EverestNoFilter Auf zum Mount Everest - mit Snapchat

Die Amerikaner Adrian Ballinger und Cory Richards wollen den höchsten Berg der Erde besteigen. Auf Snapchat kann man ihr Abenteuer in Bildern mitverfolgen.

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Die Bergsteiger Adrian Ballinger und Cory Richards kehren zu ihrem Lager zurück. Heute waren sie auf 7000 Höhenmetern unterwegs. Geschlafen wird etwas weiter unten am Berg, um die Höhenkrankheit zu vermeiden. Die Zelte versinken im Schnee, nur noch die gelben Spitzen ragen aus der dicken Schneedecke hervor. Über ihnen thront der Gipfel des Mount Everest. Richards und Ballinger machen ein Selfie, auf dem sie per Snapchat-App ihre Gesichter tauschen. Ihr Kommentar dazu: "So ungefähr fühlt man sich in dieser Höhe."

Jeden Tag gibt es auf dem Snapchat-Account "EverestNoFilter" Updates des Ausnahmebergsteigers Ballinger und des National-Geographic-Fotografen Richards. Ballinger besteigt den weltberühmten Berg in Nepal bereits zum sechsten Mal. In diesem Jahr soll es ohne die Hilfe einer Sauerstoffmaske klappen. Sein Ziel ist es, heil anzukommen, ohne abgefrorene Zehen und Finger, aber auch mit einem Snap vom höchsten Gipfel der Erde.

Dank Satelliteninternet können die beiden Bergsteiger ihre Community regelmäßig mit Snaps aus eisigen Höhen auf dem Laufenden halten. Das "No Filter" im Namen des Accounts ist Programm: Die Snaps sind ungeschönt und direkt. Man ist hautnah dabei, wenn die beiden Amerikaner Eisblöcke zerhacken, um sich zu waschen, wenn sie sich durch einen Schneesturm kämpfen oder beim Akklimatisieren im Zelt Videos gucken. Es sind spektakuläre Ein- und Ausblicke in das Abenteuer der Extrembergsteiger und die Berge des Himalaya.

Eingeschneite Zelte
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Eingeschneite Zelte

Mit ihrer Snapchat-Aktion unterstützen Richards und Ballinger die nepalesische dZi Foundation, die sich für eine nachhaltige Entwicklung des kleinen, asiatischen Landes einsetzt. Bei ihrem Aufstieg werden sie von einer Reihe namhafter Sportmarken unterstützt. Ballingers und Richards' Erlebnisse sollen den Bergtourismus in Nepal ankurbeln. In den vergangenen drei Jahren gab es mehrere schwere Unglücke und Erdbeben auf den beliebten Bergrouten am Everest und in der Annapurna-Region. Große Teile der Hauptstadt Kathmandu wurden zerstört. Der für Nepal so wichtige Tourismus war daraufhin nahezu zum Erliegen gekommen.

Am 4. Mai bestiegen zum erste Mal seit zwei Jahren wieder Menschen den Gipfel des Mount Everest. Bis Ende Mai wollen auch Adrian Ballinger und Cory Richards dort oben ankommen. Bis dahin kann man bei Snapchat (und auch bei Instagram) die Abenteuer der beiden Bergsteiger verfolgen. So unmittelbar dabei war man noch nie. Hoffentlich klappt es mit einem erschöpften, aber glücklichen Gipfel-Snap - mit allen Fingern und Zehen.



insgesamt 3 Beiträge
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christiewarwel 13.05.2016
1. Nepal
"Ballingers und Richards' Erlebnisse sollen den Bergtourismus in Nepal ankurbeln." Es steht zu bezweifeln, daß dies eine allzu gute Idee ist. Nepal ist ein kleines, größtenteils karges Land, das nicht nur heillos überbevölkert ist, sondern auch ständig steigende Touristenzahlen verkraften muß. Es ist ein wunderbares Land mit freundlichen Menschen und einer beeindruckenden Kultur, aber die Wirtschaftsweise und die Natur sind für so viele Menschen nicht ausgelegt. Nepal wäre sehr gut beraten, sich ein Beispiel an seinem Nachbarn Bhutan zu nehmen.
freiheitimherzen 13.05.2016
2. Märchen
"Große Teile der Hauptstadt Kathmandu wurden zerstört." Solche Märchen kommen zustande, wenn sich niemand die Mühe macht nachzusehen. Es gibt ein paar Viertel, die es tatsächlich schlimmer getroffen hat, wie z.B. Thamel und Swayambhu. Aber das hier ist reine Fiktion. Kleiner Tipp: Die eigenen Beschwörungsformeln immer wieder einmal hinterfragen. Und mißtrauisch werden, wenn über Wochen hinweg immer wieder dieselben Bilder kursieren. Es will ja wohl niemand hier in die Situation kommen wollen einer "Lügenpresse" zugeordnet zu werden, oder? ;-) Viele Grüße
freiheitimherzen 13.05.2016
3. Ratschläge? Schwierig...
Zitat von christiewarwel"Ballingers und Richards' Erlebnisse sollen den Bergtourismus in Nepal ankurbeln." Es steht zu bezweifeln, daß dies eine allzu gute Idee ist. Nepal ist ein kleines, größtenteils karges Land, das nicht nur heillos überbevölkert ist, sondern auch ständig steigende Touristenzahlen verkraften muß. Es ist ein wunderbares Land mit freundlichen Menschen und einer beeindruckenden Kultur, aber die Wirtschaftsweise und die Natur sind für so viele Menschen nicht ausgelegt. Nepal wäre sehr gut beraten, sich ein Beispiel an seinem Nachbarn Bhutan zu nehmen.
Was soll das bedeuten? Tourismus kann es nicht sein, denn das ist zwar der wichtigste Wirtschaftszweig, aber vergleichsweise unbedeutend in Hinblick auf die Umweltverschmutzung. Da ist die eigene Überbevölkerung schon eher ausschlaggebend. Aber dazu von außen kommend Ratschläge geben? Das halte ich für schwierig... Viele Grüße
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