2070 wohl mehr tote als lebende Nutzer Facegruft

2,37 Milliarden aktive Facebook-Nutzer gibt es derzeit weltweit. In den kommenden Jahren wird die Zahl der verstorbenen Netzwerker massiv steigen - und der Umgang mit dem virtuellen Erbe immer wichtiger.

Facebook-Chef Zuckerberg auf der Entwicklerkonferenz F8: Wichtige Fragen zum virtuellen Erbe
Stephen Lam / Reuters

Facebook-Chef Zuckerberg auf der Entwicklerkonferenz F8: Wichtige Fragen zum virtuellen Erbe


Bei dem Online-Netzwerk Facebook könnten bis 2070 mehr tote als lebende Nutzer registriert sein. Das geht aus einer Studie des Oxford Internet Institute in Großbritannien hervor.

Auf der Grundlage von Nutzerzahlen aus dem Jahr 2018 sowie Zahlen der Vereinten Nationen zur Bevölkerungsentwicklung weltweit berechneten die Forscher, dass mindestens 1,4 Milliarden Facebook-Mitglieder bis 2100 sterben werden. Sollte die Facebook-Gemeinde weiter wachsen wie bisher, läge die Zahl der gestorbenen Nutzer bis zum Ende des Jahrhunderts bei 4,9 Milliarden. Facebook hat derzeit nach eigenen Angaben 2,37 Milliarden aktive Nutzer weltweit. Auf seiner Entwicklerkonferenz F8 im kalifornischen San José stellt das Unternehmen derzeit Neuheiten vor.

Die wachsende Zahl gestorbener Facebook-Mitglieder werfe wichtige Fragen zum virtuellen Erbe der Nutzer auf, sagen die Forscher. "Als Gesellschaft haben wir gerade erst angefangen, diese Fragen zu stellen, und wir haben noch einen langen Weg vor uns", sagte Co-Autor Carl Öhman.

Sein Kollege David Watson betonte zudem den möglichen Nutzen von Facebook-Daten als historisches Archiv menschlicher Kultur. Es sei wichtig, dass der Zugang zu diesen historischen Daten nicht nur einem einzigen profitorientierten Unternehmen zur Verfügung stünden. "Es ist auch wichtig sicherzustellen, dass zukünftige Generationen unser digitales Erbe nutzen können, um ihre Geschichte zu verstehen", sagte Watson weiter.

mkl/dpa



insgesamt 7 Beiträge
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gammoncrack 30.04.2019
1. Über Facebook kann man wirklich geteilter Meinung sein.
Andererseit wird es wohl stimmen, wenn dann Nutzerbeiträge aus 80 Jahren wirklich historisch wertvoll werden können. Ganz sicher nicht alle. Ich stelle mir gerade vor, dass mein Urenkel, der mich nie kennengelernt hat, sich dann das Facebook-Profil anschaut. Ich würde gerne einmal mehr über meinen mir unbekannten Urgroßvater erfahren. Ein Fotoalbum ist da, weil meistens ohne Texte, wenig hilfreich. Soweit es die aufgeführte statistische Aussage betrifft: Inzwischen sind mehr Menschen gestorben, als heute auf der Erde leben. Das folgt ganz einfachen mathematischen Regeln.
Sleeper_in_Metropolis 30.04.2019
2.
Zitat : "Facegruft - Bei dem Online-Netzwerk Facebook könnten bis 2070 mehr tote als lebende Nutzer registriert sein." Auch wenn das rein statistisch zutreffen mag - was ist das denn für eine Effekt- und Klickhascherische Überschrift ? 2070 ist bekanntlich in über 50 Jahre, somit eine Ewigkeit weit weg. Warum also wird hier suggeriert, das bei Facebook gerade wieder der nächste große Skandal ansteht ? Kann man das Thema um den Umgang mit Social-Media-Konten von Verstorbenen nicht ein Spur sachlicher ankündigen ?
MissMorgan 30.04.2019
3. @sleeper ....
Mal wieder ein aussagekräftiger Nutzername. Nein, fünfzig Jahre sind nicht eine Ewigkeit weg - schade, wenn Sie Ihr Leben danach ausrichteten. Ob Facebook in einem halben Jahrhundert noch existiert? Aber dennoch sollte man überlegen, ob man wirklich möchte, dass die eigenen Enkel den ganzen Stuss lesen bzw sehen können. Alte, belanglose Tagebücher werden entsorgt. Nur in alten Zeitungen findet man alte Leserbriefe, wie lange kann man unsere Posts bei Spiegel Online lesen? Wenn sich die Gesetzgebung ändert, was kann alles damit passieren, wie können die Daten verwendet werden? Wir sollten uns auch Gedanken machen, was mit unseren gekauften digitalen Produkten machen. Was passiert mit meinen Kindle, Kobo und Tolino eBooks? Was darf von meinen digitalen Fußabdrücken gelöscht werden, wer darf das tun oder darf das weiter verwendet werden? Erbt Enkel Boris die eBooks und Enkelin Joyce die digitale Musikbibliothek und Urenkel Jadyze den digitalen Rest? Das mag jetzt noch relativ einfach und unkompliziert aussehen, aber wer kann schon voraussagen, was alles in den nächsten dreißig Jahren passiert? Und die Vorbereitung nicht verschlafen!
Teutonengriller 01.05.2019
4. Diese Nutzerzahl
bezweifle ich ganz stark. Ich möchte nicht wissen, wieviele Karteileichen, Fake- und Doppelregistrierungen es gibt? Bei den Jugendlichen ist FB out. Nein, da ist der Wunsch (Aktienkurs) der Vater der Nutzerzahlen
camshaft_in_head 01.05.2019
5. leider weiss der Artikel-Verfasser nicht
das man bei Facebook einen oder mehrere Verwandte angeben kann die im Todesfall seinen oder ihren Account löschen können. Insofern ist das alles Milchmädchenrechnerei!
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