30 Jahre WWW Elf Prozent der Deutschen sind immer noch offline

Das World Wide Web wird von Millionen Deutschen für E-Mails, Steuererklärungen und den Kauf von Weihnachtbäumen genutzt. Aber immer noch bekommen viele andere von all dem nichts mit.
Schriftzug »Wir sind zur Zeit offline …« – für viele Menschen gilt das dauerhaft

Schriftzug »Wir sind zur Zeit offline …« – für viele Menschen gilt das dauerhaft

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Christoph Dernbach/ dpa

Drei Jahrzehnte nach der Vorstellung des Konzepts für das World Wide Web haben acht Millionen Menschen in Deutschland noch keinen Zugang zum Internet. Das geht aus einer Statistik hervor, die der Digitalverband Bitkom am Donnerstag veröffentlicht hat. Demnach nutzen in Deutschland 89 Prozent der Menschen ab 16 Jahren das Internet, das sind insgesamt rund 61 Millionen Personen. Dennoch sei die Gesellschaft weiterhin in Onliner und Offliner geteilt, sagte Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder.

Teilhabe an der Digitalisierung müsse eine Selbstverständlichkeit für alle Menschen in Deutschland sein, forderte Rohleder. »Der Zugang zum Internet ist dabei nur der erste Schritt. Die Menschen müssen sich auch sicher und souverän in der digitalen Welt bewegen können. Dazu muss die digitale Teilhabe in der Breite der Gesellschaft engagierter gefördert werden.« Der überwiegende Teil der Menschheit profitiere aber von dem weltweiten Pool an Daten, Informationen und Wissen, der sich über Websites erschließe, sagte Rohleder.

Der Anlass für die Veröffentlichung der Zahlen ist, dass der Wissenschaftler Tim Berners-Lee am 6. August 1991 sein Konzept für ein World Wide Web mit durch Hyperlinks verbundenen Seiten erstmals einer größeren Fachöffentlichkeit vorgestellt hat. Er veröffentlichte im Online-Debattenforum Usenet einen entsprechenden Vorschlag. Die erste Website der Welt ist noch ein wenig älter: Bereits am 13. November 1990 hatte der britische Physiker die Homepage info.cern.ch  am Kernforschungszentrum CERN bei Genf freigeschaltet. Das Web ist neben der E-Mail der wichtigste Dienst im Internet.

E-Mails, Steuererklärungen und Weihnachtsbäume

Nach Bitkom-Angaben sind inzwischen mehr als vier Milliarden Menschen global miteinander vernetzt. Die Zahl der Websites sei in den vergangenen 30 Jahren regelrecht explodiert. »Heute gibt es mehr als 1,8 Milliarden Websites – im langfristigen Schnitt werden jedes Jahr etwa 60 Millionen Seiten zusätzlich online gestellt«, heißt es vom Bitkom.

Um zu illustrieren, wozu die Menschen das Internet, von dem das World Wide Web nur eine Teilmenge ist, nutzen, hat der Bitkom zudem eine Reihe von Zahlen zusammengestellt. Demnach erhalten beispielsweise Berufstätige im Durchschnitt 26 berufliche E-Mails pro Tag und 28 Millionen Deutsche erledigen ihre Steuerklärung online. Dass ihre persönlichen Daten im Internet sicher sind, glauben aber nur 29 Prozent der Internetnutzerinnen und -nutzer. Und – warum auch immer sich diese Zahl in der Mitteilung des Bitkom  findet – 13 Prozent der Deutschen haben schon einmal einen Weihnachtsbaum online gekauft.

mak/dpa
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