News per Direktnachricht Twitter zeigt neue Tricks vorm Börsengang

Von der Plattform zum Anbieter eigener Inhalte: Vor dem Börsengang experimentiert Twitter mit neuen Angeboten für die Nutzer. Ein virtueller Papagei schickt nun Tagesnachrichten direkt ins Postfach.

Twitter-Logo: Schnell noch zeigen, was alles möglich wäre
REUTERS

Twitter-Logo: Schnell noch zeigen, was alles möglich wäre


Twitter hat einen neuen Account eröffnet: Wer dem @eventparrot folgt, soll künftig mit News versorgt werden - allerdings nicht per Tweet, sondern gleich per Direktnachricht. Das unterschiedet das neue Konto von den vielen Konten, die Nachrichten zum Tagesgeschehen per Tweet absetzen. Denn im stetigen Strom der 140-Zeichen-Botschaften kann eine Meldung schon einmal schnell übersehen werden und untergehen.

Anders ist das, wenn sie direkt ans Postfach gesandt wird und auch dann noch da ist, wenn man als Nutzer eine Zeit lang nicht auf Twitter unterwegs war. Und eine Direktnachricht lässt sich ganz auf die Interessen eines einzelnen Nutzers abstimmen.

"Dies ist ein Twitter-Experiment", steht in der Beschreibung des neuen Accounts, dem bereits mehr 24.000 Nutzer folgen. Und über das neue Feature wird bereits diskutiert: In vielen Tweets und Tech-Blogs wurde zunächst spekuliert, ob es sich überhaupt um einen echten Account von Twitter selbst handelt. Mittlerweile ist @eventparrot verifiziert, und mittlerweile weisen auch Firmenmitarbeiter auf das Experimentalkonto hin.

Twitter experimentiert vor dem Börsengang

Kurz vor dem geplanten Börsengang des Unternehmens häufen sich die Neuigkeiten: Ende September wurde die neue Funktion Alerts vorgestellt, mit dem Städte und Behörden in Notfällen, etwa bei Naturkatastrophen, Alarm-Tweets verschicken können. Diese Warnungen erreichen die Bevölkerung auch als SMS direkt auf dem Handy. Statt wie bisher über Radio und Fernsehen sollen Bürger wichtige Informationen zukünftig mit Hilfe von Twitter erhalten.

Dann wurde jüngst bekannt, dass Twitter eine Partnerschaft mit dem amerikanischen Kabelnetzbetreiber Comcast eingegangen ist. Nutzer sollen ab November Kurznachrichten mit einem "See it"-Button verschicken können; so können zumindest Comcast-Kunden direkt auf ihrem Rechner, Tablet oder Smartphone Fernsehsendungen sehen und aufnehmen. Außerdem sei man eine Werbepartnerschaft eingegangen, teilte Comcast mit.

Jetzt also der Nachrichten-Account. Es scheint, also wolle Twitter vor dem Börsengang schnell noch zeigen, wie hoch das Potential des Dienstes wirklich ist oder sein kann. Denn anders als Facebook schreibt der Kurznachrichtendienst bei seinem Börsengang noch keine schwarzen Zahlen - und gilt trotzdem als große Hoffnung.

Ein Twitter für alle Fälle

Nun präsentiert sich Twitter mehr und mehr als möglicher Universaldienst: Twitter könnte seinen Nutzern die neuesten Nachrichten liefern, sie in Notfällen mit den wichtigsten Informationen versorgen und gleichzeitig Fernseher und Zeitung für die Menschen sein. Ein Twitter für alle Fälle sozusagen.

Solche Angebote versprechen Nutzerwachstum und Werbeerlöse - erst recht, wenn die Angebote mehr und mehr individualisiert und auf den einzelnen Nutzer zugeschnitten sind. So kann der Dienst anhand des Nutzerverhaltens nicht nur neue Accounts zum Folgen und Geschichten vorschlagen, sondern auch individuell ausgewählte Nachrichten und Werbebotschaften verschicken.

Auch hier probiert Twitter schon herum: Der Account @MagicRecs zum Beispiel versorgt seine Follower bereits mit auf sie zugeschnittenen Empfehlungen zu Inhalten oder Accounts - und zwar ebenfalls per Direktnachricht. Unter den Followern virtuellen Nachrichten-Papageis findet sich schon ein weiterer Artgenosse: der Sports Parrot (@sportsparrot). Zwar hat dieses Konto noch keine Follower und ist auch noch nicht verifiziert, aber die Botschaft darunter verspricht: Wer diesem Account folge, solle per Direktnachricht mit News zum Thema Sport versorgt werden.

juh



insgesamt 1 Beitrag
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Seite 1
xxbigj 11.10.2013
1.
Wie kann man den User noch mehr nerven! Antwort ein Papagei schicken;)
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