Nach Betrugsproblemen Ebay-Kleinanzeigen führt Bezahlfunktion ein

Eine neue Zahlungsmethode auf Ebay-Kleinanzeigen soll es Betrügern in Zukunft schwerer machen. Die Gebühren dafür zahlt der Käufer.
Kleinanzeigen-Plattform von Ebay: Wird man sich nicht einig, soll es eine Schlichtung geben

Kleinanzeigen-Plattform von Ebay: Wird man sich nicht einig, soll es eine Schlichtung geben

Foto: imago images / Joko

Mit der neuen "Sicher bezahlen"-Funktion führt Ebay-Kleinanzeigen eine eigene Bezahlmethode ein . Damit erhalten Käufer den Kaufpreis zurück, sollte der Artikel nicht der Beschreibung entsprechen oder gar nicht erst ankommen. Die Kosten für diesen zusätzlichen Service sind jeweils abhängig von der vereinbarten Kaufsumme und von Käuferseite zu tragen. Verkäufer müssen dafür den Artikel nachweislich versichert versenden.

Bisher riet das Unternehmen dazu, auf Ebay-Kleinanzeigen gekaufte Artikel am besten direkt beim Verkäufer abzuholen. Ein Versand konnte zwar individuell vereinbart werden, stellte aber ein Risiko dar. Immer wieder nutzten Betrüger den mangelnden Käuferschutz aus, versandten Ware nicht oder schickten gefälschte Artikel. Andersherum berichteten Verkäufer immer wieder von ungerechtfertigten Beschwerden.

Neue Methode ist nicht verpflichtend

Mit der neuen Funktion geht der vom Käufer bezahlte Betrag nun nicht mehr direkt an den Verkäufer, sondern wird treuhänderisch bis zu 14 Tage verwahrt. Erst, wenn der Käufer den Erhalt des Artikels bestätigt, bekommt der Verkäufer sein Geld. Deutliche Abweichungen von der Artikelbeschreibung sollen ebenfalls abgesichert sein, heißt es in einer Pressemitteilung des Unternehmens . Sollten sich beide Parteien nicht einig werden, gebe es gar die Möglichkeit einer Schlichtung. "Die Möglichkeit, die Bezahlung über die Plattform abzuwickeln, bietet sowohl für Käufer als auch Verkäufer ein Plus an Sicherheit", sagt Ebay-Kleinanzeigen-Geschäftsführer Paul Heimann.

Für die Bezahlfunktion nach dem Treuhandprinzip setzt Ebay-Kleinanzeigen auf das niederländische Unternehmen Online Payment Platform, das bereits seit 2017 die Zahlungsabwicklung und den Käuferschutz des Schwesterportals "Marktplaats" betreut.

Die neue Zahlungsmethode ist eine Option, also nicht verpflichtend, und bei Angebotspreisen bis 1000 Euro wählbar. Zunächst ist sie nur für Artikel ausgewählter Kategorien verfügbar, darunter "Spielzeug", "Handy & Telefon" sowie "PCs" und "Notebooks". Eine schrittweise Ausweitung ist angekündigt.

Am Tag vor Bekanntgabe der neuen Funktion veröffentlichte die Onlinehandelsplattform ihre Quartalszahlen. Trotz oder wegen der Corona-Pandemie wuchs der Umsatz des dritten Quartels um ein Viertel im Vergleich zum Vorjahreswert auf 2,6 Milliarden Dollar. Anschließend daran wurde die Umsatzprognose für das laufende Jahr angehoben.

amm
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.