Künstliche Intelligenz Facebook will dich verstehen

Facebook will Slang und Umgangssprache verstehen. Das Projekt DeepText soll Texte von Nutzern analysieren - in über 20 Sprachen und "mit nahezu menschlicher Exaktheit".
Collage aus Profilbildern in einem Facebook-Datenzentrum in den USA

Collage aus Profilbildern in einem Facebook-Datenzentrum in den USA

Foto: Rainier Ehrhardt/ Getty Images

Facebook hat in der Nacht zum Donnerstag sein neuestes Projekt in Sachen Künstlicher Intelligenz (KI) vorgestellt. Es trägt den Namen DeepText und soll dem sozialen Netzwerk dabei helfen, die unzähligen Textbeiträge seiner Nutzer besser zu verstehen.

Das auf neuronalen Netzen basierende System könne "mit nahezu menschlicher Exaktheit den textlichen Zusammenhang Tausender Posts pro Sekunde erkennen, in mehr als 20 Sprachen", heißt es in der Ankündigung von Facebook . Das Angebot soll selbstständig aus den Texten im Netzwerk lernen und so zum Beispiel mit der Zeit Slang und umgangssprachliche Äußerungen in verschiedenen Sprachen besser verstehen.

DeepText wird laut Facebook bereits eingesetzt, zum Beispiel wenn es darum geht, die Absichten von Nutzern anhand ihrer Messenger-Nachrichten herauszufinden. Wenn jemand zum Beispiel schreibe "Ich will mein Fahrrad für 200 Dollar verkaufen", könnte Facebook ihn auf bestehende Tools innerhalb des Netzwerks hinweisen, die dem Verkäufer helfen können, schwebt den Entwicklern vor.

Weniger Spam, mehr nützliche Kommentare

Auch ungewollte Inhalte, Spam, könnten dank DeepText leichter entdeckt und gelöscht werden, während die KI die relevantesten und hilfreichsten Beiträge stärker sichtbar machen könnte, zum Beispiel in den zahlreichen Kommentaren, die sich oft unter Posts von Prominenten wiederfinden. Die Hoffnung von Facebook: Je besser man weiß, worüber ein Nutzer spricht, desto besser kann das Unternehmen dessen Newsfeed kuratieren - und so die Verweildauer auf Facebook verlängern.

Mit dem Projekt schafft Facebook sich letztlich auch Fähigkeiten, die denen von Suchmaschinen wie Google sehr ähnlich sind, schreibt das Portal "Quartz":  "Genauso wie Google das ganze Web nach Informationen durchsucht und diese kartiert, baut sich Facebook gerade die Kapazität auf, genau das gleiche mit allen Informationen zu tun, die in seinem Netzwerk eingegeben werden."

Facebook investiert schon seit Längerem im die Erforschung und den Einsatz von KI, genauso wie andere große Tech-Konzerne wie Amazon, Google und Microsoft. KI-Methoden werden bereits jetzt zum Beispiel bei Systemen wie Amazon Echo, Cortana, Siri und Google Now verwendet. Facebook hat für das Thema eine eigene Abteilung, das Facebook Artificial Research Lab (Fair). DeepText soll laut dem Firmen-Blogeintrag   in Zusammenarbeit mit den hauseigenen KI-Experten kontinuierlich weiterentwickelt werden.

gru
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.