Frühere Facebook-Funktion Texas klagt wegen Gesichtserkennung gegen Meta

Das automatische Markieren von Facebook-Freunden in hochgeladenen Fotos habe gegen texanische Gesetze verstoßen, heißt es in einer Klage. Gestritten werden dürfte dabei um einen hohen Milliardenbetrag.
Facebook: »Imperium der künstlichen Intelligenz«

Facebook: »Imperium der künstlichen Intelligenz«

Foto: THIERRY ROGE/ REUTERS

Der US-Bundesstaat Texas klagt gegen den Facebook-Konzern Meta wegen dessen Umgang mit biometrischen Daten. Dabei geht es um die frühere Funktion, bei der Facebook-Nutzer automatisch in Fotos erkannt wurden. Texas wirft Meta in einer am Montag eingereichten Klage Verstöße gegen zwei Gesetze des Bundesstaates vor.

Ein texanisches Gesetz zur Sammlung biometrischer Daten schreibt vor, dass dafür die ausdrückliche Zustimmung der Betroffenen eingeholt werden müsse. Das sei trotz des jahrelangen Einsatzes der Technologie zur Gesichtserkennung nicht geschehen, heißt es in der Klage  des texanischen Generalstaatsanwaltes Ken Paxton. Meta wies die Vorwürfe als unbegründet zurück und will sich dagegen wehren.

Bei der Ende 2021 abgeschafften Funktion wurden Facebook-Freunde eines Nutzers automatisch in hochgeladenen Fotos markiert. Paxton argumentiert, dass dafür Gesichtsmerkmale sowohl von Mitgliedern des Onlinenetzwerks als auch von abgebildeten Nichtnutzern erfasst wurden. »Mehr als ein Jahrzehnt lang hat Facebook auf dem Rücken der Texaner ein Imperium der künstlichen Intelligenz errichtet«, heißt es in der Klage, »indem es sie getäuscht hat, während es ihre intimsten Daten erhob und damit ihr Wohlbefinden und ihre Sicherheit gefährdete.«

2020 zahlte Facebook 650 Millionen Dollar

Eine ähnliche Klage im Bundesstaat Illinois legte Facebook im Jahr 2020 mit der Zahlung von 650 Millionen Dollar bei. Die Staatsanwaltschaft von Chicago hatte Facebook 2015 ebenfalls wegen der Sammlung biometrischer Daten zur Gesichtserkennung angeklagt, die demnach ohne Wissen der Nutzer geschah.

Die finanziellen Forderungen von Texas können sogar auf einen hohen Milliardenbetrag hinauslaufen. Der Generalstaatsanwalt verlangt 25.000 Dollar für jeden einzelnen Verstoß gegen das Gesetz über biometrische Daten – sowie weitere jeweils 10.000 Dollar pro Verletzung eines Gesetzes gegen betrügerische Geschäftspraktiken. Laut in der Klage zitierten Schätzungen hatte Facebook im Jahr 2021 in dem Bundesstaat rund 20,5 Millionen Nutzerinnen und Nutzer.

pbe/dpa