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Newsfeed: So sieht das neue Facebook aus

Foto: ROBERT GALBRAITH/ REUTERS

Neuer Newsfeed Facebook hübscht sich für Werbung auf

Weniger Text, größere Fotos, mehr Weißraum: Facebook überarbeitet seinen Newsfeed radikal. Die Nutzer sollen auf allen Geräten eine schönere Seite sehen - und dazwischen wohl auch völlig neue Werbeformate.

Facebook gestaltet sein gesamtes Angebot neu: Nutzer sollen Fotos bald in enormer Größe angezeigt bekommen. Im neuen Design von Facebooks Newsfeed werden Bilder und Videos über die gesamte Breite der Spalte gestreckt. Auch neben Links stehen nun viel größere Vorschaubilder, bei Verweisen auf Nachrichtenseiten zusätzlich kleine Logos der Angebote. Das neue Design soll auf Computern, Smartphones und Tablets einheitlich aussehen und an die jeweilige Bildschirmauflösung angepasst sein.

Bei der Vorstellung dieses neuen Designs nannte Facebook-Chef Mark Zuckerberg den Newsfeed eines der wichtigsten Produkte seines Unternehmens. Wenn Nutzer eine Facebook-App oder die Website des Netzwerks öffnen, sehen sie als erstes die auf sie zugeschnittene Version des Neuigkeitenstroms. Darin zeigt Facebook Mitgliedern eine Auswahl der Statusmeldungen ihrer Freunde und der Seiten, denen sie folgen. Ein Algorithmus entscheidet, welchen winzigen Ausschnitt man aus der Masse an Neuigkeiten überhaupt zu sehen bekommt.

Neue Interessen-Feeds

Zuckerberg verglich den Newsfeed mit einer "personalisierten Tageszeitung". Sein Unternehmen wolle den Nutzern damit, einen Überblick über die fürs sie wichtigsten Nachrichten geben, gute Fotos groß zeigen, aber auch Nachrichten aus dem persönlichen Umfeld liefern.

Bislang hatte Facebook das enorme Angebot des Newsfeeds nur sehr zaghaft in thematische Unterkanäle gegliedert - man kann sich heute schon zum Beispiel ausschließlich Neuigkeiten anzeigen lassen, die mit Musik  zu tun haben oder von Seiten  statt von Freunden ausgehen. Nun führt Facebook zusätzliche Neuigkeitenströme für Fotos und Personen des öffentlichen Lebens ein. Neu ist auch die Unterkategorie "Most Recent News" im Nachrichtenstrom, darin wird man ungefiltert alle Mitteilungen von Freunden, Apps und Seiten sehen, mit denen man auf Facebook verbunden ist."

Das neue Design soll in den kommenden Wochen für immer mehr Konten freigeschaltet werden, eine Vorschau können alle Nutzer auf dieser Website  aufrufen.

Facebook will mehr Werbung zeigen

Von der Neugestaltung könnten Facebooks Anzeigenverkäufe profitieren. Firmenchef Mark Zuckerberg hatte schon Ende Januar deutlich gemacht, dass der Newsfeed attraktiver für Werbekunden werden muss. Bei einer Telefonkonferenz  mit Analysten sagte Zuckerberg: "Das Newsfeed-Design entwickelt sich, um Geschichten großzügiger darzustellen und neue Chancen bei der Vermarktung etwas anderer Anzeigenformate zu eröffnen."

Zuckerberg betonte damals, dass bei Facebook die Werbung dieselbe Form wie der eigentliche Inhalte hat. Das wolle man beibehalten und beachten, dass Anzeigenkunden "große Bilder und Fotos" zeigen wollen, Formate die Facebook ihnen bislang nicht anbot. Das solle sich ändern, Zuckerberg sprach von größeren Fotos und großzügiger Optik.

In der Tat dürften die den Anzeigenkunden nun zu Gute kommen. Der für die Neugestaltung mitverantwortliche Facebook-Entwickler Chris Struhar antwortet auf Reklame angesprochen: "Wir ändern nichts an den Werbemöglichkeiten, aber natürlich sind nun auch schönere, größere Fotos als Teil von Werbung möglich."

Die Werbung sieht dem Inhalt sehr ähnlich

Den Newsfeed nutzt Facebook seit Monaten verstärkt zur Anzeigenvermarktung. So können Firmen seit Herbst 2012 dafür bezahlen, dass Facebook ihre "Stories" (also Werbebotschaften ihrer Seite) im Neuigkeitenstrom der Mitglieder häufiger anzeigt. Diese Werbeform hat drei Vorteile für Facebook und die zahlenden Kunden:

  • Die Anzeigen lassen sich nicht mit Ad-Blockern ausblenden.
  • Sie werden als Teil des normalen Facebook-Angebots auch auf Mobilgeräten ausgeliefert.
  • Als Absender der Botschaft taucht da ein Freund oder Bekannter des Nutzers auf. Denn solche "Sponsored Stories" werben mit Beiträgen, Kommentaren und Likes echter Nutzer für eine Seite auf Facebook oder einen Beitrag.

Im Januar hatte Facebook eine neue Suchfunktion vorgestellt, die - wenn sie denn einmal ausgiebig genutzt wird - ein Umfeld für neue Werbeformate sein könnte: Aus den Suchanfragen lässt sich wie bei Google das Interesse der Nutzer ablesen und so sehr zielgenau Werbung platzieren.

Werbung erwähnten Zuckerberg und seine Mitarbeiter bei der Präsentation des neuen Layouts gar nicht. In den Vorschauen waren keine Anzeigen zu sehen. Womöglich wirkt das Design nicht mehr ganz so aufgeräumt und elegant, wenn es mit Werbung ausgeliefert wird.

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