Extrem-Videos Menschen am Limit

Sprung aus dem Fenster der Bibliothek (im obersten Stockwerk), Seiltanz über einem Canyon, Wanderwege über dem Abgrund: Wenn sich ganz normale Menschen lebensbedrohlichen Gefahren aussetzen, ist heute oft genug eine Videokamera mit dabei. Die atemberaubenden Ergebnisse findet man dann bei YouTube.


Eins vorab: Was auf den folgenden Seiten im bewegten Bild zu sehen ist, sollte niemand nachmachen. Es handelt sich bei den Akteuren entweder um trainierte Profis oder aber um geistig umnachtete Amateure (zum Teil vermutlich auch um geistig umnachtete Profis).

Mutig ist nicht der Löwe, der groß und gefährlich die Savanne durchstreift, mutig ist die Maus, die jeder Schritt in den Tod führen kann. Wenn sich aber Menschen freiwillig großen Gefahren aussetzen, dann ist das nicht Mut, sondern oft einfach Dummheit. Oft genug gehen die vermeintlichen Sport-Abenteuer tödlich aus: Allzu viele der bei YouTube zu sehenden Extremsport-Clips werden "in memory of" veröffentlicht. Nachahmen sollte man nichts davon.

Extremsport bei YouTube: Die Attraktivität von Dummheit und Selbstüberschätzung

Extremsport bei YouTube: Die Attraktivität von Dummheit und Selbstüberschätzung

Trotzdem hat diese Art Dummheit und Selbstüberschätzung eine Attraktivität, wie das große Interesse von weniger abenteuerlustigen Zeitgenossen auf YouTube und anderen Videoportalen zeigt: Wenn sich Abenteurer todesmutig über verschneiten Gipfeln mit einem Fluganzug aus dem Helikopter werfen, mit einem selbstgebastelten Raketenrucksack den Grand Canyon überqueren oder den halsbrecherischen Caminito-del-Rey-Pfad überqueren.

Der Caminito del Rey, der kleine Pfad des Königs, ist ein oft nur ein Meter breiter Wanderweg, der drei Kilometer entlang der "El Chorro"-Schlucht in Málaga, Spanien, führt. Anfang des 20. Jahrhunderts gebaut, wurde er seit Jahrzehnten nicht gepflegt. Zum Teil ist er bereits eingestürzt oder zumindest stark einsturzgefährdet. Oft ohne Geländer und somit völlig ungesichert, ist er das perfekte Maß für den Todesmut von Wanderern.

Allein schon der Zugang, der durch einen Eisenbahntunnel zum Königspfad führt, ist lebensgefährlich. Als Belohnung gibt es dafür traumhafte Aussichten und wackelige Knie. Und wem der Caminito nicht reicht, der sollte sich mal auf die Fährte von Robin Esrock machen, der zusammen mit zahlreichen konventionellen Touristen die eisigen Hänge des Mount Hua in China bewanderte. Oder vielleicht doch besser nicht.

Es geht aber noch wesentlich riskanter. Wie gesagt: Versuchen Sie bitte niemals, nachzumachen, was es auf den folgenden Seiten zu sehen gibt.

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