinos, welche Hollywood Weichware an die Wand werfen, welche Handlungsfrei ist. Dieser Personenkreis ist sowieso in "Geiz ist Geil"- und "konsumieren noch viel geiler"-Stimmung. Die werden dann lieber "Zapp das Monster 5" oder "Batman 500" zuhause ansehen, wo die Cola nur 50 cent kostet und das Popcorn aus der Microwelle kommt. Man könnte es auch einfach so sagen. Konsumkino hat mit dieser neuen Vertiebsform seine Probleme. Ein ordentliches Progammkino indes nicht. Oder noch drastischer. Unterschichtenkino wird darunter leiden.
DJ Doena 14.06.2005
3.
---Zitat von christian simons--- Meine DVDs (http://www.intervocative.com/dvdcollection.aspx/Garak) ---Zitatende--- Mist, deiner is länger wie meiner (http://www.intervocative.com/dvdcollection.aspx/DJ%20Doena) Bei mir sind es mehrere Gründe: O-Ton ist einer, die Soundqualität ein anderer, neulich bei Star Wars 3 wieder Quatscher im Publikum gehabt und die Boxen haben gedröhnt. Ausserdem kostet ein Kinobesuch in Offenbach 11€ (7,50€ Karte, 3,30€ Fahrkarte), nach 3 Monaten bekommt man die DVD für 15€. Zu empfehlen ist auch dieser Thread hier: http://www.areadvd.de/vb/showthread.php?s=&goto=lastpost&threadid=22637 Ausserdem bekomme ich auf DVD das zu sehen, was im Kino fehlt, z.B. bei der Herr der Ringe SEE, die je Film(!) 35 bis 50 Minuten länger ist, als die Kinofassung
christian simons 14.06.2005
4.
---Zitat von DJ Doena--- Mist, deiner is länger wie meiner (http://www.intervocative.com/dvdcollection.aspx/DJ%20Doena) ---Zitatende--- Das scheint nach oberflächlicher Durchsicht daran zu liegen, dass es für mich auch schon vor 1980 gute Filme gegeben hat. *evil grin*
DJ Doena 14.06.2005
5.
---Zitat von christian simons--- Das scheint nach oberflächlicher Durchsicht daran zu liegen, dass es für mich auch schon vor 1980 gute Filme gegeben hat. *evil grin* ---Zitatende--- Vor 1980 gab es Filme?! *bauklötze staun*
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